Stiftung Warentest:
Energiesparlampen im Langzeit-Test
Energiesparlampen verbrauchen weniger Strom, halten länger und sind günstiger. Stiftung Warentest hat in einem Langzeitversuch herausgefunden, von welchem Hersteller die besten Lampen kommen.
250 Millionen Glühbirnen haben die Deutschen im vergangenen Jahr gekauft. Dabei gibt es eine - in fast jeder Hinsicht - bessere Alternative: Energiesparlampen. Ihr Stückpreis ist zwar höher als der von Glühbirnen, doch im Betrieb machen sie sich schnell bezahlt.
Während eine herkömmliche Glühbirne im Schnitt nach 1000 Stunden ausgebrannt ist, halten manche Energiesparlampen länger als 19.000 Stunden, wie ein Dauerversuch von Stiftung Warentest ergeben hat. Im Klartext: Eine gute Energiesparlampe kann 19 gewöhnliche Glühbirnen ersetzen.
Energiesparlampen im Test
Bereits im Juni 2004 begann der Test der Stiftung Warentest: 27 Energiesparlampen waren auf dem Prüfstand, darunter Modelle von Osram, Philips, Megaman, Aldi und Ikea.
Die Prüfer testeten:
die Lebensdauer
den Stromverbrauch
die Belastbarkeit durch häufiges An- und Ausschalten
die Helligkeit im Verlauf des Dauerbetriebs
Das Ergebnis: Die Energiesparlampen konnten durchweg überzeugen. Bis auf ein Modell erhielten alle das Prädikat "gut" oder "befriedigend". 9 Lampen leuchteten länger als 19.000 Betriebsstunden - das sind über zwei Jahre. Die geringste Brenndauer betrug immerhin noch über 4500 Stunden, mehr als viermal so viel wie der Schnitt bei gewöhnlichen Glühbirnen.
Im Test ganz vorn: die Modelle der Marke Osram. "Sie sind nicht nur sparsam und haltbar sondern auch schaltfest", so das Fazit der Tester. Bei häufigem An- und Ausschalten reagierten nämlich einige Energiesparlampen empfindlich, im Extremtest mit vielen schnellen Schaltvorgängen gingen 12 Modelle vorzeitig kaputt.
Schlecht seien sie deshalb aber nicht, sagt Stiftung Warentest. Vor allem die Modelle von Ikea und Aldi egalisierten ihre Schwäche in der Schaltfestigkeit durch einen besonders günstigen Preis. Bei Ikea gibt es zum Beispiel Energiesparlampen schon ab 1,50 Euro pro Stück. Nach 80 Betriebsstunden hätte sich der Preis gegenüber gewöhnlichen Glühbirnen amortisiert, so Stiftung Warentest. Selbst bei häufiger Schaltung hält das Ikea-Modell über 6800 Betriebsstunden - normale Glühbirnen haben da schon lange schlapp gemacht.
Vier Millionen Tonnen weniger CO2
Energiesparlampen schonen den Geldbeutel und die Umwelt gleichermaßen. Gäbe es nach dem Vorbild Australiens auch hierzulande ein Glühbirnen-Verbot, würde sich der Stromverbrauch um sechs Prozent reduzieren, schätzen Experten. Laut Deutscher Energieagentur würden die Haushalte vier Millionen Tonnen weniger Treibhausgase pro Jahr produzieren. Mehrere Kohlekraftwerke oder ein bis zwei Atomkraftwerke wären dann quasi überflüssig. Europaweit wären es sogar 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger.
Allerdings lässt sich aufgrund von EU-Recht ein nationales Verbot nicht umsetzen. Deswegen fordert Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel europaweite Regelungen, um die Glühbirnen vom Markt zu drängen. Selbst die Industrie hält das für sinnvoll: Zum Vorpreschen Australiens, herkömmliche Glühbirnen künftig zu verbieten, sagte der Elektroverband ZVEI: "Die Tendenz bei uns ist, dem Beispiel des Landes zu folgen", so Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Die Industrie brauche aber eine gewisse Übergangszeit, um die Produktion komplett umzustellen.
