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15. Juli 2010, 13:33 Uhr

Luxusmode per Mausklick

Luxusmode von Marc Jacobs, Donna Karan oder Burberry gibt es neuerdings im Internet. Früher als billiger Vertriebsweg für 0815-Kleidung verpönt, soll Online-Shopping nun gut betuchte Kunden anlocken. Von Ulrike von Bülow, New York

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Designer Marc Jacobs, der Promis wie Schauspielerin Jessica Biel zu seinen Kunden zählt, wehrt sich gegen das "Verramschen" seiner Mode© Dimitrios Kambouris/Getty Images

Bei "Saks", dem altehrwürdigen Edelkaufhaus auf der New Yorker Fifth Avenue, gibt es derzeit wieder einen großen "Designer-Sale": Die Sommerkollektionen berühmter Modemacher sind bis zu 60 Prozent reduziert. Da gibt es leichte Trenchcoats von Burberry, die eigentlich 1295 Dollar kosten, nun aber für 649 Dollar zu haben sind. Und Pumps mit Leopardenmuster von Dior, die von 970 Dollar auf 387 Dollar herabgesetzt sind. Oder geblümte Kleidchen von Marc Jacobs, die statt 1850 Dollar nur 739 Dollar kosten.

Für Schnäppchenjäger ist "Saks" in diesen Tagen ein Traum - für den man nicht einmal in die Fifth Avenue fahren muss, denn "Saks" bietet all die feinen Dinge natürlich auch online an. Doch ob Ausverkauf vor Ort oder auf der Website des Hauses - den Designern ist beides eine Nähnadel im Auge. Zu billig kommen ihre Entwürfe daher, zu gleichgültig. "Letztes Jahr war ich furchtbar genervt von den Kaufhäusern, die unsere Produkte dermaßen verschleuderten, dass ich wünschte, sie hätten nie die Verkaufsrechte dafür bekommen", erzählte kürzlich Robert Duffy, der Präsident der Luxusmarke Marc Jacobs, der "New York Times". "Sie setzten unsere Preise herunter, weil sie in Panik gerieten", sagte Duffy. Doch nun scheint es Marc Jacobs auch nicht anders zu gehen.

Auf der Website des flamboyanten Designers, dessen Marke geschätzte fünf Milliarden Dollar wert ist, gab es bislang viele Dinge: durchgestylte Videos von Angestellten, die ihren Job beschreiben. Filmchen von Fashion-Shows und Partys. Und ein Foto des Chefs, der von einem Kamel in Ägypten herunter in die Kamera schaut. Nur eines gab es nicht: Seine Mode zu kaufen. Im September aber eröffnet www.marcjacobs.com seinen Online-Store. Gut zehn Jahre, nachdem die meisten Otto-Normalverbraucher-Marken ihre Ausstellungsräume im Internet errichtet haben.

Kaufhäuser bieten Luxusmode zum halben Preis an

Modische Luxusunternehmen waren bislang der elitären Meinung, dass das Web kein Marktplatz zum Verkauf von exklusiven Produkten sei. Zudem gab es ein stilles Übereinkommen mit den Kaufhäusern, die ihre Waren führten, dass Topmarken nicht reduziert und verschleudert werden - doch dann kam die Rezession. Mit ihr gingen die Umsätze zurück und die Bekleidungsindustrie geriet unter Druck. Während Kaufhäuser die Preise von 1200 Dollar-Handtaschen halbierten, machten sich die Edelfirmen noch Gedanken um ihre Exklusivität und um mögliche Imageprobleme, denn was waren ihre Röcke noch wert, wenn sie bei "Saks" statt für 500 für 200 Dollar zu haben waren?

Nun aber sind sie offenbar gezwungen, zu handeln: Jimmy Choo, Hugo Boss, St. John, Theory, Lilly Pulitzer, Donna Karan oder La Perla haben damit begonnen (oder werden demnächst damit beginnen), ihre Produkte auf ihren Websites zu verkaufen. Hoffend, dass ihnen das neue Kundschaft bringt: Menschen, die es nicht gewohnt sind, in einen Laden zu spazieren und einen Verkäufer zu grüßen; Hauptsache, die Leute kaufen zum vollen Preis ein. "Die Luxusmarken wagen endlich den Sprung und etablieren online eine Verkaufspräsenz", sagt Jeffrey Max, Chef der Firma "Venda", die Technik für den Online-Vertrieb entwickelt. "Die Rezession zwingt die Hersteller, zu realisieren, dass sie nach Gewinn schauen müssen, wo immer sie ihn bekommen können."

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Alice Miller ist Anfang 30, Besitzerin zweier Boutiquen und ausgesprochener Mode-Fan. Die Textilfachwirtin bloggt über ihr Leben zwischen Fashionshows und Kalkulationen, dem neuen Sortiment und besonderen Kunden. Trifft sie unterwegs auf besonders gut gekleidete Menschen, fotografiert sie diese und zeigt dem Leser, wie Trends alltagstauglich werden. mehr...

 
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