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21. März 2009, 10:41 Uhr

Guter Stil in schlechten Zeiten

Chef bei Hugo Boss - eigentlich ein Traumjob. Dafür tauschte Claus-Dietrich Lahrs Paris gegen Metzingen ein. Dann traf ihn die Krise. Ein Gespräch über Maßnahmen gegen den Abschwung, Feiern mit Kunden und über graue Haare.

Hugo Boss, Claus-Dietrich Lahrs, Wirtschaftskrise

Claus-Dietrich und Iris Lahrs bei der Eröffnung der Fashion Week 2009 in Berlin© Michael Gottschalk/DDP

Herr Lahrs, wie lange hält ein guter Anzug?

Drei Jahre garantiert. Wenn Sie ihn pfleglich behandeln, auch länger.

Warum sollten wir uns in schwierigen Zeiten wie diesen einen neuen Anzug leisten, wenn die alten Stücke noch in Schuss sind?

Wer gern Anzug trägt, hat Lust auf andere Schnitte, auf eine andere Farbe, einen neuen Stoff. Gerade in schwierigen Zeiten sollte man besonders gut angezogen sein.

Hat ein Bankangestellter, ein typischer Anzugträger, nicht gerade andere Sorgen?

Die Gruppe, die Sie meinen, geht regelmäßig ins Büro und will gut gekleidet sein. Wer die Stilfrage mit einem guten Auftreten verbindet, wird sich weiterhin bewusst kleiden. Vielleicht sogar bewusster als früher.

Sie sind nun seit sieben Monaten Chef bei Boss. Davor haben Sie als Manager bei Luxusmarken gearbeitet, zuletzt bei Dior. Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass etwas nicht stimmt in der Branche?

Die ersten Anzeichen, dass etwas passieren kann, waren im Frühjahr 2008 zu sehen. Danach ging alles so schnell, dass auch die Luxusbranche sich von der Erschütterung nicht mehr abkoppeln konnte. Früher hieß es immer, dass Luxus eine eigene Welt sei, aber das stimmt nicht mehr: Die Branche hat sich in den Jahren zuvor geöffnet und eine Breitenwirkung erzielt, die nicht mehr erlaubt zu sagen, wir sind von der Krise nicht betroffen. Luxus lebt von einem guten Gefühl, von einer guten Stimmung und von der Sicherheit, dass das, was heute ist, auch morgen noch Bestand hat. Wenn das alles schwindet, hat auch das Luxussegment einen schweren Stand.

Gab es nicht gnadenlose Übertreibungen der Branche?

Die Marken, für die ich gearbeitet habe, haben es nicht übertrieben.

Andere aber schon: Jeans für 600 Euro, Handtaschen für 10.000 Euro ...

Ich will die Preispolitik einzelner Marken nicht kommentieren. Aber: Alle Marken werden dieses Thema neu bewerten. Trotzdem fände ich es falsch, wenn die erfolgreichen Luxusanbieter ihre über Jahre entwickelte Preispolitik jetzt opferten, nur weil die Situation der Konsumenten im Moment etwas angespannter ist. Luxus muss Luxus bleiben.

Auch bei Boss?

Wir sind keine Luxusmarke, sondern eine Prestigemarke. Wir liefern zuverlässig und haben eine berechenbare kreative Aussage - das wird sich auch 2009 für uns auszahlen. Ich bleibe optimistisch.

Wenn die Geschäfte so gut laufen, warum haben Sie dann die Ausgaben für Werbung und Marketing gekappt?

Wir geben weiterhin viel Geld dafür aus, haben es aber neu verteilt: Wir müssen einerseits unsere starken Märkte, etwa Deutschland, verteidigen, deswegen haben wir auch an der Fashion Week in Berlin teilgenommen. Wir müssen aber auch neue Märkte erobern, vor allem in Asien.

Auf den Boss-Schauen in Berlin und Paris war ein wichtiger Geschäftsteil kaum zu sehen: die Accessoires.

Dieses Geschäft ist wichtig. Aber wir sind in erster Linie eine Modemarke, und in Paris wollten wir die Handschrift unseres Designers Bruno Pieters deutlich herausstellen. Vielleicht zeigen wir beim nächsten Mal mehr Taschen und andere Accessoires.

Reden Sie Bruno Pieters, der die junge Linie "Hugo" entwirft, beim Modemachen rein?

Wer sich zu einem Designer bekennt, muss ihm auch die Designhoheit überlassen. Reinreden ist nicht meine Aufgabe.

Zur Person

Zur Person Claus- Dietrich Lahrs, 45 und Sohn des ehemaligen Thyssen-Vorstands Karl-Heinz Lahrs, übernahm im August 2008 den Chefposten bei Hugo Boss. Zuvor arbeitete er bei Dior in Paris. Sein Vorgänger Bruno Sälzer hatte sich im Frühjahr 2008 mit dem Eigentümer des Modeunternehmens, dem Finanzinvestor Permira, überworfen. Lahrs, Diplomkaufmann, ist verheiratet und hat zwei Kinder

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
arniston (21.03.2009, 08:40 Uhr)
hugo boss,
is ja schon gut, gibts auch schon särge von hugo boss ?
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