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Das müssen Sie über die Modewoche wissen

Zum siebten Mal in Folge bittet Berlin auf den Laufsteg. Vom 7. bis 10. Juli werden in der deutschen Hauptstadt die Kollektionen für Frühjahr-Sommer 2011 gezeigt. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Berlin Fashion Week.

Von Julia Mäurer

Model Milla Jovovich und das Label Calvin Klein sind die mit Spannung erwarteten Neulinge bei der Berliner Modewoche. Vom 7. bis 10. Juli ist die Stadt wieder ein großer Laufsteg. Tausende Aussteller, Einkäufer, Designer, Journalisten und Blogger werden sich mit einer zentralen Frage befassen: Was trage ich nächsten Sommer? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Berlin Fashion Week.

Was ist die Fashion Week Berlin?

Im Sommer 2007 bat Berlin das erste Mal auf den Laufsteg. Seitdem wird alle sechs Monate eine Modewoche in der deutschen Hauptstadt ausgerichtet; nun zum siebten Mal. Präsentiert werden die Kollektionen für Frühjahr-Sommer 2011. Auch wenn Kritiker immer wieder monieren, Berlin spiele im internationalen Konzert der #link;http://www.stern.de/lifestyle/mode/fashion-week-90322406t.html;Fashion Weeks' nur die zweite Geige, so hat sich die deutsche Modewoche doch längst im Schauenkalender etabliert. Sicher, es gibt keine Designlegenden wie in Mailand, keine Supermodels wie in Paris und keine Hollywoodstars wie in New York, dafür aber das typische "Ich-bin-ein-Berliner"-Gefühl, will heißen: jeder ist willkommen und kann am deutschen Modesommer teilhaben. Einziger Haken: Vom 5. bis 8. Juli finden in Paris die Haute-Couture-Schauen statt. Das dürfte die Präsenz des Fachpublikums etwas verringern

Wo findet die Fashion Week statt?

Bei der ersten Berliner Modewoche führte der Laufsteg noch direkt durchs Brandenburger Tor. Seit der zweiten Fashion Week ist der zentrale Austragungsort jedoch der Bebelplatz. Dort wird, ganz nach Vorbild der New Yorker Fashion Week, ein großes weißes Zelt errichtet. Mit 95 mal 30 Metern ist es fast so groß wie ein Fußballfeld. Im hinteren Bereich werden die Models geschminkt, in der Mitte thront der Laufsteg und ganz vorn findet das Schaulaufen der Stars uns Sternchen statt. Dass ausgerechnet am Bebelplatz eine Fashion Week ausgetragen wird, hat in den vergangenen Jahren immer wieder für Ärger gesorgt. Dort, wo 1933 von den Nationalsozialisten Bücher verbrannt wurden, dürfe 2010 keine Modeparty stattfinden, so die Argumente der Kritiker. Erst im Januar hatten der Berliner Ehrenbürger Edzard Reuter, die Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Lala Süßkind, und die CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters in einem offenen Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit gefordert, der Platz müsse "frei von trivialisierenden Massenveranstaltungen bleiben". Ohne Erfolg. Für die Veranstalter der Modewoche ist Mode genauso Kultur wie die Opern-Übertragungen, die auf dem benachbarten Platz Unter den Linden erlaubt sind. Ein Ende des Streits ist also nicht in Sicht und bis dahin findet die Berliner Fashion Week weiterhin am Bebelplatz statt.

Was bedeutet Off-Location?

Nicht alle Designer zeigen ihre Kollektionen im Modezelt am Bebelplatz. Vor allem Größen wie das deutsche Label Boss oder Edelschneider Michael Michalsky wählen selbst aus, wo und wem sie ihre neuen Entwürfe präsentieren. Für beide gilt: By invitation only! Also nur, wer eine persönliche Einladung hat, kommt in den Genuss der Show. Das Metzinger Modehaus Boss präsentiert dieses Mal seine Edellinie Boss Black im Park am Gleisdreieck, Michalsky mietet das Tempodrom. Aber auch junge Nachwuchsdesigner wie Frida Weyer, die im Januar noch am Bebelplatz zeigte, ziehen dieses Mal in selbst gewählte Locations.

Welche Designer sind vertreten?

Rund 40 Schauen in vier Tagen - so lautet das Programm für die siebte Berliner Modewoche. Damit beteiligen sich so viele Designer wie noch nie an der Fashion Week. Im Juli 2007, bei der Premiere der Modewoche, zeigten lediglich zehn Labels ihre Kollektionen. Zu den Dauerbrennern zählen die Schauen von Boss und Michalsky, aber auch Lala Berlin und Kaviar Gauche gehören längst zu den Höhepunkten der Fashion Week. Nach ihrer Zusammenarbeit mit Michael Michalsky im Januar 2010- Lala Berlin und Kaviar Gauche waren Teil der Michalsky Stylenite - zeigen beide Berliner Labels nun wieder am Bebelplatz. Die Ehre der Eröffnungsshow wird dieses Mal dem Münchner Designer Marcel Ostertag zuteil. Im Juli 2008 gewann er den Nachwuchspreis "Karstadt New Generation Award", mittlerweile gehört seine Show zu den begehrtesten am Bebelplatz

Wer ist das erste Mal dabei?

