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Fashion Week Berlin: Wo Sie Topmodel Toni Garrn beim Clubbing treffen

Anfang Juli wird Berlin wieder zum Epizentrum der Fashionwelt. Ein Ausblick auf den Niedergang von Janina Uhse, Hot Spots zum garantierten Treffen von Topmodels, und den neuen Ruhm von Schauspielerin Emilia Schüle.

Von Marie von den Benken

Toni Garrn

Das deutsche Supermodel Toni Garrn

Der letzte Tag der Berlin Fashion Week im Januar war gleichzeitig der erste Tag Donald Trumps als Präsident. Nun steht wieder eine Fashion Week ins Haus und nicht wenige wünschten sich, der politische Kreis würde sich schließen und der erste Tag der Fashion Week (übrigens der 4. Juli, in den USA immerhin der Unabhängigkeitstag) möge doch der letzte von Donald Trump sein. Das wird allerdings ein so frommer Wunsch bleiben, wie die Renaissance von selbstgestrickten Pullundern auf dem Laufsteg. Oder anders gesagt: Olaf Schubert wird nicht der neue Johannes Huebl und Trump bleibt erst mal POTUS.

First Girl On The Front Row

Abgelöst wird der US-Präsident also nicht. Vielleicht aber Janina Uhse. Sie war in den vergangenen Saisons die First Lady der Runway-Shows . Eine schnoddrige GNTM-Kandidatin (deren Namen ich nicht verraten darf, damit Janina ihr nicht demnächst in der Front Row mit einer YLS-Clutch die Frisur neu arrangiert) formulierte es mal so: "Die Uhse trifft man auch in jeder Dönerbude." Was die GNTM-Absolventin dort genau gesucht hat, bleibt unklar. Vermutlich die Show von Dönerteller Versace. Ja, ich weiß. Dieser Wortwitz ist älter als das Gammelfleisch an den Drehspießen der Imbissbuden in Kreuzberg. Es passte aber so gut und spätestens seit Mario Barth weiß man: Es ist nicht alles neu, was lustig sein soll.

Die Influencer Top 7

Aber genug von schlechtem Fleisch und schlechten Witzen. Kommen wir zu schlechten Karriereaussichten. Ihre Pole Position in der Front-Row-Rangliste wird GZSZ-Aussteigerin Uhse nämlich aller Voraussicht nach in dieser Saison verlieren. Zu viele Influencer scharren bereits mit den Hufen, um diesen Sommer mehr Prêt-à-Porter-Besuche zu sammeln, als Helene Fischer Buhrufe beim Pokalfinale. Meine Top-Seven-Liste der Influencer, die Janina Uhse entthronen könnten, findet ihr hier:

  1. Riccardo Simonetti
  2. Marina The Moss
  3. Nina Schwichtenberg
  4. Laura Noltemeyer
  5. Wana Limar
  6. Lisa Hahnbück
  7. Ailyin König

Clubbing mit Toni Garrn

Die Shows der Designer während der BFW sind natürlich nur über eine persönliche Einladung zugänglich. Und an die ist schwer ranzukommen, wenn man nicht tiefer mit der Fashion-Branche verwurzelt ist, als Jürgen Drews mit dem Ballermann. Was also tun, wenn man die Hautevolee der Instagram-Ikonen mal live erleben möchte? Als offizieller Influencer-Hunter gebe ich Euch gerne ein paar entscheidende Tipps. Ihr habt sie aber nicht von mir! Die beste Chance, einen Influencer in freier Wildbahn zu treffen, hat man, wenn man weiß, wo sich sein natürlicher Lebensraum befindet. Hier also die Top-Seven-Locations, an denen ihr Influencer-Elite während der tollen Tage an der Spree antreffen könnt:

  1. Frühstück im "A Never Ending Love Story" in der Kantstraße
  2. Mittagessen im "Kopps" in der Linienstraße
  3. Dinner im "Cookies Cream" in der Behrenstraße
  4. Shoppen im "Voo Store" in der Oranienstraße
  5. Gemütliche Retro-Kino-Atmosphäre im "Filmkunst66" in der Bleibtreustraße
  6. Cocktails bei cooler Live-Musik in der "Bar Tausend" am Schiffbauerdamm
  7. Nachts Tanztee mit richtigen Topmodels wie Toni Garrn in der "Kitty Cheng Bar" in der Torstraße

