Stille Trennung eines Traumpaares

21. April 2012, 14:55 Uhr

Michelle Williams und Jason Segel haben nach einem Jahr zur Überraschung vieler ihre Romanze beendet. Sie galten als das perfekte Paar. Die lange Distanz zwischen New York und L.A. trägt die Schuld. Von Frank Siering, Los Angeles

In „My Week with Marilyn“ schlüpft die 29-jährige Michelle Williams in die Rolle der wohl berühmtesten Blondine der Welt: Marilyn Monroe. mehr...

Der Film spielt in London im Jahr 1956, als Monroe zusammen mit Schauspiellegende Laurence Olivier in der Liebeskomödie „Der Prinz und die Tänzerin“ spielen soll. Doch am Set kommt es zu Streitereien zwischen den beiden - sie ist unzuverlässig und enttäuscht ihn mit ihrer fehlerhaften Arbeit. Als wäre das nicht genug, eskaliert dann auch noch die Situation mit ihrem Ehemann Arthur Miller, als dieser nach einem Beziehungsstreit abreist. Da wendet sich Marilyn an den Regieassistenten Colin Clark, zu dem das Showgirl eine ganz besondere Beziehung aufbaut. Monroe eine Frau mit vielen Gesichtern, Hoch- und Tiefpunkten – sie zu verkörpern war für Michelle Williams eine große Herausforderung.

Was hat Sie dazu bewegt, die Rolle zu spielen?

Ich habe keine Ahnung. Es ist mir selbst ein Rätsel, was genau mich dazu bewegte. Ich denke, es war eine eher unbewusste Entscheidung, die ich gar nicht so beeinflussen konnte. Aber ich bin froh, dass ich es wusste und jetzt ist es klasse, dass ich den Film auch gemacht habe und mich nicht durch meine ganzen Bedenken davon hab abbringen lassen.

Marilyn Monroe ist eine tragische Ikone Hollywoods. Haben Sie viel Positives an ihr gefunden?

Oh, da gibt es unglaublich viel. Sie hat genauso viel gute wie schlechte Seiten an sich. Sie ist eine unglaubliche Mischung der Extreme und das beeindruckt mich sehr. Sie hatte auch einen sehr eigenartigen und außergewöhnlichen Humor, der mich irgendwie ansprach. Als sie mit Arthur Miller verheiratet war und seine Kinder wegreisten, da schreib sie ihnen Briefe – aber aus Sicht des Familienhunds. Und ich dachte mir nur: wie komisch ist das?!

Ist es ein Missverständnis, Marilyn als tragische Frau zu sehen?

Ich weiß nicht, ob es ein Missverständnis ist. Ich glaube aber, dass es nicht die gesamte Sicht der Dinge widerspiegelt. Ich denke, dass es eine vorherrschende Meinung ist aufgrund der Art wie sie gestorben ist. Der ganzen Tragödie und der Rätsel rund um ihren Tod. Aber sie ist eben nicht nur das. Auch wenn es ein großer Teil von ihr war. Nach dem ich mit dem Film fertig war, traf ich eine Frau, die Marilyn kannte und sie sagte mir, dass Marilyn das traurigste Mädchen war, das sie jemals getroffen hat.

War sie traurig wegen des Showbusiness?

Das hat bestimmt auch dazu beigetragen. Ich glaube aber, dass es auch stark an ihrer schweren Kindheit lag. Ich meine, sie hat so viel aus sich gemacht hat. Und das obwohl sie hatte echt wenig hatte. Also wirklich fast nichts. Sie war komplett auf sich selbst gestellt – niemand der ihr half, sich um sie kümmerte, ihr sagte, dass er sie liebt oder dass sie es schafft. Niemand, der ihr sagte, dass sie etwas Besonderes und wunderschön sei. Sie hatte nur sich selbst und sie hat es geschafft.

Sie selbst sind sehr schlank. Wie war es, eine sehr kurvige, weibliche Marilyn zu spielen?

Ihr Gewicht schwankte zwar ziemlich oft, aber ich habe nie wirklich geglaubt, so anders zu sein als sie. Ich weiß, dass sie auch andere Zeiten hatte, aber als sie „Der Prinz und die Tänzerin“ filmte, war sie gar nicht so schwer. Und um ehrlich zu sein, habe ich es echt genossen. Ich wünschte, ich hätte solche Hüften. Das fühlt sich echt gut an, beim Hintern wackeln.

Konnten Sie als Marilyn etwas über sich selbst lernen?

Was ich bei mir selbst gemerkt habe, ist, dass ich manchmal eine ziemlich männlich Seite an mir habe: „Oh, ich kann das machen, ich kann den Müll raus bringen, ich kann das Holz reinholen“ und so was eben... Und da habe ich viel durch ihren Anmut und ihr feminines Auftreten gelernt. Schließen