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Nach diesen Gummibändern sind Kinder und Promis verrückt

William und Kate tragen sie, die Schulhöfe sind voll damit und auf Ebay erzielen sie unglaubliche Summen: Der Bastel-Trend "Loom Bandz" erobert die Welt. Wir erklären, was dahinter steckt.

Von Sarah Stendel

  David Beckham und Herzogin Catherine tragen Armbänder aus Loom Bandz

David Beckham und Herzogin Catherine tragen Armbänder aus Loom Bandz

Kennen Sie schon "Rainbow Loom"? Zumindest wer Schulkinder hat, wird diesen Sommer nicht um die Gummi-Ringe in Neon-Farben herumkommen. Ob als Armband, Ring, Schlüsselanhänger oder als kleine Tierchen - die Basteleien sind der neueste Trend auf den Schulhöfen von Sydney bis Berlin. Ausgestattet mit einem speziellen Loom-Webrahmen, einer Häkelnadel und unzähligen Gummibändern basteln sich die Kinder ihren eigenen Varianten. Und dann wird nach Herzenslust verschenkt, getauscht - und sogar verkauft.

Auf Ebay wurde Mitte Juli ein Kleid aus 24.000 "Loom Bandz" für sagenhafte 170.00 britische Pfund versteigert - allerdings soll der Käufer doch nicht gezahlt haben. Vielleicht, weil sich sofort unzählige Nachahmer fanden, die jetzt vom Loom-Bikini bis zum Loom-Stöckelschuh alles nur Erdenkliche zum Verkauf bieten. Sogar ein Tanga aus Loom-Bandz ist dabei. Die Arbeit mit den Gummi-Ringen ist eine Kunst für sich, gebastelt wird nach unterschiedlichen Vorlagen, vom Zick-Zack-Muster bis zur Fischgrätenoptik. Youtube ist voll mit Tutorials, die zeigen, was aus den unscheinbaren Gummibändern alles rauszuholen ist. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, ein Mädchen wirbt zum Beispiel für ihre "Barfuß-Sandalen" aus Loom Bandz. Ihr Video wurde über drei Millionen Mal aufgerufen.

  Ein "Rainbow Loom Bandz"-Set kostet um die 20 Euro

Ein "Rainbow Loom Bandz"-Set kostet um die 20 Euro

Herzogin Kate ist schuld am Hype

Verstärkt wird der Hype durch Promis, die sich mit den quietsch-bunten Armbändern zeigen. Der vierfache Vater David Beckham kombinierte bei seinem Wimbledon-Abstecher im Juli ein neon-farbenes "Loom Bandz"-Schmuckstück zum edlen Anzug. Der US-Moderator Jimmy Kimmel ließ sich für seine Show ein komplettes Outfit aus "Loom Bandz" herstellen. Und Prinz William und Herzogin Kate wurden im Frühjahr auf ihrer Australien- und Neuseeland-Reise von unzähligen Kindern mit "Loom Bandz"-Kreationen beschenkt. Er habe zu Hause über 200 Stück davon, soll William gestanden haben. Und weil alles, was Herzogin Kate anfässt, zu Gold wird, stieg danach der Verkauf der Gummi-Ringe in Großbritannien mal eben um das 20-fache.

Sehr zur Freude des Amerikaners Cheong Choon Ng aus Michigan. Er steckt hinter der simplen Bastel-Idee, die gerade die Welt erobert. Seine Töchter liebten es, mit Gummibändern zu spielen und steckten ihren Vater an, erzählte der aus Malaysia stammende Maschinenbauer der "New York Times". Vater und Töchter stellten sich beim Basteln so geschickt an, dass eine Geschäftsidee daraus wurde. 2011 investierte Cheong Choon Ng 10.000 Dollar in sein Projekt und ließ die Loom-Kits in China herstellen. Mittlerweile soll seine Firma geschätzt 100 Millionen Euro wert sein.

Die Gummis können gefährlich werden

Dabei sind auch kritische Stimmen zu hören: In Großbritannien wird darüber diskutiert, wie sicher die "Loom Bandz" sind, nachdem ein Junge die Gummibänder über Nacht an seinem Finger ließ und so die Blutzirkulation gefährlich abschnitt. Und auch für Haustiere und kleinere Kinder können die kleinen Gummis wegen der Verschluckgefahr gefährlich werden.

Doch das wird den Hype um die "Loom Bandz" wohl nicht stoppen können: Erst seit wenigen Wochen sind die bunten Gummi-Ringe samt Webrahmen und Bedienanleitung auch in Deutschland erhältlich.

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