
Die Werbekampagne kann H&M als durchschlagenden Erfolg feiern© DPA
Die Mode lebt von der Hysterie, oder zumindest träumt sie davon - die H&M-Geschichte ist also für mich, was man einen "Designer's dream" nennt.
Alles ist erlaubt. Das ist doch typisch für unsere Zeit. Früher wäre so etwas unmöglich gewesen - darum amüsiert es mich.
Peinlich ist mir nur, dass H&M so viele Leute verstimmt hat. Die haben nämlich nicht genug der Teile produziert und sie nicht einmal in der Hälfte aller Läden verkauft. Das finde ich nicht nett, besonders den Kunden in kleinen Städten und den Ländern im Osten gegenüber. Das ist Snobismus im Antisnobismus!
Nein! Es war toll, mit den Leuten von H&M zu arbeiten, jeder hat jedem geholfen, damit es ein Erfolg wurde. Aber die unverständlichen Entscheidungen der Direktion in Stockholm nehmen mir jede Lust, so etwas noch einmal zu machen. Was mir zum Beispiel gar nicht gefällt: Gewisse kleine Konfektionsgrößen wurden größer gemacht. Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute. Das war die ursprüngliche Idee. Viele in den 80ern erfolgreiche Modeunternehmer wussten damals immer alles besser - und heute sind sie fast alle verschwunden. Das wünsche ich H&M nicht. Aber wozu sich über Vergangenes aufregen, ich bin schon beim nächsten Schritt. Am Wochenende werde ich die neue Werbekampagne für Adidas fertig fotografieren.
Die Idee gefällt mir - aber ich kann auf die Frage nicht mit ja antworten. Wie würde das klingen? Die französische Tageszeitung "Libération" sieht mich auf der gleichen Höhe wie Nicole Kidman - das ist dann ja wohl doch übertrieben.