Nicht für die Schüle, sondern für das Leben lernen wir

Wer diese sieben Hot-Spots zwischen dem 3. und 9. Juli täglich brav abarbeitet, dem ist das Zusammentreffen mit GNTM-Kandidatinnen, echten Supermodels und Deutschlands Junior-Prominenz um Cathy Hummels oder Emilia Schüle quasi sicher. Für die Älteren unter den Lesern (hallo, Mama), hier kurz eine Einordnung: Cathy ist die Frau von Mats Hummels, Bloggerin und mag Soja-Latte. Emilia ist ein Neuzugang im Influencer-Hochadel. Die 24-Jährige wurde in Russland geboren. Dummerweise musste sie, nachdem ihre Eltern sie nach Deutschland brachten, in Filmen wie "Gangs" oder "Freche Mädchen" mitwirken und wuchs so quasi mit den Gebrüdern Ochsenknecht auf. Da soll noch mal jemand sagen, Einwanderern wird es in Deutschland zu leicht gemacht.

Wenn dieses Verhalten Schüle macht ...

Emilia hatte jedoch Glück und konnte sich mit Filmen wie "Tatort – Wegwerfmädchen" oder "Boy 7" von ihren Jugendsünden emanzipieren. Dieses Jahr merkte sie dann offensichtlich, dass man mit einer Million Followern auf Instagram mehr anfangen kann, als mit einer Million Wörtern in Drehbüchern und stieg ins Influencer-Geschäft ein. Gleich das volle Programm: Coachella, Levi's, Dior und natürlich Janina Uhse. Ja, ja, diese Influencer wissen schon, wo Marina the Most herholt.

Für mich keine Frage, dass Emilia auch für die Berlin Fashion Week auf ihr Hobby, die Schauspielerei, verzichten wird, um derweil in fantastischen Abendroben Bussis mit den Designern auszutauschen. Daran ist übrigens nichts Verwerfliches. Wenn man Lehrer ist und plötzlich merkt man, dass man mit einer Pommesbude zehn mal so viel verdienen kann – mal Hand aufs Herz: Wer würde denn da sagen: "Okay, Kohle schön und gut, aber Lehrer ist der herausforderndere Job." Also ich schon mal nicht, so ehrlich muss man sein.

Walz so schön war

Was man auf der Fashion Week neben dem Selfie-Marathon der Influencer nicht verpassen darf, sind die Salons. In gibt es drei besondere. Den Berliner Salon, der Mode, Kultur und Fotografie vereint. Dann den "Vogue"-Salon, mit dem Chefredakteurin Christiane Arp junge deutsche Designer fördert. Und natürlich den Salon von Udo Walz, bei dem sich Y-Sternchen zwischen ihren Terminen beim Casting von "Promi Big Brother" und ihrem Bewährungshelfer noch schnell die Haare machen lassen.

Insgesamt hat es Berlin nicht leicht. Belächelt von den vermeintlich echten Mode-Metropolen Paris, London, Mailand und New York, gilt die Berliner Modewoche eher als Klassenfahrt derjenigen, die es in Paris eben nicht bis auf den Catwalk geschafft haben. Das ist allerdings nicht unbedingt gerecht. Die Mode, die Designer wie Steinrohner, Lena Hoschek oder Lana Mueller auf die Runways der Hauptstadt bringen, muss sich nicht hinter den Defilés im Grand Palais verstecken. Und dass die Straßen Berlins während der BFW von (Möchtegern-)Fashion-Bloggern, Wichtigtuern, (selbst ernannten) Modeexperten und Zugangsberechtigungs-Schnorrern überflutet werden, daraus kann man ihr eigentlich keinen Strick drehen. Darum werde ich mich auch wieder ins Getümmel im Kaufhaus Jandorf werfen. Und natürlich berichten.

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie 

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