Die international bekannte Marke Calvin Klein ist das erste Mal bei der Berliner Modewoche vertreten. Die Show "The World of Calvin Klein" mit 50 Models soll die größte werden, die der amerikanische Designer je in Europa umgesetzt hat. Stattfinden wird das Ganze in der "Münze", einer ehemaligen Industriehalle. Der Berliner Architekt Jürgen Mayer H. steuert für den Abend eine Installation bei. Ebenfalls ein Debütant ist Schauspieler John Malkovich. Dass der zweifache Oscar-Preisträger auch Mode macht, dürfte vielen bisher entgangen sein. Im Sommer 2009 präsentierte Malkovich in Mailand die erste Kollektion seiner Herrenlinie "Technobohemian". Dieses Jahr nun also Berlin. Am Dienstagabend zeigt Malkovich seine Entwürfe in der Luxusboutique "The Corner" am Gendarmenmarkt.

Wer ist das Gesicht der Modewoche?

Nach den deutschen Models Eva Padberg und Julia Stegner wirbt mit Milla Jovovich erstmals ein international bekannter Star für die Berliner Modewoche. "Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Saison Milla Jovovich für das internationale Kampagnenmotiv unseres Mode-Engagements gewinnen konnten. Sie ist ein Multitalent - Model, Schauspielerin, Sängerin, Designerin und personifiziert Individualität durch Eleganz und Selbstbewusstsein", sagt Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz. Die gebürtige Ukrainerin begann ihre Modelkarriere im Alter von elf Jahren und feiert auch als Schauspielerin Erfolge. Jovovich reiste bereits im Januar 2009 zur Modewoche nach Berlin. Damals allerdings nur als Gast, um die Show des Labels Boss zu verfolgen. Dieses Mal kommt die 34-Jährige zum Arbeiten in die Hauptstadt und wird als Botschafterin der Fashion Week Rede und Antwort stehen.

Welche Promis werden erwartet?

Eines vorab: internationale Stars sucht man bei der Berliner Modewoche meist vergebens. Einzig das Metzinger Modehaus Boss schafft es immer wieder, namenhafte Promis in die Hauptstadt zu locken. Im Januar saß Schauspielerin Hilary Swank in der ersten Reihe, im Juli 2009 kamen Sienna Miller und Adrien Brody. Sonst muss man in Berlin mit lokaler Prominenz Vorlieb nehmen. Zu den Stammgästen gehören neben Boris Becker die Schauspielerinnen Jana Pallaske, Bettina Zimmermann oder Mariella Ahrens. Deutschlands Hollywood-Export Diane Kruger wird ebenfalls erwartet. Nur einer wird definitiv nicht kommen: Jérôme Boateng. Der Berliner steht auf der Gästeliste des Kaschmirlabels Allude, das Mittwochnachmittag seine Kollektion zeigen wird. Jérôme Boateng hat allerdings besseres zu tun, als bei einer Modenschau in der ersten Reihe zu sitzen. Er kämpft am Abend mit der deutschen Fußballnationalmannschaft in Südafrika um den Einzug ins WM-Finale.

Wie steht es um den modischen Nachwuchs?

Einmal im Jahr wird im Rahmen der Berliner Modewoche der Nachwuchswettbewerb "Designer for Tomorrow" veranstaltet. Zum nunmehr dritten Mal organisiert die Kaufhauskette Peek & Cloppenburg die Veranstaltung. Zuvor gab es den "Karstadt New Generation Award", der Designtalente wie Kaviar Gauche oder Marcel Ostertag hervorbrachte. Aktueller Preisträger der "Designer for Tomorrow"-Trophäe ist der Berliner Sam Frenzel. Er stemmte im Januar seine erste eigene Modenschau und wurde für die Entwürfe gefeiert. Nun treten erneut acht Kandidaten an. Alle mit dem Ziel, den Wettbewerb zu gewinnen, und so im Januar 2011 ihre Kollektion im Rahmen der Fashion Week präsentieren zu dürfen.

Was steht sonst noch an?

Die auf Streetwear spezialisierte Messe "Bread & Butter" steigt zum dritten Mal auf dem stillgelegten Flughafen in Tempelhof. 650 Aussteller sind in den historischen Hangars, auf dem Rollfeld und in der Schalterhalle dabei. Edler geht es bei der Messe "Premium" zu. Rund 900 Aussteller zeigen ihre Damen- und Herrenkollektionen auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände "The Station". Zudem läuft die auf Dessous spezialisierte Messe "5 Elements" und "TheKey.to", eine Messe für umweltbewusste Mode. Wer Abwechslung vom Modepublikum sucht, dem sei die Veranstaltung "Underground Catwalk" empfohlen. Am U-Bahnhof Alexanderplatz startet ein Sonderzug der Linie U5 und fährt bis zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Innerhalb von 45 Minuten zeigen Gothic- und Punklabels ihre Mode im fahrenden Zug. Dass der Zutritt erst ab 18 Jahren gewährt wird, hat gute Gründe: die Models treten schon mal barbusig auf.

Ist die Fashion Week eine fußballfreie Zone?

Diese Frage muss erlaubt sein. Immerhin interessiert sich die Mehrheit der Deutschen in dieser Woche sicher für Fußball, und nicht für Sommermode. Aber keine Angst, auch die Besucher der Berliner Modewoche können das Halbfinalspiel Deutschland gegen Spanien verfolgen. Auf der parallel stattfindenden Modemesse "Bread & Butter" wird ein Stadion für 5000 Besucher aufgebaut und das Spiel auf einer 60 Quadratmeter großen Leinwand übertragen. Vor dem Anpfiff gibt es ein Konzert des Reggae-Musikers Patrice.

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