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Lady Gaga wagt sich auf den Laufsteg

Die ersten Reihen sind bei der Londoner Fashion Week prominent besetzt. Doch Lady Gaga schaut nicht nur zu, sondern läuft für den Hutmacher Philip Treacy selbst über den Laufsteg.

  Im burkaähnlichen rosa Ganzkörperumhang lief Sängerin Lady Gaga für den Hutmacher Philip Treacy über den Laufsteg

Im burkaähnlichen rosa Ganzkörperumhang lief Sängerin Lady Gaga für den Hutmacher Philip Treacy über den Laufsteg

Ein Vergleich zwischen US-Popstar Lady Gaga und der britischen Herzogin Kate ist schnell gemacht. Viele Punkte gibt es da nicht aufzuzählen. Einer davon ist aber der Ort, an dem sie sich für ihre stets weltweit beäugten Outfits inspirieren lassen. Das ist die Londoner Modewoche. Prinz Williams Frau Kate sitzt dort zwar nicht in den Zuschauerreihen, ist aber für ihre Vorliebe für britische Designer bekannt. Nun hat sich auch Sängerin Lady Gaga als Fan gezeigt. Sie besuchte eine Schau von Hutdesigner Philip Treacy und lief auch auf dem Laufsteg mit. Die Herzogin und die einst Fleischkleid tragende Popprinzessin - beider Geschmäcker werden in London bedient.

Treacy sei der "großartigste Hutmacher aller Zeiten", erklärte Lady Gaga, während sie in einen burkaähnlichen rosa Ganzkörperumhang gehüllt über den Laufsteg stakte. Sie zeigte sich außerdem in einer seiner Kreationen, einer Art Helm aus Blumen - nur aus einem Guckloch konnte sie die Schau verfolgen.

Schlichte Eleganz überwiegt

Der Brite Treacy steht für die Mischung aus verrückten, mutigen Ideen und tragbaren Stücken, die mittlerweile Londons Modewoche bestimmt. So kreierte er den als Brezel-Hut bekanntgewordenen Kopfschmuck von Queen-Enkelin Prinzessin Beatrice, den diese zur Hochzeit von Kate und William vergangenes Jahr trug. Gleichzeitig schafft er Modelle wie das, was Victoria Beckham beim selben Anlass anhatte: schlicht und elegant.

Ausgerechnet die vor allem bei Teenagern beliebte Modekette Topshop vertrat bei der Fashion Week für die Frühjahr- und Sommerkollektionen 2013 die schlichte, stilvolle Linie. Sauberes Weiß und Grau, klare Schnitte, an Etuikleider angelehnte Entwürfe, übergroße Sakkos und Westen bestimmten das Bild. Das Ganze kam mit Leihgaben aus den 1990er Jahren und viel Minimalismus daher. Für Kate gab es bei ihrem Lieblingslabel Issa elegante Kleider mit besonderen Elementen, etwa der charakteristischen Wickeloptik. Insgesamt waren die tragbaren Varianten der Sommerkleider oft entweder lang und wallend, oder aber eng und auf Figur geschneidert.

Lady Gagas Herz dürfte bei der Show von Red Label der britischen Mode-Ikone Vivienne Westwood höhergeschlagen haben. Blumenmotive, die Schnitte inspiriert von Bleistiftröcken und -hosen sowie weiblichen Blusen und Kleidern der 1950er Jahre. Wie erwartet sieht London Prints als großes Thema für den kommenden Frühling und den Sommer. Die sind mal von abstrakter Malerei inspiriert, mal mathematisch durchgeplant. Unzählige Ideen lieferten Nachwuchsdesigner bei den dazugehörigen Ausstellungen. Wer den kreativen und manchmal verrückten, und dabei trotzdem vermarktbaren Weg einschlägt, dürfte in London die besten Zukunftschancen haben.

Britta Gürke, DPA/DPA
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