
Azzedine Alaïa, 68, lebt für die Mode© Scott Gries/Getty Images
Azzedine Alaïa - einem breiten Publikum sagt dieser Name
nichts. Dabei bestimmt der Mann seit mehr als 20 Jahren
die Mode. Alaïa gilt als der Erfinder des tragbaren Sex. In den
80er Jahren machte er Lederkorsagen salonfähig, getragen von
Überfrauen wie Grace Jones und Naomi Campbell. Seitdem ist er
seiner Handschrift treu geblieben - er schneidert stets eine zweite
Haut aus Stoff.
Alaïa, als Sohn einer Bauernfamilie in Tunesien geboren, studierte
dort Bildhauerei und kam in den 50er Jahren nach Paris, um
die Académie des Beaux-Arts zu besuchen. Nebenbei arbeitete
Alaïa als Haushälter und Hausschneider der Comtesse de Blégiers
und lernte so die feine Pariser Gesellschaft kennen. Bald zählten
Marlene Dietrich und Greta Garbo zu seinen Kundinnen.
Anfang der 80er gründete Alaïa sein eigenes Atelier. Beim
Entwerfen denke er an den Körper der Frau, sagt er, nicht an die
Vergangenheit oder die Zukunft: "Die Jugend interpretiert die
Mode, und die Jugend lebt in der Gegenwart."
Mit seine Foundation fördert er den Nachwuchs
Dem Designer gehört ein ganzer Häuserblock im Pariser
Viertel Marais. Hier liegen sein Atelier, seine Privatgemächer und
seine Foundation, mit der Alaïa junge Fotografen, Modedesigner
und Industriedesigner fördert und ausstellt. Seine gesamte Belegschaft
wird täglich von seinem Chefkoch verpflegt.
Vier Stunden - mehr Schlaf braucht Alaïa nicht. "Ich will nicht
unnötig Zeit verschwenden. Wenn ich abschalten will, schaue ich
lieber 'National Geographic' im Fernsehen." Seine Kollektionen
präsentiert er jenseits des Modekalenders, wann er will, und er
lädt auch nur ein, wen er will: "Ich mache Mode, weil ich Mode
liebe, und nicht, um eine Show zu veranstalten."
Als Alaïa dieses Jahr von Nicolas Sarkozy der Orden der Ehrenlegion
- Frankreichs höchste Auszeichnung - angeboten wurde,
lehnte er ab. "Ich halte nicht viel von Auszeichnungen. Das ist nur
Deko; ich mag keine Dekorationen. Außer wenn Frauen meine
Kleider tragen - das ist eine wunderbare Dekoration."
Alber Elbaz
Er ist klein, rundlich und trägt eine
Riesen-Fliege. Bevor YSL von Tom
Ford versext wurde, arbeitete Alber
Elbaz an der Seite von Monsieur Yves
Saint Laurent. Seit 2001 ist Elbaz
der künstlerische Direktor von Lanvin, einem der ältesten Pariser
Modehäuser. Der 46-Jährige versöhnt das Moderne mit dem Femininen
und lockert die strenge Schneiderkunst etwa mit unvollendeten
Säumen auf. So bezaubernd, dass man sich gern die Nase am
Schaufenster auf der Rue du Faubourg Saint-Honoré platt drückt.
Miuccia Prada
Viele Frauen träumen davon, etwas
von Prada zu besitzen. Ein Parfüm,
eine Handtasche, ein Kleid. Miuccia
Prada, 59, gelingt es mit jeder Kollektion,
Menschenscharen in ihre Boutiquen
zu locken. In Tokio und Los Angeles sind diese von dem
Architekten Rem Koolhaas gebaut. Hier zeigt sich am deutlichsten,
wie traumgesteuert Frauen sind, wenn es um Prada geht.
Stefano Pilati
Der 43-jährige Mailänder stand oft
im Schatten: von Miuccia Prada
bei Miu Miu, von Tom Ford bei YSL.
