Der Musikmanager saß von 2002 bis 2004 als milderer Gegenpol zu Pop-Proll Dieter Bohlen in der Jury der RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar"

Thomas Stein, 58, mit seinem Retriever-Welpen Kurti am Ufer des Unterföhringer Sees bei München.© Enno Kapitza; Thomas Meyer/action press
Ich wüsste nicht, wofür!
Die Amerikaner haben Country, wir haben Volksmusik. Sie ist die Parkbank für die menschliche Seele. Die Erträge waren enorm, der Branche hat das gutgetan. Und zur Erinnerung: Die Plattenfirma BMG hat, als ich dort Chef war, auch NSync und die Backstreet Boys aufgebaut.
...auch Falco und Benjamin Blümchen. Das hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun. Ich bin stolz auf diese Erfolge, aber ich bin kein Freund von Protzerei. Meine Gäste sollen sich mit mir unterhalten - und nicht im Wohnzimmer stehen und Platten angaffen müssen.
Es war, wie es war - und es ist lange her. Ich habe mich damals mit Äußerungen zurückgehalten und tue das auch jetzt.
Ich verfolge "DSDS" nicht so intensiv, ich kenn's ja. Mein Favorit war dieser 16-Jährige, dieser Roman mit der Schildkappe. Der konnte ja leider nicht weitermachen wegen seiner Kehlkopfentzündung.
Dazu stehe ich. Dass Daniel nicht singen kann, hört man - dass er etwas Besonderes ist, sieht man. Was seine weitere Karriere angeht, bin ich recht zuversichtlich...
Ich war vor kurzem auf einem Konzert von Daniel, das hat mir gut gefallen. Klar, die Schlagzeile damals mit dem Gurkenlaster hätte nicht sein müssen, aber wir müssen ihm jetzt die Möglichkeit geben, erwachsen zu werden, ohne ihn zu verbiegen.
Ich gehe nicht mehr so oft in die Disco und bin nicht mehr jeden Abend auf Konzerten. Ansonsten stelle ich keine Alterserscheinungen fest. Es ist nicht wichtig, dass man Ahnung von Musik hat - es kommt darauf an, dass man mit Menschen umgehen kann. Bei Jack White habe ich junge Mitarbeiter um mich, die an der Musik von heute viel näher dran sind als ich. Ihnen vertraue ich.
Das mag jetzt vielleicht etwas merkwürdig klingen: Aber meine Margret lebte elf Jahre lang mit der unheilbaren Krankheit. Über so eine lange Zeit hinweg nimmt man sehr häufig Abschied. Trotzdem: Die Erinnerung ist das einzige Gefängnis, aus dem man nicht entlassen wird - dieser Satz schwebt seither über meinem Leben.
Das war so nicht geplant, es kam unerwartet. Es ist ein großes Glück...
Sie würden's beizeiten erfahren.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 10/2007
Zur Person Thomas Stein, geboren 1949 in Stuttgart, Verlagskaufmann, putzte nebenbei Arztpraxen und verkaufte Zeitschriftenabos. Er wechselte ins Musikgeschäft und fing 1988 bei der Plattenfirma BMG an. 1991 übernahm er das Deutschlandgeschäft, zehn Jahre später wurde er Chef für ganz Europa. Gemeinsam mit RTL holte er "DSDS" nach Deutschland. Während der zweiten Staffel verlor er seinen Job bei BMG. Er lebt in Vaterstetten bei München.