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25. Januar 2008, 14:30 Uhr

"Aus Fehlern gelernt"

Weniger Sponsorenrummel, mehr deutsche Mode: Die Berlin Fashion Week will in ihrer zweiten Ausgabe vieles besser machen. Von den Stardesignern aber kommen nur wenige. Von Stefanie Luxat

Fashion Week

Bruno Pieters (re.) präsentiert seine erste "Hugo"-Kollektion© Chris Moore/Catwalking/Getty Images

Wenn alles gut geht, werden die Models in dem Moment auf den Laufsteg treten, in dem das letzte Flugzeug das Rollfeld verlässt. Bei Verspätungen dürften sich einige Passagiere über die pompöse Begrüßung wundern: Am Sonntag eröffnet das Modelabel Hugo Boss in der Check-in-Halle des Flughafens Tempelhof die Berliner Fashion Week. Gezeigt wird die erste Kollektion des Belgiers Bruno Pieters, welcher der Marke mit seiner Kollektion für die Linie "Hugo" nach 14 Jahren wieder ein exponiertes Designer-Gesicht verleiht.

Vergangenen Sommer wollten noch alle ganz nah dran sein am eigentlichen Austragungsort der Fashion Week. Der Veranstalter IMG, eine weltweit operierende Vermarktungsagentur, hatte direkt unter dem Brandenburger Tor ein Zelt errichten lassen. Gut gelaunt ging man ins Rennen, um Berlin als Modemetropole im Veranstaltungskalender zwischen London und New York zu markieren. Etablierte deutsche Marken wie Strenesse und Puma, aber auch Newcomer-Label wie Michalsky beugten sich den Auflagen des Veranstalters, schenkten Sponsorensekt statt Champagner aus, luden Gäste wieder aus, weil kein Platz im Zelt war.

Neue Location, neues Glück

Eine Saison später zeigen nicht nur Hugo Boss, sondern auch Michalsky und Joop ihre Kollektionen "off-location", an selbst gewählten Orten. Die Euphorie ist gedämpft. Die Designerauswahl bei der Premiere habe enttäuscht, heißt es unisono. Zu viele Unbekannte. "Wir haben aus unseren Fehlern gelernt", beschwichtigt Massimo Redaelli, der Europachef von IMG. "Die neue Location im ehemaligen Postbahnhof ist größer, wir haben die Wartezeiten reduziert, und wir konzentrieren uns auf deutsche Designer." 18 Schauen in fünf Tagen - das schaffen andere Modemetropolen zwar in zwei Tagen, doch dafür funktioniert die Förderung deutscher Nachwuchstalente. So darf das Berliner Label Kaviar Gauche, Gewinner des "Karstadt New Generation Award" vom vorigen Jahr, ab dem 29. Februar seine "Concept by Kaviar Gauche"-Kollektion in 20 Karstadt-Häusern verkaufen.

Fashion Week

Die Hauptbühne liegt nun im ehemaligen Postbahnhof© Hubert Link/Picture Alliance

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Eine halbe Million Euro ist dem Senat die Modewoche erneut wert. Dafür erhofft man sich Einnahmen durch Touristen, die der Stadt circa neun Millionen Euro pro Tag bescheren sollen. "Die erste Fashion Week war ein wirtschaftlicher Erfolg für Berlin", so Wowereit.

Am Donnerstag der kommenden Woche soll der New Yorker Designer Zac Posen die Fashion Week glamourös beenden. Dem 27-jährigen Lieblingsschneider von Cameron Diaz und Gwyneth Paltrow zufolge ist Berlin wie das New York der 80er Jahre: "Da passiert alles, da entsteht Neues." Trotzdem kommt er nicht persönlich. Er müsse sich auf die New Yorker Fashion Week vorbereiten, heißt es. Gemeint ist: Er muss dort sein, wo die Geschäfte gemacht werden.

Aus ähnlichen Gründen gab der Designer Dirk Schönberger sein Debüt für die Joop AG im vergangenen Jahr nicht in Berlin, sondern auf der CPD in Düsseldorf, einer Händler-Messe. Nun aber kommt Schönberger ebenfalls ins Olympiastadion: "Unsere Teilnahme ist ein Signal für die Zukunft Berlins als Modestadt." Ein Designer redet wie ein Staatsträger - auch das gibt es nur in Berlin.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 05/2008

Von Stefanie Luxat
 
 
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