10. August 2012, 15:32 Uhr

Das unzertrennliche Trio

Spätestens seit Olympia fällt auf, dass Prinz William und Kate selten ohne Prinz Harry auftreten. Zur Abschlussfeier erscheint Kate jetzt gar allein mit Williams kleinem Bruder.

Olympia, London, Monarchie, William, Kate, Harry, 4161

Prinz William (l), Kate (M) und Prinz Harry schauen sich oft gemeinsam Wettkämpfe an©

Prinz Harry beugt sich zu ihr herüber, bringt sie zum Lachen, legt eine Hand auf ihre Schulter. Doch es ist keineswegs eine neue Flamme, mit der der 27 Jahre alte Frauenschwarm bei der Olympia-Eröffnungszeremonie, beim Bahnradrennen oder den Wettkämpfen im Vielseitigkeitsreiten zu flirten scheint. Es ist Schwägerin Kate, 30, Ehefrau von Bruder Prinz William, 30.

Die drei geben als Gespann perfekte Kamerabilder ab, sind oft zusammen. Schon bei den Feiern zum Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. fiel das auf. Doch spätestens seit ihren Besuchen bei Olympia stellt sich die Frage: Warum ist das junge Ehepaar eigentlich so selten zu zweit unterwegs? Bei der Olympia-Abschlusszeremonie werden nun Kate und Harry alleine erwartet, ohne William. Der Tratsch läuft.

Für den Zweier-Besuch am Sonntagabend gibt es eine Erklärung. William muss arbeiten. Das hält vor allem Klatschblätter in den USA nicht davon ab, wild zu spekulieren: Rückt William ins Abseits? Gehen Harry und Kate in ihrer Zuneigung zu weit? Viel zitiert werden die Worte von Williams und Harrys verstorbener Mutter Diana, die einst mit Blick auf Charles Geliebte und heutige Frau Camilla sagte, in ihrer Ehe habe es drei Leute gegeben - sie sei überfüllt gewesen.

Sympathie oder Strategie?

So weit geht in Großbritannien niemand. Die Idee, hinter den gemeinsamen Auftritten stehe mehr als familiäre Zuneigung, wird als vollkommen absurd ignoriert. Doch selbst die traditionsreiche "Times" widmete der Frage, warum die drei so unzertrennlich sind, während Olympia einen Artikel. Zwar sei es schön, mitanzusehen, wie gut die drei sich verstehen. Aber Harry riskiere, zur Nervensäge zu werden.

Dahinter könnte sich neben Sympathie auch Strategie verbergen. Die Queen hat in den vergangenen Monaten eine neue Familienwahrnehmung etabliert. Statt aller ihrer Kinder und Enkel stellt sie sich und Prinzgemahl Philip, Prinz Charles samt Ehefrau Camilla, sowie Charles Söhne Harry und William mit Kate in die Öffentlichkeit. Die Jüngsten der Truppe wiederum scheinen sich ihren eigenen Bereich zu schaffen.

So zogen Kate und William vor einiger Zeit aus dem Londoner Haus von Charles, Clarence House, in den Kensington Palast. In wenigen Monaten soll Harry folgen. In die Stiftung, die William und Harry gemeinsam gründeten, wurde auch Kate aufgenommen. Die Büros der drei gehören ebenfalls zusammen, bald soll jeder einen eigenen Privatsekretär unter einer einzigen Führung bekommen.

Perfekt in der Öffentlichkeit

Harry hat schon häufiger betont, Kate sei für ihn wie eine Schwester. Da William und Kate seit Unizeiten zusammen sind, kennen sich die beiden lange. Das enge Verhältnis der Brüder ist ohnehin bekannt. Nach Ansicht der "Times" bringt das Trio-Dasein strategische Vorteile. Jeder erfüllt eine Aufgabe, die ihm besonders liegt: Harry ist der Lockere, William der Ernste, Beliebte, Kate die Professionelle, einst Bürgerliche. Öffentliche Wirkung perfekt.

Auch mache Harry die Sache für Kate leichter. Ohne ihn würde sie neben William, der aufgrund seiner Position formeller und ernsthafter auftreten muss, wie ein Ersatzteil wirken, meint die Zeitung. Harrys Problem sei ein ganz anderes: Wie kann er es nur schaffen, eine weitere, seine eigene, Kate zu finden?

Britta Gürke, DPA
 
 
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