Elektrische Schönheitsgeräte:
"Wie eine Fernbedienung für Ufos"
Sie summen, sie blinken, sie versprechen Wunder: Elektrische
Schönheitsgeräte sollen Falten vertreiben und Cellulite glätten.
Drei stern-Mitarbeiterinnen haben den Test gemacht.
1. Was taugen Schönheitsgeräte
für zu Hause?
Wenig. Bisher hat kein Hersteller wissenschaftlich
nachgewiesen, dass die Geräte
den versprochenen Nutzen erfüllen. Den
Konsumenten wird erzählt, sie könnten
damit denselben Effekt wie zum Beispiel
mit Botox erzielen. Dem ist nicht so.
Außerdem sind die Geräte überteuert. 2. Zwei unserer Testerinnen berichteten
dennoch von strahlender Haut …
Manche Geräte schaffen es, einen etwas
entspannter aussehen zu lassen. Sie
mildern kleine Augenfalten und bringen
die Haut zum Strahlen. Man kann damit
allerdings keine tiefen Falten beseitigen.
Und das Problem ist: Stellt man die
Behandlung ein, vergeht auch der Effekt. 3.Wer sollte auf jeden Fall die Finger
von diesen Geräten lassen?
Menschen mit trockener, sehr empfindlicher
Haut oder mit Neigung zur Neurodermitis.
So eine Behandlung könnte die
Haut zusätzlich irritieren und austrocknen.
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"Sie telefoniert
wieder mit den
Klingonen",
lautet der Standardspruch
meines Freundes, wenn
ich mein neues Spielzeug
auspacke: den "Light
590 Collagen Booster".
Er sieht aus wie ein Designerhandy
in schickem
Silber. Man drückt etliche
Sekunden auf den Knopf
an der Seite, schiebt die
Klappe auf. Darunter
sind blinkende Hubbel,
Leuchtsignale in gelborange.
Das Gerät könnte
auch die Fernbedienung
für ein Ufo sein. Genauso
außerirdisch erscheint die
Technik: Lichtwellen sollen
die Haut stimulieren,
Kollagen zu bilden. Das
geht zurück auf Licht-Forschungen der Nasa in
den 70er Jahren, lese ich
im beiliegenden Infotext.
Kollagen hält
die Haut frisch
und elastisch.
Nur zu, ich
lasse mir gern
die Knitterlandschaft unter
meinen
Augen wegbeamen, die
sich bildet, sobald ich
lache. Faltencremes helfen
wenig, Botox ist mir zu
riskant. Ich will kein eingefrorenes
Gesicht haben
wie Nicole Kidman. Lichtstrahlen
in Hochfrequenz:
45 Sekunden pro Tag an
die zu glättende Stelle halten,
sichtbare Wirkung
nach 28 Tagen, kommandiert
der Infotext. Ich
spüre ein leichtes Kribbeln
auf der Haut.
Angenehm. Warm wird
es nicht.
Die Lichtimpulse machen
mich wach an grauen
Wintertagen.
Der tägliche
Turboboost - irgendwie
intergalaktisch. Es tut gut,
sich ein paar Minuten im
Alltag ganz auf sich selbst
zu konzentrieren. Die
Belustigung der Kollegen
im Büro ignoriere ich,
ebenso wie die erstaunten
Blicke der Pendler am
Bahnsteig. Kosmische
Ergebnisse kann ich nach
einem Monat aber leider
nicht feststellen. Die
Krater sind ein bisschen
weniger tief - bilde ich
mir zumindest ein. Und
irgendwie fühle ich mich
strahlend, so von
innen heraus. Preis: 250 Euro.
Die Wunderwaffe verschießt ihre
Munition ganz ohne Getöse. Das
Gerät vibriert nicht mal, die Stille ist
fast enttäuschend. Wer der Cellulite
den Kampf ansagt, darf ruhig mit
Knallratterpeng auftreten. Laut Gebrauchsanweisung
soll "Cellulight"
die Dellen an Beinen, Bauch und Po behandeln
- plus das Fett an Oberarmen und Kinn. Fantastisch.
Als Testgebiet wähle ich den linken
Oberschenkel. Der ist zwar keine Hügellandschaft,
doch: Straffer geht immer. Und Lasertechnik
sei angeblich der letzte Schrei in Hollywood,
steht auf der Otto-Website, wo man
die Geräte kaufen kann. Und wer will nicht die
Beine von denen da drüben haben?
Leider verrät die Gebrauchsanleitung
nicht, wie lange man das Gerät
benutzen muss, um eine Wirkung zu
erzielen. Ich gab ihm drei Wochen.
Morgens massierte ich den Oberschenkel
mit einer koffeinhaltigen
Paste, abends mit einem Straffungsgel.
Wartete zehn Minuten, danach laserte ich
fünf Minuten das Bein.
Nach drei Wochen
habe ich mich halb nackt vor meine Freunde
gestellt und sie raten lassen: Welche Seite ist
gelasert? Die Hälfte war von dem linken Bein
begeistert, die andere vom rechten. Gibt es
ein schöneres Kompliment?
Insofern: Danke, Cellulight! Preis: 99,99 Euro.
Wissen Sie, was eine
Nasolabialfalte ist?
Nein? Das ist die
Linie, die sich vom
Nasenflügel in
Richtung Mund
zieht. Das war
auch für mich neu. Doch jetzt, da
ich weiß, dass ich eine habe, würde
ich sie gern glatt bügeln. Also
massiere ich sie - und zur Sicherheit
gleich mein ganzes Gesicht -
jetzt täglich mit "Sqoom", der neuen Anti-Falten-Waffe von Schick Medical. Der Ultraschallkopf
arbeitet mit einer Million Schwingungen
pro Sekunde, das soll die Kollagenproduktion
ankurbeln. Zusätzlich trage ich ein
Hyaluronsäure-Gel auf, das angeblich - dank
der Schallwellen - in den tieferen Hautschichten
Feuchtigkeit bindet. Dadurch soll mein Gesicht
glatter erscheinen.
Und siehe da: Vier Wochen
später ist meine Haut seidenweich und gut
durchblutet. Und die Nasolabialfalte? Sie ist
immer noch da. Das kann aber auch an meinen
Wurstbacken liegen. Preis: ab 597 Euro.