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Striptease auf Seite 260

Nacktheit gehört in der Modewelt zum Alltag. Dass sich ein Mann komplett entblößt, bleibt jedoch ein Tabu. Männermodel Jarrod Scott empört mit seinem Striptease für die Zeitschrift "Vogue Hommes".

  Männermodel Jarrod Scott auf dem Titel der aktuellen "Vogue Hommes International".

Männermodel Jarrod Scott auf dem Titel der aktuellen "Vogue Hommes International".

Es gibt kaum ein Tabu, das in der Modewelt noch nicht gebrochen wurde. Frauen tragen Männerkleider, Männer tragen Frauenkleider. Nackte Brüste, Bäuche, Beine, Hinterteile - das alles wurde schon auf den Laufstegen dieser Welt entblößt. Erst vor wenigen Tagen empörte die britische Stylistin Katie Grand mit einer Produktion für das französische Modehaus Louis Vuitton. Grand inszenierte Models als nackte Prostituierte in den Straßen von Paris. Nur eines gilt noch immer als anstößig: Schamhaare. Nacktheit ja, aber bitte so, dass nicht alles zu sehen ist. Umso größer ist nun die Entrüstung, dass das französische Modemagazin "Vogue Hommes International" in seiner aktuellen Ausgabe einen Mann unten ohne zeigt, inklusive Schambehaarung.

Den Titel der Modebibel ziert das australische Model Jarrod Scott. Der 23-Jährige trägt eine Anzugjacke locker über die nackten Schultern gelegt, der Reißverschluss seiner Hose ist offen, die Schambehaarung deutlich zu sehen. Der Titel ist nur ein Vorgeschmack darauf, was den Leser im Heft erwartet. Dort ist unter dem Motto "Freiheit" eine neunseitige Fotoproduktion mit Scott zu sehen. Der Australier mit italienisch-deutschen Wurzeln trägt Mode der Luxusmarken Gucci, Bottega Veneta, Dolce & Gabbana und Hermès. Seite für Seite ist Scott mit weniger Kleidung am Leib abgelichtet - bis er am Ende komplett nackt da sitzt. Ein künstlerischer Coup oder obzöne Provokation?

Im Internet wird Scotts Striptease kontrovers diskutiert. Heiß, finden ihn die einen, abstoßend die anderen. Vor allem Männer, an die sich das Magazin ja eigentlich richtet, können mit Scotts nackten Genitalien offenbar wenig anfangen. "Welcher echte Kerl wird schon von so einem Titel angesprochen oder möchte Jarrod Scotts Penis sehen", schreibt ein User auf der Modeplattform "Fashion Copious". Ein Twitter-Nutzer fragt: " Wie viel Geld hat Jarrod Scott wohl bekommen, damit er sich für 'Vogue Hommes International' komplett auszieht?".

Ästhetik hin oder her - am Ende sind die Bilder des norwegischen Fotografen Sølve Sundsbø vor allem eines: eine Hommage an Modemacher Yves Saint Laurent. Der 2008 verstorbene Designer posierte bereits Anfang der Siebziger hüllenlos, um sein erstes Männerparfum zu bewerben. Ein Motiv, das das französische Modehaus immer wieder kopierte. Zuletzt im Jahr 2002 als sich das Männermodel Samuel de Cubber vollständig entblößte. Die Fotos für die damalige Anzeigenkampagne schoss übrigens Sølve Sundsbø. Jener Fotograf, der nun das umstrittene Shooting für "Vogues Hommes International" inszenierte.

jum
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