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2. Oktober 2002, 10:22 Uhr

Jugendliche halten Tampon für Verhütungsmittel

Erschreckendes Ergebnis einer repräsentativen Umfrage bei Jugendlichen: 20 Prozent halten Tampons für ein Verhütungsmittel. Die Defizite bei der Aufklärung.

© dpa

Bei der sexuellen Aufklärung von Jugendlichen gibt es nach Angaben des Münchner Instituts für Jugendforschung (ijf) zum Teil erhebliche Defizite. So gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts fast 20 Prozent der Jugendlichen an, ein Tampon könne ein geeignetes Verhütungsmittel sein. Ebenso meinten mehr als die Hälfte, dass man beim Petting nicht schwanger werden könne.

536 jugendliche befragt

Auch über die richtige Anwendung der Anti-Baby-Pille wussten 8 Prozent nicht Bescheid. Zu ihrer Einnahme gaben 3 Prozent »einmal monatlich« an, 2 Prozent sagten »immer kurz vor dem Sex«, 2 Prozent »immer kurz nach dem Sex« und 1 Prozent meinte »nach jedem Essen«. Bei der Umfrage des zur Roland-Berger-Gruppe gehörenden Instituts waren im August insgesamt 536 Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren befragt worden.

Junge Frauen wissen besser Bescheid

Generell wissen junge Frauen der Umfrage zufolge über Sex und Verhütung besser Bescheid als ihre männlichen Altersgenossen. »Auch wenn für Verhütung nach Meinung der Jugendlichen beide Partner gleichermaßen zuständig sein sollten, ist damit Verhütung in der Praxis weiter Frauensache«, erklärten die Demoskopen. Die Lücken in der sexuellen Aufklärung erkläre auch die stetige Zunahme von Teenager-Schwangerschaften und ihren Abbrüchen in Deutschland.

Aufklärung ist Müttersache

Ansprechpartner in Verhütungsfragen ist für 46 Prozent der Jugendlichen die Mutter, für 30 Prozent sind es Freunde oder Freundinnen, aber nur 15 Prozent gaben hier ihren Arzt oder ihre Ärztin und nur 14 Prozent den Vater an. Die gesamte Aufklärung ist ohnehin vor allem Müttersache: 50 Prozent der Befragten wurden von der Mutter aufgeklärt, 40 Prozent von Lehrern. Väter dagegen spielen bei diesem Thema nur eine untergeordnete Rolle: Sie führen höchstens »Männergespräche« mit ihren Söhnen, dies aber auch nur bei jedem dritten männlichen Befragten, teilte das Institut mit.

Sex noch vor der Volljährigkeit

»Das erste Mal« gilt besonders Mädchen immer noch als ganz wichtiges Ereignis. Allerdings will die große Mehrheit der Befragten mit dem Sex nicht bis zur Volljährigkeit warten, geschweige denn bis zur Hochzeit. Auch auf die große Liebe wollen Jugendliche nicht mehr unbedingt warten: Nur ein Drittel findet dies noch angebracht.

 
 
 
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