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28. Mai 2008, 09:30 Uhr

"Sex and the City"-Styling im Alltag

"Sex and the City" ist wieder einmal Thema Nummer Eins, denn ab dem 29. Mai gibt es ein Wiedersehen mit Carrie & Co im Kino. Die US-Erfolgsserie erobert die Leinwand – aber hat ihr Stil es auch auf deutsche Straßen geschafft? Von Ulrike Blieffert

Sex and the City, Kino, Styling

Shopping im extravaganten Styling - bei den Damen von "Sex and the City" völlig normal© Lucas Jackson/Reuters

Sie ist überall. Vom Cover der InStyle strahlt sie ebenso wie von dem der Brigitte. Ach nee, das auf der Brigitte ist gar nicht Carrie Bradshaw alias Sarah Jessica Parker. Nur ein Model mit nicht zufällig der gleichen Löwenmähne und den gleichen blitzblauen Augen. Jedenfalls gibt es zurzeit kein Modemagazin, das sich nicht an dem großen Werbefeldzug beteiligt und zumindest einen Artikel über den Kinostart von "Sex and the City" bringt. "Die Mode zum Film", "Carries Stylingtricks". Oder: "Gewinnen Sie eine der drei Carrie-Bags" - die Tasche in Form des Eiffelturms gibt es nämlich pünktlich zum Filmstart am 29. Mai bei Peek & Cloppenburg. Man fragt sich: Ist der Trend von den Medien gemacht? Oder ist das Styling von "Sex and the City" tatsächlich allgegenwärtig?

Chiffonkleidchen zu gelber Federboa und knallbunter Kopfbedeckung - ein Look, wie Carrie ihn im Film gern mal zum alltäglichen Shopping trägt, wird sich sicher nicht durchsetzen. Noch nicht mal Sarah Jessica Parker würde privat so herumlaufen. Erfahrungsgemäß sind es die modischen Details, die zum Trend werden. Wenn Patricia Field - geliebte wie gehasste Stylistin der Serie - Carrie beispielsweise ein Namenskettchen umhängt, dann wird aus kitschig plötzlich très chic. Und alle tragen es, genau wie die Anstecknadeln mit Blume oder sichtbare BH-Träger.

Einerseits liegt das daran, dass diese kleinen Dinge leicht kopierbar sind, und man sie sich leisten kann. Eines von Carries Designer-Outfits würde ja auch mehrere Monatsgehälter der meisten "Sex and the City"-Fans schlucken. Und andererseits ist es so, dass "Sex and the City" nicht nur die sexuellen Fantasien von Frauen zeigt, sondern vor allem auch deren Fantasien in Sachen Mode. Da darf ruhig dick aufgetragen werden. In die Realität nimmt man dann nur ein Souvenir vom großen bunten Modetraum mit.

"Sei niemals ein Opfer der Mode!"

Ein kleines Mädchen bedient sich an Mamas Klamottenkiste. Mit dieser impulsiven Freude scheint Stylistin Patricia Field ans Werk zu gehen. 85 Outfits trägt Carrie im Film und das Styling sieht nicht von ungefähr manchmal nach Flohmarkt aus. Große Designernamen sind für Patricia Field nämlich zweitrangig. Auch mit It-Bags, also Statussymbolen, die jede hat, würde sie Carrie niemals ausstaffieren. "Stil ist keine Frage des Geldes", sagt die 63-Jährige, deren Markenzeichen eine knallrot gefärbte Mähne ist. Konsequenterweise hat sie ein Armband, das im Film auftaucht für ein paar Dollar auf dem Kirchenbasar ergattert. Dass sie Frauen unmögliche Trends aufzwingt, muss sie sich nicht vorwerfen lassen. Patricia Field handelt aus dem Bauch heraus und empfiehlt allen Frauen dasselbe: "Trage keine Mode, die du nicht wirklich fühlst. Sei niemals ein Opfer der Mode!"

"Geht nicht" gibt's nicht!

Das bedeutet selbstverständlich auch, dass man alle Regeln brechen darf, wenn einem danach ist. 60-Jährige dürfen Minirock tragen, wenn sie schöne Beine haben. Man muss nicht jede Rundung mit Schwarz kaschieren, wenn doch Farbe soviel weiblicher ist. Und auch Dinge, über die die beste Freundin die Stirn runzelt, sind okay, wenn man selbst Spaß daran hat.

Wenn man bei dem schönen Wetter so durch die Stadt geht, fallen einem immer wieder Frauen auf. Eine, nicht mehr jung, mit orangerotem Ballerinaknoten und Gummistiefeln in derselben Farbe. Dann eine fröhliche Dicke mit knallrotem Schal zum quietschgelben T-Shirt und Eiscreme in der Hand. Oder die Sonnenanbeterin im geblümten Volantkleid, das wie man erfährt nicht von Marni, sondern von C&A ist. Sie haben "Sex and the City" wirklich verstanden. Wozu braucht man da noch Gladiatorensandalen à la Carrie oder eine Eiffelturmtasche aus dem Kaufhaus?

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Von Ulrike Blieffert
 
 
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