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14. Juli 2008, 12:43 Uhr

Jolie schickt ihren Arzt vor

Die Baby-Fotos sind für elf Millionen Dollar an ein Magazin verkauft, die glücklichen Eltern lassen sich nicht blicken: Nach der Geburt der Zwillinge von Angelina Jolie avanciert ihr Arzt zum Superstar. Michel Sussmann ist derzeit der meistfotografierte Mann Nizzas. Von Jens Maier

Steht den Reportern vor der Klinik in Nizza Rede und Antwort: Dr. Michel Sussmann© DPA

Doktor Michel Sussmann ist mit einem Schlag weltberühmt geworden: Der französische Arzt hat am Samstagabend die Zwillinge von Angelina Jolie auf die Welt gebracht. Und nicht Jolies Ehemann Brad Pitt oder ein PR-Berater war es, der den wartenden Journalisten vor der Geburtsklinik Santa Maria in Nizza die frohe Botschaft überbrachte, sondern Sussmann selbst. Nachdem Gerüchte bereits am Morgen durchgesickert waren, trat er am Sonntagnachmittag in Jeans, dunklem Polo-Hemd und mit schwarzem Jackett vor die Presse und verkündete: "Es ist alles gut gelaufen."

Bei der eilig einberufenen Pressekonferenz am Eingang der Klinik war sogar Nizzas Bürgermeister dabei. Christian Estrosi ließ es sich nicht nehmen, die Geburtsurkunde von Knox Léon und Vivienne Marcheline der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, die er persönlich unterschrieben hat. Knox ist das 3702. Baby der Stadt in diesem Jahr. Stolz verkündete der Bürgermeister, dass die Zwillinge jetzt echte "Niçois" - Bürger von Nizza - seien.

Der Star der Runde war aber erneut Sussmann. Der erfahrene Gynäkologe beantwortete bereitwillig die Fragen der Journalisten. Er ließ wissen, dass es genau 18.01 Uhr war, als er die Babys per Kaiserschnitt auf die Welt geholt habe und dass Brad Pitt bei der Geburt dabei gewesen wäre. "Er war mein Assistent", scherzte er und fügte hinzu, dass Pitt die Nabelschnur der Zwillinge selbst durchgeschnitten habe.

Solange Angelina Jolie und Brad Pitt nicht vor die Presse treten, wird weiterhin Sussmann die meistfotografierte Person bei der Berichterstattung über die Zwillingsgeburt bleiben. Und dieser Zustand könnte noch eine ganze Weile anhalten. Die Baby-Fotos sind angeblich für elf Millionen Dollar exklusiv an das amerikanische "OK"-Magazin verkauft worden. Die Eltern wollen diesen Betrag spenden. Und damit es keine ungewollten Fotos von Jolie gibt, wurde an ihrem Klinikfenster extra eine blickdichte Spezialfolie aufgetragen - Paparazzi-Fotos ausgeschlossen.

Sussmann scheint mittlerweile ein echter Medienprofi zu sein. Der Arzt, dem Angelina Jolie vertraut, hat die Presse sogar ausgetrickst. Vor dem Wochenende hatte es zunächst geheißen, die Babys sollen am Dienstag auf die Welt kommen. Daraufhin hat der Belagerungszustand vor der Klinik deutlich abgenommen, viele Fotografen waren abgereist. Auf die plötzliche Änderung des Termins angesprochen, hatte Sussmann dann am Sonntag eine professionelle Antwort parat: "Die Geburt musste aus medizinischen Gründen früher als geplant durchgeführt werden. Dies war der medizinisch beste Zeitpunkt für die Babys", sagte er und blickte gelassen in die Runde.

Bis Jolie und Pitt sich äußern, hält Sussmann die Presse bei Laune. Wann die glücklichen Eltern denn die Klinik verlassen würden, wurde er noch gefragt. Die Antwort hätte ein PR-Berater Jolies nicht besser formulieren können: "Noch ein paar Tage. Wissen Sie, in Europa ist das nicht wie in den USA, wo die Patienten drei Tage nach der Geburt die Klinik verlassen. Sie werden bleiben, bis alles okay ist." Sprach's, ließ die Journalisten genauso schlau zurück wie vorher und brauste wenig später in seinem Mercedes davon.

Von Jens Maier
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Known (14.07.2008, 13:51 Uhr)
Kennst Du Wayne?
Meine Fresse! Als ob Promi-Babys sich in irgendeinerweise von "normalen" Babys unterschieden würden. 11 Millionen für eine paar blöde Babys die genauso aussehen wie Millionen anderer Babys auch? Mag ja sein, dass das Geld für gute Zwecke gespendet wird aber die ganze Sache ist schon ziemlich behämmert - genauso wie die Leute die nachher die ganzen Promi-Magazine kaufen um ihrem eigenen langweiligen Leben zu entkommen.
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