Als in diesem Jahr die Kameraleute des englischen Fernsehsenders BBC in T-Shirt und Jeans die Linse auf die Royalen Reihen richtete, sah sich die Königin höchstpersönlich genötigt, einzuschreiten. Sie bekundete gegenüber den Ascot Funktionären ihr deutliches Missfallen. Die Herren wurden gebeten, unverzüglich Abhilfe zu schaffen. Woraufhin die Stilbrüchigen zum nächsten Kostümverleih eilten, um kurz darauf mit Zylinder und Stresemann ausgestattet zurück zu kehren.
»Früher waren Hüte ein Zeichen dafür, dass man mit der Masse ging, heute sind sie eher ein Symbol für Rebellion«, sagt der hippe Hutmacher Philip Treacy, dessen extravagante Kreationen sicherlich auch in diesem Jahr wieder für Furore in Ascot sorgen werden. Wo sonst, wenn nicht auf dem legendären Rennplatz, kann Frau zeigen, was der Kopf trägt? Hüte sind Kunstwerk und Hingucker zugleich. Das Outfit oder gar die Person darunter ist endlich mal zweitrangig.
Anke Mönning