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29. Oktober 2002, 10:49 Uhr

Thilo Bode

Der Volkswirt und Soziologe war von 1995 bis 2001 Geschäftsführer von Greenpeace International. Zuvor hatte er sechs Jahre lang die deutsche Sektion der Umweltorganisation geleitet.

Kümmert sich heute um Verbraucherschutz: Thilo Bode© Eva Häberle, dpa

Der Volkswirt und Soziologe war von 1995 bis 2001 Geschäftsführer von Greenpeace International. Zuvor hatte er sechs Jahre lang die deutsche Sektion der Umweltorganisation geleitet. Das Logo seiner neuen Verbraucher-Organisation Foodwatch ist ein Apfel.

Zur Person
Der 55-Jährige war zweimal verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Vor seinem Engagement bei Greenpeace arbeitete Bode unter anderem als Projektmanager bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau und als Berater für Entwicklungsfragen.

Herr Bode, Sie haben nach Ihrem Ausscheiden bei Greenpeace ein Sabbatjahr eingelegt. Wie haben Sie diese Zeit verbracht?

Ich habe entspannt gelebt, Vorlesungen an der Uni gehört, Vorträge gehalten, publiziert und hatte Zeit nachzudenken.

Als Greenpeace-Chef waren Sie ein gefragter Mann. Wie lebt es sich nun ohne den Glanz dieses Postens?

Ich war ja nicht unvorbereitet. Aber man fühlt sich plötzlich auch nackt. Manche vermeintliche Freunde kennen einen nicht mehr. Das ist hart, aber auch heilsam.

Wie denken Sie heute über die Umweltbewegung?

Sie ist so wichtig wie noch nie, darf sich aber nicht verzetteln. Die fortschreitende Globalisierung und die mit ihr einhergehende Zerstörung der Umwelt lässt uns nicht viel Zeit.

Wie kamen Sie auf die Idee, mit Foodwatch jetzt eine Verbraucherorganisation zu gründen?

Durch die BSE-Krise. Da gibt's eine skrupellose Futtermittelindustrie, die kommerzielle Interessen über das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit stellt und die von der Politik auch noch geduldet wird. Mir fiel beim BSE-Skandal besonders auf, dass es keine unabhängige Stimme gibt, die offensiv Verbraucherinteressen vertritt.

Seite 1: Thilo Bode
Seite 2: Diese Stimme soll nun Foodwatch sein?
 
 
 
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