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8. September 2006, 16:52 Uhr

Laufstegverbot für Magermodels

Erstmals haben Veranstalter einer Modenschau auf die zunehmende Zahl von essgestörten Jugendlichen reagiert. Magermodels sind auf der Madrider "Pasarela Cibeles" unerwünscht, nur "normale" Mädchen dürfen auf den Laufsteg.

Models wie diese sind auf der diesjährigen Modenschau "Pasarela Cibeles" nicht willkommen© Pierre-Philippe Marcou/AFP

Magere Models dürfen an der Madrider Modewoche "Pasarela Cibeles" künftig nicht mehr teilnehmen. Rund ein Drittel der Bewerberinnen für die diesjährige internationale Modenschau lehnten die Veranstalter wegen Untergewichts ab, berichtete die spanische Presse am Freitag. Nur Models, die gesund und nicht abgemagert aussehen, dürften bei der Szene-Show über den Laufsteg stolzieren, hieß es weiter. Bei einer Größe von 1,75 Meter müsse ein Model mindestens rund 56 Kilogramm wiegen. Die Modenschau beginnt am 18. September in der spanischen Hauptstadt.

Die Modewelt ist kein Spiegelbild der Realität

Hintergrund des Teilnahmeverbots sind eine Empfehlung des spanischen Parlaments von 1999 sowie anhaltende Proteste von Verbraucherverbänden. Das Bild zu dünner Models könne die ohnehin verbreiteten Krankheiten Magersucht und Bulimie bei Jugendlichen fördern. Es entstehe eine falsche gesellschaftliche Idealvorstellung, warnen die Politiker immer wieder. Die Veranstalter der "Pasarela Cibeles" reagieren jetzt als erste Modenschau auf diese Empfehlungen.

Ausschlaggebend sei der "Body-Maß-Index", der sich aus dem Körpergewicht dividiert durch die Größe zum Quadrat errechnet. Teilnehmen dürfen nur noch Models mit einem "Body-Maß-Index" über 18. Konfektionsgrößen seien nicht aussagekräftig, hieß es in Madrid. Liege der "Body-Maß-Index" unter 16, müsse man von Magersucht oder Bulimie ausgehen. Die Bedeutung des Problems sei auch allen spanischen Designern bewusst. Es sei wichtig, die Modebranche für diese Problematik zu sensibilisieren, hieß es.

DPA
 
 
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