Aschenputtels heiße Nacht

22. Juni 2001, 16:44 Uhr

Nächtelang beobachtete Aschenputtel durch das Schlüsselloch ihre wollüstige Stiefmutter, bevor sie bei der Ballnacht den gelangweilten Prinzen verführte.

Von Elisa Bernhard

Oh, in ihrem Herzen war Aschenputtel schon lange nicht mehr das brave, kleine Mädchen, für das alle sie hielten. Wie sollte sie auch, wenn es im Hause der Stiefmutter so hoch herging? Nächtelang hatte das pubertierende Mädchen durch das Schlüsselloch beobachtet, wie sich die neue Mutter mit Liebhabern vergnügte, kaum dass der Vater das Haus verlassen hatte. Und indem sie der wollüstigen Frau und ihren vielen kleinen Raffinessen zusah, spürte sie ein Verlangen in sich aufsteigen, dass nun dringend befriedigt werden musste.

Der Gegenstand ihres brennenden Bedürfnisses stand fest, als sie bei einem abendlichen Spaziergang dem Prinzen im Wald begegnete. Zwar nahm der königliche Thronfolger das staubige kleine Wesen nicht wahr, sie dagegen erinnerte sich genau an die sanften, geschwungenen Lippen und den schlanken, sehnigen Körper des jungen Mannes.

Von nun an setzte sie alles daran, eine Einladung zum bevorstehenden Ball auf dem Schloss zu erhalten. Als alles Bitten und Betteln nichts half, verlegte sich Aschenputtel auf eine Drohung: Sie würde dem Vater von den nächtlichen Eskapaden der Stiefmutter berichten, wenn die ihr weiterhin die Teilnahme am Tanzfest verbieten würde. Endlich gab die Ältere widerwillig nach. Sie stellte nur eine Bedingung, für ihre Kleidung müsse Aschenputtel selbst sorgen.

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