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28. Oktober 2011, 11:49 Uhr

Blut schmeckt meistens nach Erdbeere

Egal ob schauriger Pirat oder Frankenstein, viele Halloween-Fans peppen ihr Kostüm mit Kunstblut auf. Ob hellrot oder dunkelrot, klebrig oder tropfend - auf die richtige Mischung kommt es an.

Halloween, 2011, 31. Oktober

Der Geschäftsführer des Kunstblutherstellers Kryolan, Wolfram Langer, präsentiert sein Produkt© Britta Pedersen/DPA/LBN

Es riecht leicht süßlich und leuchtet granatrot: Kunstblut. Gerade an Halloween (31. Oktober) ist es für blutige Inszenierungen und Effekte gefragt. Mancher greift vielleicht einfach zu Ketchup oder irgendeiner anderen roten Flüssigkeit. Beim Kunstbluthersteller Kryolan in Berlin dagegen gibt es für verschiedene Anlässe immer das passende Rezept für die rote Mixtur.

Denn Kunstblut ist für die Firma eine Wissenschaft für sich: "Dazu gehören Verdickungsmittel, damit es nicht zu schnell oder zu langsam fließt, Feuchtigkeitsmittel, damit es lange frisch aussieht, Glycerin, Haftmittel - also eine ganze Reihe von Produkten", erklärte Wolfram Langer, Geschäftsführer bei Kryolan. Das Unternehmen in einer zweckmäßigen Backsteinhalle mit hohen Bäumen vor der Tür stellt neben Blutersatz vor allem Kosmetika und Theaterschminke her.

Wenn das künstliche Blut mit einem großen Mixer zusammengerührt wird, ist Rot dort nicht gleich Rot: "Es gibt helles, es gibt dunkles Blut. Es kommt darauf an, ob es von einer Vene oder einer Arterie sein soll", darauf müsse bei der Rezeptur für die Farbe geachtet werden, sagt Langer.

"Wunderbare Kratz- und Schorfverletzungen"

Größere Blutmengen liefert Kryolan weltweit vor allem an Theater und Filmstudios. Auch in Deutschland hat Kunstblut derzeit Konjunktur, sagt Halloween-Experte Dieter Tschorn, Pressesprecher der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie in Stuttgart: "Die Burg Frankenstein in der Nähe von Darmstadt ist eigentlich die Urzelle des deutschen Halloween. Und dort finden derzeit zum Beispiel fast täglich Veranstaltungen statt - wie nachgestellte Hinrichtungen - bei denen wird Kunstblut verwendet."

Auch für das Berliner Familienunternehmen Kryolan ist Halloween ein Geschäft. Wie Geschäftsführer Langer sagt, habe die Firma schon in den 70er Jahren Kunstblut in die USA geliefert, als Halloween in Deutschland noch kein Thema war - "zum Beispiel Blutkapseln, die man in den Mund nimmt und mit denen man simuliert, dass man aus dem Mund blutet", grinst Langer. Klingt ziemlich ekelhaft und drängt die Frage auf, wonach sein Kunstblut eigentlich schmeckt: "meist nach Erdbeere", erklärt der Experte trocken.

Für Gruselwütige, die ihrem Halloween-Gastgeber nicht den Teppich mit der roten, klebrigen Brühe volltropfen wollen, hat der Kunstblutexperte Langer noch einen Tipp: "Da gibt es Fixblut, das ist ein trocknendes Blut. An Stümpfen wirkt es, als ob man da blutet oder eben eine blutige Verletzung hat." Und mit dem "Fresh Scratch"-Blut ließen sich "wunderbare Kratz- und Schorfverletzungen" gestalten.

Katrin Müller, DPA
 
 
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