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9. Mai 2007, 15:06 Uhr

Berlin big im Big Apple

Berlin ist "Stadt des Designs"- und kann das in New York an wichtigster Stelle auch beweisen. Der MoMA-Design-Store in Soho verkauft ab heute Designerstücke aus der Hauptstadt. Von Viola Keeve

Die Ausstellung "Destination: Berlin" bringt einen Hauch deutsche Hauptstadt ins New Yorker Museum of Modern Art (MoMA)© Chris Hodros/Getty Images

So viel internationaler Glanz fiel selten auf die Kreativmetropole an der Spree: Mit seiner Ausstellung "Destination: Berlin" verkauft das weltberühmte New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) zum ersten Mal mehr als 80 Produkte von 20 Berlinern in seinem "Design Store" in Soho. Viel Ungewöhnliches und Schräges wird zu sehen sein: eine Spieluhr "Mozartkugel aus Eiche" der Produktdesigner Jörg Adam & Dominik Harborth, ein Mini-Kamin aus Stahl von Ronen Kadushin oder eine goldene Menschenkette von Ina Seifart.

Aber auch Schlichtes und Praktisches liegt im Soho-Design-Store aus, wie die Reise-Uhr von RoomSafari, die durch Wenden die passenden Zeitzonen in Berlin und New York zeigt, oder das besondere Geschenk, die kleine Kartonage "Baby Foot Print" von Marlies von Soden. Die Idee entstand, als ein Freund der Künstlerin vor einem Jahr von den Füßchen seines Säuglings vorschwärmte. "Das hat mich so gerührt, dass ich sofort an eine Kartonage beim Orthopäden dachte, die für Einlagen verwendet wird, und sie ihm geschenkt habe."

Im Ausland sind deutsche Designer erfolgreicher

In Deutschland ist Designerin Marlies von Soden eher ein Geheimtipp, obwohl sie schon seit zehn Jahren in Mailand ausstellt und selbst Star-Regisseur Robert Wilson einige ihrer Lampen besitzt. "Anders als in Deutschland gehen Menschen in Mailand oder Paris auf ein Design zu, was sie nicht kennen, sind mutiger und begeisterungsfähiger." Das könnte sich mit dem Ruhm aus Big Apple für einige ändern.

Aus dem Holzball klingt "Voi Che Sapete" aus der "Hochzeit des Figaro"© MoMa Berlin

"Je weiter wir weg gehen, desto besser wird unser Image im Ausland", sagt Sebastian Peichl vom Designer-Netzwerk Create Berlin. "In Deutschland herrscht Berlin gegenüber zurzeit noch eine gewisse Skepsis. Wir glauben aber, dass Berlin das Zeug hat, die Designmetropole Nummer eins in Europa zu werden." Vielleicht war er deshalb auch der richtige Berater für die Kuratoren des MoMA, die im vergangenen Jahr in Berlin zwei Tage nach avantgardistischen Designern und Produkten gesucht haben.

Da darf auch Wowi nicht fehlen

"120 Produkte kamen in eine engere Auswahl", sagt Jörg Wichmann von Create Berlin, dem die Boutique "Berlinomat" in Friedrichshain gehört, die 180 heimische Künstler führt. "Wichtig waren Kriterien wie Originalität und Preis-Leistungsverhältnis, und wie gut sich das Produkt im MoMA-Store verkaufen lassen wird." Und wenn dort so viel Wirbel um deutsches Design gemacht wird, darf auch Klaus Wowereit nicht fehlen.

Am 17. Mai eröffnet der Bürgermeister mit einer 30-köpfigen Delegation den "Berlin Day" mit der Ausstellung "Koffer aus Berlin". Kreative wie DJ Paul van Dyk, Modemacher wie Kaviar Gauche und Michael Michalsky, das Architekturbüro Graft, Illustrator Olaf Hajek und Möbeldesigner Prof. Werner Aisslinger zeigen, was sie mit ihrer Hauptstadt verbinden. Bei Michael Michalsky ist es ein Berlin-Aschenbecher, eines seiner ersten T-Shirts, Kondome, eine türkische Fahne und ein Currywurst-Fertiggericht. Da knüpft er an Bekanntes an: "Wurstel" kennt man ja in Big Apple schon, jetzt also auch zu bewundern im MoMA, im amerikanischen Design-Olymp.

Mitarbeit: Cathrin Dobelmann, Karolina Burbach

Links Mehr finden Sie im Internet unter www.moma.org und www.iloveberlin.tv

Von Viola Keeve
 
 
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