Mut zum Schuh:
Was Schuhe über einen Mann verraten
Eine kluge Frau schaut bei einem Mann zuerst auf die Füße. Er sollte sich also Mühe geben mit
der Wahl von Schuhwerk und Socken. Falls Sie da die ein oder andere Frage haben, erhalten Sie hier die Antworten. Von Cathrin Wißmann
Wie man sich kleidet, ist für viele eine individuelle Entscheidung. Wenn Sie aber in keinen Fettnapf treten möchten, prägen Sie sich die Antworten auf die grundlegenden Fragen ums Schuhwerk besser gut ein.
In einen gut sortierten Schuhschrank gehören mindestens zwei Lederpaare und ebenso viele Freizeitmodelle (zum Beispiel Segelschuhe oder Mokassins). Weil auch Schuhe einmal durchatmen müssen, sollte jeder Mann ein zweites Paar zum täglichen Wechseln besitzen. Für besondere Anlässe sind elegante Schuhe mit dünner Ledersohle ein Muss.
Da streiten sich Briten und Italiener. Der englische Gentleman beharrt darauf, dass sich braune Schuhe und gedämpftes Licht nicht vertragen, der Italiener dagegen verzichtet nur zu einer Tageszeit auf seine braunen Treter: Wenn er ins Bett geht. Der deutsche Mann ist da eher pragmatisch. Zu Recht. Denn braune Schuhe sind hierzulande auch nach 18 Uhr erlaubt; bei Abendveranstaltungen sollte man allerdings schwarze, elegante Schuhe tragen.
Nicht der Preis, sondern das Leder und die Verarbeitung zeichnen einen guten Schuh aus. Hängen noch Klebereste zwischen Sohle und Leder, stellt man das Paar besser zurück ins Regal. Wer keine Schweißfüße bekommen möchte, sollte darauf achten, dass die Schuhe aus echtem Leder gefertigt sind.
Bei rahmengenähten Schuhen werden die Einzelteile nicht geklebt, sondern miteinander vernäht. In die Sohle eingearbeitet ist ein weiches Korkbett, in dem der Fuß seinen Abdruck hinterlassen kann. Das macht rahmengenähte Schuhe so bequem. Sind sie maschinell gefertigt, kosten sie etwa 400 Euro. Von Hand verbundene Schuhe sind weitaus teurer: Einsteigermodelle beginnen bei etwa 600 Euro, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt.
Es gibt Mütter, die raten ihren Töchtern: "Schau dem Mann nicht in die Augen, sondern auf die Füße!" An ungepflegten Schuhen erkennt man den Hallodri, am polierten Lackmodell den Gentleman. Und Turnschuhe über 30? Tragen nur Männer, die nicht erwachsen werden wollen.
Zum Business-Anzug passt der Brogue, dessen Schaftkanten, manchmal auch die Vorderkappe, mit einem Lochmuster verziert sind. Hier gilt: je dezenter der Zierrat, umso eleganter der Schuh.
Der Oxford, ein schlichtes Modell mit geschlossener Schnürung, gilt als der förmlichste Schuh. Man trägt ihn in Schwarz zum Nadelstreifenanzug und zum Cut. Bei Veranstaltungen mit Smokingpflicht wählt man den Lackschuh.
Das hängt von der Sympathie ab, die Sie Ihrer Schwiegermutter entgegenbringen. Ist sie ein Schatz, tragen Sie gut polierte Lederschuhe; ist sie ein Drachen, darf ein ungeputztes Modell herhalten.
Sandalen sind wie Kurzarmhemden: Man trägt sie am Strand, nicht im Büro. Wer bei den Kollegen dennoch für Gesprächsstoff sorgen will, für den eignen sich die Modelle von Louis Vuitton und Lanvin. Als hätten sie sich von der Frauenmode inspirieren lassen, bieten sie edle Schläppchen und Bastsandalen mit Bändern zum Hochbinden, die sogenannten Espandrillos.
Was halten Sie von Frauen mit behaarten Beinen? Eben. Deshalb gilt auch bei Männern: Haare, die sich auf den Schienbeinen oder sogar den Zehen kräuseln, sind alles andere als sexy. Wer im Sommer trotzdem auf Strümpfe verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten, dass die Füße nicht wie schuppige Fische aussehen - und vor allem nicht so riechen.
Damit die Behaarung nicht aus dem Hosenbein quillt, sollten Männer generell Kniestrümpfe tragen. Wer prekäre Situationen vermeiden will, sollte sie stets auf Löcher überprüfen. Ansonsten ergeht es ihm wie dem damaligen Weltbank-Chef Paul Wolfowitz: Als dieser bei einem Moscheebesuch in der Türkei die Schuhe auszog, lugten die großen Zehen aus seinen Strümpfen hervor. Weitaus peinlicher sind allerdings Männer, die Sandalen mit weißen Tennissocken kombinieren. Das weiß doch jeder? Eben nicht. Modelabels wie Dsquared und Evisu haben die Sportsocken jüngst zurück auf den Laufsteg geholt. Dabei gehören sie nur dahin, wo sie herkommen: auf den Centre Court.
Die Strümpfe werden auf die Kleidung abgestimmt und sollten immer eine Nuance kräftiger sein als die Hose. Während sich bei offiziellen Anlässen dunkle Strümpfe in Schwarz, Blau oder Grau eignen, darf man tagsüber Farbakzente setzen. Erlaubt sind Streifen, Rauten und Paisleys - nur, bitte, keine Tiermotive.
Das A und O sind Schuhspanner. Sie verhindern, dass das Leder ausleiert und tiefe Falten bildet. Beim Putzen sollte man auf Selbstglanzschwämme verzichten, sie trocknen das Leder aus. Damit die Schuhe stets gepflegt aussehen, hilft nur eines: regelmäßiges Polieren. Einige Politurhersteller schwören dabei auf die Zugabe von Essig, Bier oder sogar Champagner. Wer den edlen Tropfen lieber trinkt, greift zu herkömmlicher Schuhcreme.
Es gibt wohl nichts dümmeres, als einem Mann zuerst auf die Füße zu schauen. Und es gibt wohl nichts noch flüssigeres als diesen überflüssigen Artikel, der sich mit Luxusproblemchen einer selbstzufriedenen Gesellschaft zu befassen geruht :o)
... liegen hier in Deutschland leider weit auseinander und ein Blick in eine frei zu wählende Innenstadt reicht aus, um zu sehen, dass Deutschland in dieser Hinsicht ein Entwicklungsland ist, viel Ungepflegtheiten zur Schau getragen werden und vermutlich die meisten Fußgängerzonen in Strandnähe liegen.
Ein passendes Outfit für jede Gelegenheit lässt sich am einfachsten zusammenstellen, wenn die Basics stimmen. Wenn Sie die Grundregeln beachten, kommen Sie gut gekleidet durch die Arbeitswoche. mehr...