Böse Gerüchte über Prinz Charles

8. November 2003, 16:53 Uhr

Neuer Skandal um das britische Königshaus: Gerüchten zufolge soll ein hochrangiger Royal mit einem männlichen Palast-Diener das Bett geteilt haben.

Böse Gerüchte über Prinz Charles©

Die britische Monarchie befindet sich nach Einschätzung der Presse in einer schweren Krise, weil schädliche Gerüchte über den Thronfolger Prinz Charles (54) kursieren. Während die Vorwürfe in England selbst wegen einer Einstweiligen Verfügung nicht gedruckt werden dürfen, sind sie bereits ausführlich auf Internet-Seiten und in ausländischen Zeitungen wiedergegeben worden.

Die Beschuldigungen gehen auf den ehemaligen Palastdiener George Smith zurück, der in der Vergangenheit gesagt hatte, er habe einen "hochrangigen Royal" mit einem männlichen Diener im Bett gesehen. Charles hatte am Donnerstagabend mitteilen lassen, die zurzeit kursierenden Gerüchte drehten sich um ihn, seien aber "völlig unwahr".

"Die Monarchie ist in der Krise"

Die Presse stimmte heute darin überein, dass der Monarchie schwerer Schaden entstanden sei. "Die Monarchie ist in der Krise", kommentierte der links orientierte "Daily Mirror". Die konservative "Daily Mail" schrieb, Charles befinde sich in der "schwersten Krise seit dem Tod von Prinzessin Diana". Der linksliberale "Independent" forderte, Charles müsse zu Gunsten seines Sohnes William (21) auf die Thronfolge verzichten. Sonst sei die Umwandlung Großbritanniens in eine Republik kaum noch aufzuhalten. Der linksliberale "Guardian" schrieb, der Stab von Charles sei angesichts der Entwicklung "in Panik" verfallen. Die Monarchie könne nicht so weitermachen wie bisher: "Was außer Frage steht, ist, dass sie sich nicht mehr viele solcher Wochen wie die vergangene leisten kann."

Charles' offizielle Stellungnahme zu den Gerüchten wurde von Fachleuten als schwerer strategischer Fehler eingeschätzt. Dadurch seien die Gerüchte enorm aufgewertet und weltweit zum Gegenstand wilder Spekulationen gemacht worden, hieß es. "Jeder Stammtisch wird jetzt darüber reden", sagte der PR-Experte Ian Monk. Ein anderer PR-Fachmann, Max Clifford, kritisierte: "Die haben aus einem Gerücht, das bloß ein paar hundert Leuten bekannt war, ein Gerücht gemacht, über das nun Millionen Näheres wissen möchten." Der ehemalige Pressesprecher von Königin Elizabeth II., Dickie Arbiter, sagte: "Ich hätte vornehm geschwiegen." Der Staatsrechtler Lord St John of Fawsley meinte: "Es ist eine äußerst riskante Strategie. Das Risiko besteht darin, dass der Appetit immer größer werden wird, je mehr man dazu sagt."

Prinz William sucht Gespräch mit Ex-Butler

Das Königshaus hatte in den vergangenen Wochen bereits unter den "Enthüllungen" des Ex-Butlers von Prinzessin Diana, Paul Burrell, zu leiden. Charles' älterer Sohn Prinz William (21) bemüht sich zurzeit um ein Gespräch mit dem ehemaligen Vertrauten Dianas, um ihn zu überreden, seine lukrativen Buch- und Presseveröffentlichungen einzustellen. Burrell hat in Interviews gesagt, auch er sei über die Vorwürfe, um die es jetzt geht, informiert. Diana habe den Ex-Diener, der sie erhoben hat, 1996 dazu befragt und das Gespräch auf Tonband aufgenommen.

Im vergangenen Jahr soll die Königsfamilie bereits große Befürchtungen gehabt haben, dass die Vorwürfe mitsamt des Tonbands eine zentrale Rolle in einem Diebstahlsprozess gegen Burrell spielen würden. Nach Einschätzung mancher Zeitungen war dies der wahre Grund dafür, dass Königin Elizabeth den Prozess platzen ließ, indem sie Burrell überraschend entlastete.

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