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Die Suche nach Topmodels auf Instagram und Co.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort war gestern. Wer sich im Model-Business auskennt, postet fleißig Bilder im Internet und kümmert sich um seine Fans. Denn heute sind die Model-Agenten längst nicht mehr nur in der realen Welt unterwegs.

Anna Christina Schwartz

Anna-Christina Schwartz aus Würzburg schaffte es auch dank Instagram zum international gefragten Werbegesicht

Gisele Bündchen beim Burger-Essen, Naomi Campbell beim Shoppen, Kate Moss im Flugzeug. Die Gelegenheiten, bei denen die Supermodels in den 90er Jahren entdeckt worden sein sollen, glichen Märchen. Die gute Nachricht 20 Jahre später: Wer heute als Model auf sich aufmerksam machen will, muss nicht mehr an Flughäfen oder Fast-Food-Theken auf den glücklichen Zufall hoffen. Der Weg in den Modehimmel führt über soziale Netzwerke; der richtige Instagram-Account kann der Karriere enorm helfen.

Den besten Beleg für den Erfolg liefert eine, die ihn selbst erlebt hat: Die Würzburgerin Anna-Christina Schwartz. Ihr Gesicht warb für BMW bis Mercedes, Garnier bis Maybelline Jade. Sie zierte das Album von US-Sänger R. Kelly, spielte im TV-Spot des Modelabels "Desigual" mit. Dank dafür gebührt auch: Instagram. Schwartz selbst hat dort bald hunderttausend Fans.

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Ein von Anna-Christina Schwartz (@annachristinaschwartz) gepostetes Foto am

"Es ist inzwischen sehr wichtig geworden, dort als Model aktiv zu sein, um sich selbst zu vermarkten", sagt Schwartz. "Sehr viele Kunden schreiben einen gezielt über Instagram an." Gerade im Model-Mekka New York, wo die 25-Jährige vor zwei Jahren von Bayern aus hinzog, geht ohne die Bilderplattform quasi nichts.

Viele Follower bedeuten Gewinn für die Agentur

Schwartz lässt ihre Inhalte seit Februar von einer eigenen Agentur managen. Die "Kitten Agency" kümmert sich gezielt um Social-Media-Stars und handelt für die "Top Girls" Verträge aus. Für Model-Agenturen bedeutet das: Je erfolgreicher "ihr" Model auf Instagram ist, desto mehr Gewinn fällt am Ende für sie ab.

Auch bei der Münchner Agentur "Louisa Models", bei der unter anderem Profis wie Julia Stegner in der Kartei sind, ist Instagram Pflicht. "Als Model kann man sich von der ganzen Welt aus bewerben, als Agentur spart man sich Kosten", sagt Chefin Vanessa von Minckwitz-Denz. Denn statt jedes potenzielle Gesicht einfliegen zu lassen, wird die Vorauswahl ganz einfach online getroffen.

Im Trend sind neuerdings sogenannte Hashtag-Castings, die von der Agentur IMG Models ins Leben gerufen wurden, wie von Minckwitz-Denz sagt. Die Agentur, die auch "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerinnen wie Lena Gercke und Barbara Meier unter Vertrag nahm, sucht sich seit neuestem über das Internet-Schlagwort #weloveyourgenes Newcomer aus der ganzen Welt. Das Motto: "Egal wo du herkommst oder von wem du abstammst, wir lieben deine Gene."

Marc Jacobs suchte Models über Twitter und Instagram

Ähnlich lief es auch bei Marc Jacobs ab, der im vergangenen Jahr einen Aufruf über seinen Account startete. Der US-Designer suchte per Instagram und Twitter potenzielle Werbegesichter für seine Frühjahr-Sommer-Kampagne. Interessierte konnten ein Foto schicken und sich unter dem Hashtag "#castmemarc" bewerben. Resonanz gab es prompt und weltweit. Auch bei "Louisa Models" soll es bald ähnlich ablaufen.

Oberste Priorität für Models hat der Inhalt, der auf Instagram veröffentlicht wird: gesundes Essen, keine Exzesse, Sport. Das sollen Frauen wie Männer gleichermaßen transportieren, sagt von Minckwitz-Denz. Und damit das bestmöglich gelingt, gibt es bei "Louisa Models" inzwischen eigene Coaches. "Wir zeigen ihnen, welche sozialen Netzwerke sie haben und was sie darauf posten sollten."

Hat die Bilderbuch-Karriere per Internet also den Traum von der Entdeckung am Flughafen oder im Schnellrestaurant überflüssig gemacht? "Einen Account aufzubauen dauert", sagt Schwartz. Wichtig sei nicht nur, zu wissen, was man postet, sondern vor allem, wie oft: "Das ist wie Aufstehen, Zähne putzen, zur Arbeit gehen, Mittagessen - und das jeden Tag."

Laura Lewandowski/DPA
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