
Modenschau des Labels Cerruti in Mailand© DPA
Hamburg ist die schönste Stadt Deutschlands. Auf ihre klassisch elegante Art.
Tja. Dabei war ich sogar einmal Produzent, mit drei Freunden zusammen. Leider wollte niemand den Vertrieb übernehmen, und so wurde der Film nur ein einziges Mal gezeigt - bei einer Privatvorführung des Regisseurs. Jeder von uns Produzenten hat dann ein Viertel des Films mit nach Hause genommen.
Reiner Zufall. Ich kam zum Set von "Der Guru", um ein Kleid bei Kelly Preston abzuliefern, da rief der Regisseur: "Wir brauchen hier jemanden, der so aussieht wie ein Modemacher!" Ich bekam sogar einen Wohnwagen gestellt.
Das kam nach und nach, weil so viele Schauspieler Kunden meines Geschäfts waren: Belmondo und Mastroianni, Alain Delon, Orson Welles.
Salvador Dal'. Während sein Gefolge ihm die Kleider hielt, stand er gestikulierend mitten im Geschäft und sprang in langer Unterhose umher. Meine Seligsprechung erfuhr ich, als eines Tages drei wichtige Herren gleichzeitig in meiner Pariser Herrenboutique auf Shoppingtour gingen: Karl Lagerfeld, Hubert de Givenchy und André Olivier, Cardins rechte Hand.
Er machte sich bezahlt, nicht nur weil er all die Drehbücher prüfte, die man mir schickte. Eines Tages standen drei Männer gleichzeitig auf dem Oscar-Podium, und alle trugen Cerruti: Jack Nicholson, Clint Eastwood, Warren Beatty. Ich bin, glaube ich, der Einzige, dem das je gelang.
Dabei hat Giorgio Armani von mir erst alles übers Filmgeschäft gelernt. Jahrelang waren wir die Einzigen, die sich um Kostüme kümmerten. Bis sich dann Anfang der Neunziger alle Modehäuser auf Hollywood schmissen. Das Überangebot an Designern bei gleichzeitigem Mangel an Filmstars trieb die Preise in absurde Höhen. Wir hatten nie dafür bezahlt.
Ich habe meine Drehbücher vorher immer gelesen und modische Aspekte bei der Ausstattung beiseite gelassen. Michael Douglas zum Beispiel bekam in "Basic Instinct" Anzüge von mir, die zu groß waren, um elegant zu sein. Das sollte zeigen: Mit diesem Mann geht es bergab. Jeremy Irons trägt in der "Affäre der Sunny von B." ein Bustier, denn jemand vom Stande eines Claus von Bülow wendet nicht den Kopf, wenn er angesprochen wird - er wendet den ganzen Körper. Tom Hanks verlor während der Dreharbeiten zu "Philadelphia" nicht genug an Gewicht, um sein Elend zu zeigen; also haben wir gleichzeitig seine Anzüge immer größer gemacht. Bei diesem Film hatten übrigens schon einige Modemacher vor mir abgelehnt, weil sie mit dem Thema Aids nicht in Verbindung gebracht werden wollten.
Das einzig Spannende sind jene Kreise, in denen jeden Abend Partys gefeiert werden.
Zu Michael Douglas. Lange Zeit haben wir uns einmal pro Jahr getroffen: er und seine Frau, der Fotograf Paolo Roversi, die amerikanische Journalistin Barbara Walters und, bis zu seinem Tod, Christopher Reeve. Wir alle haben am 25. September Geburtstag.
Nein, allein deswegen nicht, weil mein Körperumfang sich verändert hat. Zwei Konfektionsgrößen sind am Ende dazu- gekommen. Aber trotzdem hat er mir stets Glück gebracht.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 21/2005