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... Strumpfhosen zum Aufsprühen

Nylon-Stockings können lästig sein. Also hat unsere Autorin ein neuartiges Beinkleid anprobiert: den Strumpf, der aus der Dose kommt. Nun wird sie ihn nicht mehr los.

Strumpfhosen haben einen Zwickel und ein paar Haken: Sie jucken, kratzen, und man schwitzt in ihnen. Aber ein Businesskostüm mit bloßen Beinen? Die Bundeskanzlerin unten ohne? Undenkbar. Nun scheint es eine elegante Lösung des Problems zu geben - künstliche Nylons zum Aufsprühen. Die Werbung klingt verheißungsvoll: einfach in der Anwendung, keine Streifen, kein Schwitzen, schnelles Trocknen für ein mattes Schimmern. Völlig neue Perspektiven ergeben sich auch für die Berufsgruppe der Bankräuber, beim Überfall endlich kein Einengen mehr durch das lästige Tragen von Strumpfmasken! Sämtliche menschliche Makel, Krampfadern, Narben, Sommersprossen, verschwinden unter dem mikrofeinen Sprühnebel, lese ich weiter. Auch Laufmaschen sind mit der Strumpfhose aus der Dose passé. Also: gut schütteln, kreisförmig aufsprühen, trocknen lassen. So schwer kann das doch nicht sein. Ich schüttle und kreise, das Bein auf den Badewannenrand gestellt, über meine fehlerhaften Schenkel - und huste. "Vorsicht, Aerosol, nicht einatmen! Nicht in die Augen sprühen, nicht auf frisch epilierte Beine auftragen!"

Der Teufel steckt im Detail

Man kann auf dem Weg zum seidenmatten Finish irre viel falsch machen. Der zweite fiese Anwendungsfehler lauert hinter der Abstandsempfehlung. Wer es schafft, eine Sprühdistanz von 15 bis 20 Zentimetern einzuhalten, erzielt gleichmäßige Ergebnisse, die sich jedoch weit über die Extremitäten hinaus fortsetzen. Während des Trocknens lese ich den Beipackzettel: "Beim Aufsprühen darauf achten, dass nichts an Boden und Wände kommt." Die Warnung erreicht mich zu spät: Die Badkeramik ist bereits gut bestrumpft.

Bei Bein Nummer zwei verringere ich den Abstand auf zirka fünf Zentimeter, um nicht das komplette Inventar zu verkrusten. Ergebnis: Meine Haut spannt. "Gehen Sie beim Sprühen nicht zu dicht ans Bein heran!" Meine Unterschenkel sehen aus, als wäre ich in das Inferno von Pompeji geraten: staubig, grau und mausetot. Das Make-up verwandelt die Anwenderin innerhalb von Sekunden in eine Bein-Greisin! Fielen in der Anleitung nicht die Adjektive "natürlich" und "schön"? Abgedeckt sind die Makel in der Tat, die Leberflecken verschwinden nahezu komplett unter einer Blickdichte von mindestens 50 Den. Farbton: Moorleiche. Auch der Tragekomfort überzeugt nicht, es fühlt sich an, als trage man Thrombosestrümpfe nach einer Vollnarkose, als sei die airgebrushte Haut durch die Seidenpartikel eine Nummer geschrumpft. Das meinten sie also mit dem Versprechen: "Verrutscht nicht!"

Wer spielt in Strumpfhosen Wasserball?

Nein, nie wieder wird da was verrutschen. Auf Kniehöhe eine scharfe Linie, die meinen natürlichen Hautton von den Spuren des Vulkanausbruchs trennt. Ich fühle mich wie ein Teenager, der getönte Tagescreme in fünf Nuancen zu dunkel aufgetragen und den Hals dabei ausgespart hat. Auch die Warnung des Herstellers, dass bei nicht sachgemäßer Anwendung die Spray-on-Nylons nach dem Trocknen auf die Kleidung abfärben, wäre unnötig gewesen. Ich ziehe gewiss keinen weißen Prada-Rock an, um zu testen, ob was abfärbt. Die Instant-Stockings sitzen bombenfest. Regen, Schwitzen, Baden, ja, selbst Wasserballspielen könne den halterlosen Strümpfen nichts anhaben, hieß es in der Werbung. Das wirft die Frage auf: Wer spielt in Strumpfhosen Wasserball? Ja, man könnte im Chanel-Badekostüm stilsicher dem Meer entsteigen, die Beine bis zum Schritt in Make-up-Mousse gehüllt ...

Nun ja, fürs Erste wäre ich eher froh, wenn ich mich dieser knittrigen Seidenpartikel entledigen könnte. "Resistent gegen Wasser" steigt es aus meinem Unterbewusstsein auf. Mir dämmert langsam, worauf ich mich eingelassen habe. Fortan werde ich mit ledernen Waden durchs Leben laufen. Kinder werden mit dem Finger auf mich zeigen: "Guck mal, Mama, die Frau hat verkohlte Beine!" - "Aber nein, mein Liebling, die Dame trägt die neuen Spray-Nylons."

Sprühstrumpfhosen haben keinen Zwickel, dafür aber einen extra-großen Haken: Das Ausziehen dauert mitunter länger als ein norddeutscher Sommer ...

Susanne Kaloff/print

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