Nach dem Abgang von Ford wurde
Pilati 2004 von Yves Saint Laurent
persönlich zum Kreativdirektor ernannt. Seitdem präsentiert er
das Label als kühn, selbstsicher und ultraschick. Die Kollektion für
den kommenden Herbst wurde von einer Model-Armee mit rabenschwarzem
Louise-Brooks-Bob präsentiert, in Robocop-Kleidern
aus feiner Wolle, im Rollkragenpulli zu weit geschnittenen
Zigarrenhosen. Darüber Wollmäntel, geschnitten wie Fracks.
Haider Ackermann
Sein Modestudium an der Akademie
in Antwerpen musste Haider
Ackermann, 37, aus Geldmangel abbrechen.
Er landete als Toilettenwärter in
einem Club. Dort begegnete er seinem
Kommilitonen Raf Simons (heute Kreativdirektor bei Jil Sander).
"Er stellte mich allen vor, die er kannte", sagt Ackermann. Das
brachte ihn nach Paris, wo er seine erste Kollektion fertigstellte.
Erste Show - voller Erfolg. Die weltweit führenden Boutiquen
bestellten. Das ist fünf Jahre her, in denen Ackermann durch seine
Silhouette so bedeutend geworden ist wie sein "Pate" Simons.
Azzedine Alaïa
Azzedine Alaïa - einem breiten Publikum sagt dieser Name
nichts. Dabei bestimmt der Mann seit mehr als 20 Jahren
die Mode. Alaïa gilt als der Erfinder des tragbaren Sex. In den
80er Jahren machte er Lederkorsagen salonfähig, getragen von
Überfrauen wie Grace Jones und Naomi Campbell. Seitdem ist er
seiner Handschrift treu geblieben - er schneidert stets eine zweite
Haut aus Stoff.
Alaïa, als Sohn einer Bauernfamilie in Tunesien geboren, studierte
dort Bildhauerei und kam in den 50er Jahren nach Paris, um
die Académie des Beaux-Arts zu besuchen. Nebenbei arbeitete
Alaïa als Haushälter und Hausschneider der Comtesse de Blégiers
und lernte so die feine Pariser Gesellschaft kennen. Bald zählten
Marlene Dietrich und Greta Garbo zu seinen Kundinnen.
Anfang der 80er gründete Alaïa sein eigenes Atelier. Beim
Entwerfen denke er an den Körper der Frau, sagt er, nicht an die
Vergangenheit oder die Zukunft: "Die Jugend interpretiert die
Mode, und die Jugend lebt in der Gegenwart."
Mit seine Foundation fördert er den Nachwuchs
Dem Designer gehört ein ganzer Häuserblock im Pariser
Viertel Marais. Hier liegen sein Atelier, seine Privatgemächer und
seine Foundation, mit der Alaïa junge Fotografen, Modedesigner
und Industriedesigner fördert und ausstellt. Seine gesamte Belegschaft
wird täglich von seinem Chefkoch verpflegt.
Vier Stunden - mehr Schlaf braucht Alaïa nicht. "Ich will nicht
unnötig Zeit verschwenden. Wenn ich abschalten will, schaue ich
lieber 'National Geographic' im Fernsehen." Seine Kollektionen
präsentiert er jenseits des Modekalenders, wann er will, und er
lädt auch nur ein, wen er will: "Ich mache Mode, weil ich Mode
liebe, und nicht, um eine Show zu veranstalten."
Als Alaïa dieses Jahr von Nicolas Sarkozy der Orden der Ehrenlegion
- Frankreichs höchste Auszeichnung - angeboten wurde,
lehnte er ab. "Ich halte nicht viel von Auszeichnungen. Das ist nur
Deko; ich mag keine Dekorationen. Außer wenn Frauen meine
Kleider tragen - das ist eine wunderbare Dekoration."