Affenhirn? "Irgendwo muss man einen Strich ziehen"

Ein unhöflicher Essensgast, der Wim Wenders: Auf Reisen kommt ihm häufiger die eigene Moral in die Quere. So schlägt er gern so manches Angebot ab - und das kommt beim Gastgeber nicht immer gut an.

29. März 2015
Was der Wenders nicht kennt, isst er nicht
Filmemacher Wim Wenders hat sich auf seinen vielen Reisen bei Essenseinladungen auch schon zum Selbstschutz als unhöflicher Gast gezeigt. In Hongkong habe er sich geweigert, aus dem Hirn eines lebenden Affen zu löffeln, sagte der 69-Jährige der "Bild am Sonntag". "Die Gastgeber waren natürlich beleidigt, aber irgendwo muss man einen Strich ziehen."
In Taiwan habe er hingegen mitgemacht und dafür die schlimmste kulinarische Erfahrung seines Lebens gemacht. "Da war ich beim Bürgermeister von Taipeh eingeladen, der hat fermentierten Tofu serviert. Das riecht wie Kloake," sagte Wenders. Weil er der Ehrengast gewesen sei, habe er als Erster den Topf gereicht bekommen: "Das war das Allerhärteste, was ich je zu mir genommen habe."