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14. Oktober 2009, 15:43 Uhr

Vorsicht, Hungerhaken

Zumindest bei erwachsenen Frauen scheint der Einfluss der Magermodels und Lagerfeld-Vorwürfe geringer als befürchtet. Anders als Sandra und ihre Altersgenossinnen weiß Merle, dass die perfekten Bilder der perfekten Frauen nicht real sind. Da wird retuschiert, verlängert, gestaucht, manchmal entsteht aus drei Körpern einer. "Mit 15 wusste ich nicht, dass es Fake ist. Da dachte ich noch, wenn ich mir nur genug Mühe gebe, kann ich auch so aussehen", sagt Merle. Doch dann kamen Aufklärungskampagnen und Anzeigen mit "normalen" Frauen wie die von Dove, The Body Shop oder aktuell die Aktion von "Brigitte". "Die waren einschneidend, weil sie zeigen, wie sehr die Plastikmädchen unsere Sehgewohnheiten prägen."

Auch Sarah, 39, 1,79 Meter, 64 Kilogramm, BMI 19, sieht im Mager- und Perfektionswahn keine Bedrohung: "Das ist doch nicht echt, das betrifft nicht das wirkliche Leben. Die sind nicht schlank, sondern krank."

Zwischen Kate Moss und Beth Ditto ist viel Platz

Bleibt der Blick auf die blanken Zahlen. Das Statistische Bundesamt hat sich im Jahr 2005 die Körpermaße der deutschen Bevölkerung angesehen und kam zu folgendem Schluss: Die deutschen Frauen sind eher zu dick als zu dünn. Falls Sie ein Mann sind und gerade in Schadenfreude ausbrechen: Bei Ihnen sieht es noch schlimmer aus.

Mehr als die Hälfte der deutschen Frauen ab 18 Jahre hat Idealgewicht. 28,7 Prozent sind übergewichtig, 12,8 Prozent stark übergewichtig, 3,8 Prozent werden als untergewichtig angegeben. Erfreulichere Zahlen finden sich bei Kindern und Teenagern. Laut der von der Regierung vor zwei Jahren veröffentlichten "Kiggs"-Studie sind 78 Prozent der 3 bis 17-Jährigen in diesem Lande normalgewichtig. Sieben Prozent liegen allerdings drunter. 15 Prozent sind übergewichtig bis fettleibig.

Aber was solll frau denn nun mitnehmen aus der ganzen Aufregung über hervorstehende Rippen, weltfremde Designer und Gewichtstabellen? Dass weder die über- noch die untergewichtige Frau Vorbild sein sollte. Dass zwischen Kate Moss und Beth Ditto verdammt viel Platz für ein gutes Leben ist. Und dass Sie - wie es das Dove-Kampagnenvideo "Angriff" auf den Punkt bringt - mit ihrem Kind reden sollten, bevor es die Schönheitsindustrie tut.

Von Sophie Albers, Body-Mass-Index 21
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KOMMENTARE (10 von 17)
 
autsch31 (16.10.2009, 04:11 Uhr)
Alltag versus (Alp-)Traumwelt
@facilidad_de_ser (14.10.2009, 19:00 Uhr)
..."Die durchschnittliche ... Frau... ... ist 1.65 Meter gross und wiegt 72 Kilo"
...verdient ihr Geld nicht mit computergeschönten Bildern, ...ist körperlich und seelisch belastbar, arbeitet in allen, auch anstrengenden Berufen, ...ist Mutter, Grossmutter, Tochter, Schwester, Freundin, Kollegin....
Wären Euch die als magersüchtiges Model lieber?
Also mir nicht....
sternlegucker (15.10.2009, 15:01 Uhr)
heisser tip
wenn also die medien daran schuld haben, warum lasst ihr nicht die glotze aus, meldet eure magazinabos ab und tut stattdessen was für seele, körper und geist? dann fühlt ihr euch besser und werdet auch positiver wahrgenommen. ihr werdet dann schon sehen, dass schönheitsideale in eurem kopf entstehen und für mich als mann hat jede frau ihren reiz. man(n) muss sich nur die mühe machen, ihn zu entdecken. ob dick, dünn, groß, klein, rot, blond, schwarz, brünett... ist total wurscht. hauptsache, es geht euch gut.
Motzerator (15.10.2009, 12:06 Uhr)
Magermodells sind out!
Was nützt ein nettes gesicht, wenn darunter die Knochen klappern? Wer hat schon lust, mit knochen zu kuscheln? Fakt ist, die hübsche Beth Ditto würde mir 1000 mal besser gefallen, als Kate Knochengerippe und auf den laufstegen sollte man beides sehen, und die Größen dazwischen ebenso. Dann hat jeder was zu gucken, die Knochenfans genauso wie die Anhänger schöner weicher Rundungen. Was aber noch viel wichtiger ist, die Menschen würden begreifen, das sie so ganz ok sind, wie sie sind.

