Nicht nur Heizen, Autofahren und mit dem Flieger in den Urlaub düsen erzeugt das Klimagas CO2 - auch für die Erzeugung unserer Nahrung wird viel Energie verbraucht und die globale Erwärmung verstärkt. Besonders aufwändig ist die Produktion von Fleisch. Doch auch hier kann man CO2 einsparen. Von Maren Wernecke

Zur Herstellung des Futters für Rinder wird viel Energie und Dünger gebraucht. Meist wird es auch noch importiert© Jens Koehler/DDP
Rindfleisch Während Mutterkühe auch in der konventionellen Tierhaltung oft auf Weiden gehalten werden, steht ein Mastbulle in der Regel im Stall - oft auf Beton oder Spaltenböden; mindestens drei Quadratmeter Platz gelten als Richtwert. Rindfleisch zu produzieren ist besonders aufwändig, da die Energie, die in Pflanzenfutter steckt, zum großen Teil wieder verloren geht: Um am Tag rund ein Kilo an Gewicht zuzulegen, muss ein Mastrind fünf bis sechs Kilo Futter fressen. Wird das Tier getötet, kann nur etwa die Hälfte seiner Masse verzehrt werden.
Mastbullen bekommen überwiegend Maissilage. Gras, Getreide und Soja werden nur in kleineren Mengen zugefüttert. Mais fördert Bodenerosion und Auswaschung von Nährstoffen und muss außerdem intensiv bearbeitet und gedüngt werden. Zur Herstellung dieser Futtermittel wird viel Energie und Dünger verbraucht. Oft wird das Futter auch importiert, da beispielsweise Soja nicht in Deutschland wächst.
Problematisch für die Umwelt ist das potente Treibhausgas Methan, das die Rinder beim Wiederkäuen in großen Mengen produzieren und aus dem Maul ausstoßen. Aus Gülle und Mist wird außerdem Ammoniak frei, das zur Versauerung des Bodens und der Gewässer beiträgt und das Waldsterben fördert, sowie Phosphat, das zur Überdüngung der Umgebung führen kann. Rindfleisch enthält im Durchschnitt weniger Fett und mehr Eisen als Schweinefleisch.

Der Biolandbetrieb "Schultenhof" in Dortmund. Pro Kilo Bio-Schweinefleisch werden 1,2 Kilogramm Kohlendioxid frei© Kirsten Neumann/DDP
Bio-Schweinefleisch Halten Bio-Bauern die strengen Auflagen ein, braucht man sich um den Tierschutz wenig Sorgen machen: Bioschweine haben Anspruch auf Auslauf, in ihren relativ geräumigen Ställen liegt Stroh zum Spielen und Wühlen, es gibt getrennte Kot- und Liegeplätze, mindestens 50 Prozent der Fläche müssen ohne Spaltenböden sein. Bioschweine bekommen Stroh, Heu oder frisches Gras zum Fressen sowie Kraftfutter, das weitgehend ohne synthetische Dünge- und Spritzmittel angebaut wurde. Die Nahrung verwerten sie relativ gut: Um ein Kilo zuzunehmen, brauchen Schweine aus konventioneller Haltung rund drei Kilo Futter, Bio-Schweine nur wenig mehr. Bei Schweinen kann ein vergleichsweise großer Teil des Körpers gegessen werden - rund 70 Prozent.
Um Umweltbelastungen wie den Ausstoß von Ammoniak oder Nitratauswaschungen in Grenzen zu halten, dürfen laut EG-Ökoverordnung höchstens 14 Mastschweine auf einem Hektar Land gehalten werden. Nach Berechnungen der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig werden für jedes Kilo Bio-Schweinefleisch 1,2 Kilogramm Kohlendioxid frei. Und es wird fast nur die Hälfte der Energie benötigt, die konventionell erzeugtes Schweinefleisch verbraucht. Zu bedenken ist allerdings: Bio-Schweine werden länger gemästet, belasten die Umwelt stärker mit stickstoffhaltigen Exkrementen und liefern in der Regel weniger Fleisch.
Schweinefleisch enthält viel hochwertiges Eiweiß, außerdem B-Vitamine und Eisen. Allerdings liefert gerade fettes Fleisch auch gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel ungünstig beeinflussen können. Das Risiko, Antibiotika oder Rückstände von Medikamenten ungewollt mit zu verzehren, ist bei Öko-Fleisch geringer als bei konventionell erzeugter Ware.
stern.de präsentiert diese Woche alle Bereiche unserer Nahrung im Hinblick auf ihre Klimabilanz
Teil 1 - Fleischgenuss ohne CO2-Reue