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Keine Lust, sexy zu sein

Lady Gaga hält sich mittels Mode die Männer vom Hals: Auch Bloggerin Leandra Medine macht ihre Designerklamotten für ihr verkümmertes Liebesleben verantwortlich. Im stern.de-Interview erklärt sie, warum "Man Repelling" das Beste ist, was einer Frau passieren kann.

  Die prominenteste Vertreterin des "Man Repelling": Lady Gaga

Die prominenteste Vertreterin des "Man Repelling": Lady Gaga

Frau Medine, was ist Ihnen wichtiger - die Mode oder die Liebe? Die Mode, ganz klar. Wer braucht schon Gesellschaft, wenn man geometrisch gemusterte Hosen mit hoher Taille anziehen kann.

Sie wollen also ernsthaft behaupten, Ihre Leidenschaft für Haute Couture sei das Ende Ihres Liebeslebens?

Leider schon. Ich hatte mal eine Verabredung mit einem gut aussehenden Engländer. Er sagte: "Alles an dir ist niedlich - außer diesen dämlichen taillierten Shorts." Sie waren von Chloé, und von ihm habe ich nie wieder etwas gehört. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Und jetzt geben Sie Ratschläge, wie man sich mittels Mode die Männer vom Leib hält.

Eine Freundin wies mich darauf hin, dass der traurige Zustand meines Liebeslebens mit meiner Garderobe zusammenhängen würde: meine T-Shirts mit Schulterpolstern, die mir das Kreuz eines Football-Spielers verleihen. Mein Turban, die unidentifizierbaren Fellteile aus falschem Pelz, mit denen ich aussehe wie ein riesiges Kuscheltier von Toys'R'Us; geblümte Caprihosen, Fliegen, Riesenbrillen und waffenähnlicher Schmuck und natürlich MC-Hammer-Gedächtnis-Haremshosen - das sind Kleidung gewordene Verhütungsmittel. Ich habe angefangen, darüber in meinem Blog zu schreiben und so über mein Unglück triumphiert.

"Man Repelling" ist zu einem festen Begriff in der englischen Modesprache geworden. Aber warum wollen Frauen denn überhaupt männerabweisend gekleidet sein?

Ich halte "Man Repelling" für das beste Kompliment, das man einer stilbewussten Frau machen kann. Es bedeutet ja einerseits, dass man sich mit den Trends und Codes der Mode gut auskennt, und dass man sich so anzieht, wie man sich selber am besten gefällt - und nicht darauf achtet, ob man jetzt für Männer hot aussieht oder nicht. Die meisten Typen stehen ja auf einfallslose Kleidung wie enge Minikleider, viel Ausschnitt und kurze Röcke. Und schätzen es nicht besonders, wenn man bei einer Frau nicht erkennen kann, wo ihr Hintern aufhört und die Knie anfangen, weil diese Körperteile in der Haremshose verschwunden sind.

Haben Sie denn etwas gegen Männer? Nein, nein. Ich glaube auch nicht, dass irgendeine Frau morgens aufsteht und sich denkt, so, jetzt werde ich endlich all diese Typen in meinem Leben los. Das ist für mich auch nicht Botschaft meines Blogs, auf keinen Fall. Es geht nicht darum, Männer endlich loszuwerden, sondern darum, dass man sich so anzieht, wie man es selber gerne möchte. In meinem Fall führt das meistens zu dem gleichen Ergebnis.

Machen denn die Designer absichtlich Mode, die Sie als "Verhütungsmittel" bezeichnen würden?

Nein, ich glaube nicht, dass es da einen heimlichen Plan gibt, die Männer zu verärgern. Das Selbstverständnis vieler Designer ist doch, Kleidung als tragbare Kunst zu sehen, und mit ihren Kollektionen Dinge zu erschaffen, die es vorher noch nicht gab.

Viele Stars sind mittlerweile auch zum Man Repelling übergegangen …

Ja, da gibt es einige. Die Olsen-Zwillinge sind große Man Repeller, ihr Stil ist fantastisch. Und Alexa Chung, sie ist mein absoluter Liebling. Der Chanel-Anzug bei der Met's-Costume-Institut-Gala 2010 war nicht zu übertreffen. Und natürlich Sarah Jessica Parker und die gesamte fünfte Staffel von "Sex and the City". Erinnern Sie sich an ihren Vogelnest-inspirierten Hut, den Carry Bradshaw bei einem Date mit Jack Berger trägt? Er fängt an, sich über ihren Hut lustig zu machen und sie sagt einfach nur "Mein Hut ist fabelhaft" und rennt wütend davon. Carry Bradshaw war ein echter Man Repeller!

Und Lady Gaga?

Ich liebe Lada Gaga, aber ihre Kostüme kann man nicht nach Kategorien wie Trend oder Mode trennen, die sind davon ja völlig entkoppelt. Lady Gaga findet auf einer anderen Ebene statt, ich würde sie eher als Human Repeller bezeichnen.

Ist "Man Repelling" eine Gegenentwicklung zu dem super sexy Porno-Look vieler weiblicher Stars?

Ja, ich glaube es gibt viele Frauen, die einfach keine Lust mehr haben, sexy zu sein. Noch nie ging es in der Mode so sehr darum, die Grenze zur Kunst zu überschreiten wie heute, und noch nie war es so leicht, Kleidung als Medium zu betrachten, durch das man seine Persönlichkeit ausdrücken konnte. Das will ich ja auch mit meinem Blog sagen: Mädchen, zieht euch nur für euch an. Hört auf, Kleidung dem männlichen Blick anzupassen. Und die Männer, die ihr damit kriegt, sind am Ende sowieso die bessere Wahl, denn die stehen auf euren Intellekt. Das ist doch eine Win-Win-Situation, nicht wahr?

Ist "Man Repelling" feministisch?

Ich lasse mich ungern in Schubladen stecken, aber in jeder Frau steckt eine Feministin, auch wenn sie es nicht zugeben mag.

Sie leben in der Upper East Side bei Ihren Eltern …

Ja. Ich weiß, was jetzt kommt …

… das ist doch an sich schon sehr männerabweisend.

Absolut. Darum bleibe ich da auch noch eine Weile. Und wegen des Kleiderschranks meiner Mutter, ohne ihre Garderobe könnte ich nicht leben. Nein, im Ernst, ich habe längere Zeit in Paris gelebt und ich finde es jedes Mal großartig, in London zu sein. Aber ich würde auch wirklich gerne mal nach Berlin kommen, die Mode dort muss super sein. Angeblich sind die Frauen dort große Man Repeller.

Interview: Henriette Kuhrt

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