Swissmiss (15.10.2009, 09:30 Uhr)
@ Albatros111
Betrachten Sie sich einen Tag lang sämtliche die Frauen und Mädchen, denen Sie in Werbung, Film und Fernsehen begegnen. Und, sehen Sie auch nur eine Handvoll an normal gebauten (nicht dicken) Frauen? Nein? Nun, stellen Sie sich vor, Sie sehen diese Bilder jeden, wirklich jeden Tag. Kaum je ein Bild einer normalen Frau (oder dann nur in einer Nebenrolle). Das setzt auf die Dauer fast jeder Frau zu. Sicher sehen die meisten Frauen ein, dass es ein unrealistisches Körperideal ist, aber du fühlst dich als Frau trotzdem schlecht, bekommst das Gefühl, nicht zu genügen. Du kannst dich diesem überdünnen Körperideal gar nicht entziehen, weil es omnipräsent ist und musst gar nicht Hochglanzmagazine ansehen. Betrachten Sie doch nur mal die Hauptdarstellerinnen aus Desperate Houswives oder anderer Abendserien und Filme. Von den Werbungen wollen wir gar nicht erst reden (wo sogar für Glace und Schokolade mit Untergewichtigen geworgebn wird). Männer habens da (noch) besser, da die Palette an männlichen Schönheitsidealen grösser ist.
Swissmiss (15.10.2009, 09:19 Uhr)
Werbung schuld am Dicksein
Ich denke, dass gerade die ständige Präsenz ultradünner Mädchen und Frauen in TV und Werbung auch dazu beiträgt, dass so viele Frauen übergewichtig sind. Du bekommst als Frau stets suggeriert, dass du einfach nicht genügst. Viele Frauen resignieren, da sie merken, dass sie dieses (vermeintliche) Ideal nie erreichen werden und stopfen das Essen erst recht rein. Sicher nicht der Hauptgrund für Übergewicht, aber dieses überezichnete Ideal trägt mit dazu bei, dass man sich als Frau schlecht fühlt.
semse (14.10.2009, 19:04 Uhr)
Modewelt und ihre Tücken
Es ist die Modewelt sie ist weit weit weg das soll die Modewelt für die normamlos darstellen etwas unerreichbares den welcher Exzentrische Startdesigner will sein Fummel auf Frauen sehen die wie jede andere Aussieht ?
Karl hat nie gesagt nehmt euch diese Modells als Schönheit ideal das tut ihr doch selber und beschwert euch dann das ihr nicht so sein könnt, nehmt euch doch lieber Angela Merkel dann klappst schon.
facilidad_de_ser (14.10.2009, 19:00 Uhr)
Die durchschnittliche deutsche Frau...
... ist 1.65 Meter gross und wiegt 72 Kilo.
Wäre Euch die als Model lieber?
Also mir nicht....
laketahoe (14.10.2009, 18:43 Uhr)
@stern00
Genau!
Um als Model zu den ganz wenigen zu gehören, die wirklich gut oder sehr gut verdienen, muss man perfekt für den Beruf geeignet sein.

Es reicht nicht, superschlank und riesengroß zu sein und ein sehr hübsches Gesicht zu haben. Man muss zierlich wirken und sehr fotogen und telegen sein und das ist nun mal nicht jeder hübsche Mensch. Und, man muss, zumindest für den Printbereich sein Gesicht sehr gut beherrschen.... und so weiter.

Das entspricht in etwa der Wahrscheinlichkeit, sich erfolgreich als Astronaut zu bewerben, wenn es um die Spitze der Branche geht.

Heidi Klum hätte heute als Anfängerin null Chancen, eine gute internationale Agentur zu finden.

Aber wie gesagt, es gibt diese Models, die in Größe 34 oder 36 vom Zehnmeterbrett reinspringen können und einen mehr als gesunden Appetit haben und sehr erfolgreich an der Spitze der Branche arbeiten.

Das Gerede um Size Zero (32) ist größtenteils Quatsch!

In der Pret a Porter regiert 34. Das ist zierlich und fragil genug, wenn man bedenkt, dass die Mädchen zwischen 1,78 und 1,84 groß sind. Size Zero tragen allerhöchstens dürre Knirpse wie Victoria Beckham.
Sanjoaquin (14.10.2009, 17:36 Uhr)
Nulldenkengeschreibsel
So, so, 400 - 600 Werbeanzeigen sieht eine Frau pro Tag, ist ja interessant. Bei 8 Stunden Schlaf ist das eine Anzeige alle zwei Minuten. Welche Frauen sind gemeint: STERN-Schreiberinnen, die sich den ganzen Tag durchs Internet klicken oder Hartz-IV-Empfängerinnen, die rund um ihre Couch 9 Fernsehgeräte laufen haben? Und dann noch die Wahnsinnserkenntnis, dass zu dick nicht gut ist, zu dünn aber auch nicht. Dieser Artikel ist wieder eine Antwort auf die Frage, warum kein Mensch bereit ist für Web-Content zu bezahlen.
stern00 (14.10.2009, 17:22 Uhr)
am Ende
zählt aber eben doch, dass wir Männer ein fest eingebautes Belohnungszentrum für attraktive Frauen haben: jung (= straffer Bauch), gebährfähig (=Hüfte), Ernährungsfähig (=Brüste) und belastbar (=Po). So ein Ideal können wir nicht wegdiskutieren.

Allerdings sind auch nur 1% der Männer beim entsprechenden Männerideal, so dass es nur normal ist, dass 99% aller Leute irgendwo weit weg davon sind und trotzdem glücklich werden.

Dicke Models machen aber trotzdem nicht überall Sinn (außer bei Dove, die an eine Zielgrupper vekaufen, die foh ist, dass sie mal nicht unterdurchschnittlich abschneidet).

Extrem dünne Models und der Hype um Kindergrößen für Frauen ist natürlich auch gefährlicher Unsinn. Aber ehrlich gesagt: Mode ist Unsinn :)
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