Der Einsatz von Energiesparlampen zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus. Zwar sind sie als Einzelstück (1,50 bis 20 Euro) teurer als Glühbirnen (ab 0,59 Euro), aber dafür halten sie wesentlich länger. Wie die Untersuchung von Stiftung Warentest ergeben hat, leuchten die Sparlampen bis zu 19mal länger als Glühbirnen.
Außerdem verbrauchen die Sparmodelle viel weniger Strom - bis zu 80 Prozent weniger. Beispielsweise eine 11-Watt-Lampe besitzt die gleiche Helligkeit wie eine 60-Watt-Glühbirne.
Energiesparlampen sind Leuchtstoffröhren, die mit Quecksilber gefüllt sind. Beim Einschalten der Lampe verdampft das Quecksilber und setzt dabei ultraviolette Strahlung frei, die von der Leuchtstoff-Beschichtung im Inneren der Lampe in sichtbares Licht umgewandelt wird.
Energiesparlampen werden auch Kompaktleuchtstofflampen genannt, da gegenüber anderen Leuchstofflampen die Röhren kleiner, gebogen oder mehrfach gefaltet sind und dadurch die gleiche Leistung erbringen.
Energiesparlampen haben mit einer Brennzeit von etwa zwei Jahren eine vielfach höhere Lebensdauer als herkömmliche Glühbirnen. Sie könnn aber empfindlich auf häufiges Schalten reagieren. Eine Pause von zwei bis drei Minuten zwischen dem Ein- und Ausschalten erhöht die Lebensdauer von empfindlichen Modellen.
Alte Modelle von Energiesparlampen können für das menschliche Auge ein Flimmern erzeugen. Neue Modelle dagegen leuchten mit einer Frequenz von 40 000 Hertz; das menschliche Auge registriert Schwingungen nur bis 60 Hertz.
Farbige Zimmerwände mit leuchtendem Rot oder knalligem Pink können im Licht von Energiesparlampen bräunlich und matt wirken, da im Lichtspektrum der Sparlampen die Rotkomponente fehlt. Für solche Räume empfehlen sich normale Glühbirnen. Die Sparlampen sind mittlerweile auch in verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich.
Einige Energiesparlampen verlieren mit Laufe der Zeit ihre Helligkeit: Am Ende des Versuchs betrug beispielsweise Helligkeit einer Aldi-Lampe bei 69 Prozent. Bei einer Lampe von Philips betrug sie noch 94 Prozent - mit bloßem Auge ist der Unterschied zu dem Anfangswert nicht feststellbar.
Die Helligkeit von Energiesparlampen ist abhängig von ihrer Temperatur. Erst nach einer Aufheizphase von ein bis zwei Minuten strahlen sie mit voller Helligkeit. Kurz nach dem Einschalten erreichen sie nur etwa 50 Prozent der Endhelligkeit. Daher sind Sparlampen ungünstig in Räumen, die nur kurz beleuchtet werden. (z.B. Abstellkammer, Treppenhaus oder mit Bewegungsmelder gesteuerte Zufahrtsbeleuchtung).
Ein weiterer Nachteil vieler Energiesparlampen ist, dass sie sich nicht dimmen lassen. Nur wenige Modelle, die speziell gekennzeichnet sind, haben diese Funktion.
Eine Licht emittierende Diode (LED) ist ein künstlich hergestellter Kristall, der zu leuchten anfängt, wenn an ihn eine elektrische Spannung angelegt wird. Diese Technik wird bisher vielfach in Displays von elektrischen Geräten oder Autos sowie in Leuchtwerbungen eingebaut. Taschen- und Fahrradlampen mit LED sind vermehrt erhältlich.
Die Lebensdauer von einfachen LED-Leuchten kann bis zu 100.000 Stunden betragen, was einer ununterbrochenen Leuchtdauer von mehr als elf Jahren entspricht. Farbige LED benötigen bei gleicher Lichtstärke ein Zehntel der Energie einer Glühlampe.
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