
Zeigt her eure Waden!© Amok
Die Modemacher versuchen immer wieder, den Rock in der Männermode zu etablieren. Dries van Noten, Tommy Hilfiger, Paul Smith, Anna Sui, Burberry haben es jüngst wieder probiert, Walter Van Beirendonck zeigte sogar den Mini. Kaum zu glauben, aber auch der schwäbische Herrenschneider Hugo Boss führt seit über zwei Jahren eine Art Rock-Ersatz für den Herrn: ein großes Tuch, das um die Hüfte geschlungen werden kann.
Jetzt hat sich das ehrwürdige Londoner Victoria & Albert Museum des Männerrocks angenommen: »Men in Skirts« präsentiert bis zum 12. Mai 2002 an die 60 Röcke zeitgenössischer Modemacher und artverwandte Beinkleider unter historischen, soziokulturellen Aspekten plus Spezial-Event: Männliche Models defilieren in Röcken durchs Museum.
Größter Förderer des Männerrocks war und ist Jean Paul Gaultier. »Wir sollten die gleichen Kleidungsstücke tragen können wie die Frauen«, fordert der Designer, seit er 1986 einen Mann in Nadelstreifensakko, Röckchen und Leggings auf den Catwalk schickte. »Wir sollten sogar Make-up tragen, ja, Lippenstift.«
Überhaupt, die Gleichberechtigung. »Früher hieß es immer, schöne Frauen seien dumm«, meint der gefeierte Designer-Liebling Gaultier. Heute dürfen auch schöne Männer dumm sein.» Aber hat das jetzt irgendetwas mit Röcken zu tun?