. .
Mode - Trends und Fashion
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. September 2009, 10:18 Uhr

Raus aus den Tarnanzügen, Ladys!

Auffallen? Bloß nicht! Man könnte meinen, es herrsche Uniformzwang im Bundestag, so lustlos und unscheinbar wie sich deutsche Politikerinnen kleiden. Doch wer regieren will, darf sich nicht im Tarnanzug verstecken. Von Claudia Pientka

Stil, Mode, Rock, Hose, Hosenanzug, Politiker, Merkel, Steinbrück,

Angela Merkel trägt oft und gern Hosenanzug und avancierte damit zum Stilvorbild deutscher Politikerinnen© Franka Bruns/AP

"Er sieht einfach besser aus", erklärte Peer Steinbrück den Umstand, dass 60 Prozent der SPD-Wähler die Arbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg als außerordentlich positiv bewerten. Wie unrecht der Finanzminister mit seiner Analyse in der vergangenen Anne-Will-Sendung doch hatte: Guttenberg mag ein paar Jährchen jünger sein als Steinbrück - aber besser aussehen? Mitnichten. Der Bundeswirtschaftsminister zieht sich einfach besser an! Als einer der wenigen deutschen Politiker hat er erkannt, womit seine Kollegen hadern: Kleider machen Leute - und auch Politiker. Leider wissen das vor allem die deutschen Politikerinnen nicht.

Kleider machen Leute

Kürzlich fragte die Fachzeitschrift "Textilwirtschaft" Modehändler, welche deutschen Spitzenpolitiker am besten angezogen seien. Nach Guttenberg, Westerwelle und Köhler belegte von der Leyen Platz fünf, Merkel den siebten Platz - dann kam lange keine Frau mehr. Die Modeexperten kritisierten vor allem die langweiligen Outfits der Politiker, ihre schlecht sitzenden Anzüge, das kaum vorhandene Farbgefühl und die geschmacklosen Krawatten. Bis auf die Binder trifft jeder Kritikpunkt besonders auf die Damen zu. Ob Schmidt oder Schavan, Künast oder Nahles - betrachtet man die weiblichen Abgeordneten, könnte man meinen, es gebe eine Art Bundestagsuniform bestehend aus Bügelfaltenhose, Drei- oder Vierknopfblazer und Loafer. Als wäre Angela Merkel zum Stilvorbild avanciert.

Als sich Frank-Walter Steinmeiers Kompetenzteam mit elf Frauen erstmals der Presse präsentierte, wählten die Damen Outfits, deren Botschaft ausstrahlte: Auffallen? Bloß nicht! Hosenanzüge in grau oder beige, gelegentlich mal ein buntes Oberteil, nur drei Politikerinnen wagten sich in einen Rock, wobei das bodenlange Ungetüm von Carola Reimann auch keine vorteilhafte Ausnahme war.

Verhüllung weiblicher Attribute

Es ist verblüffend: Deutsche Politikerinnen fürchten Röcke und Kleider wie die FDP den Kündigungsschutz. Wann immer eine der Damen vor die Kameras tritt - sie trägt Hosen. Und schlecht sitzende Blazer noch dazu. Die Genossinnen verhüllen ihre weiblichen Attribute, als könnten sie dadurch männliche Kompetenz erlangen. "Die Kleidung weiblicher Politiker wird von Medien und Öffentlichkeit immer noch stärker interpretiert als die der Männer", sagt Elke Griese vom Deutschen Modeinstitut. "Der Hosenanzug dient ihnen als Rüstung und soll Deutungen erschweren." Zudem brauche es auch mehr Souveränität und Kompetenz, um auch in weiblicher Kleidung in einer Männerdomäne zu bestehen. Muss eine Politikerin gut aussehen? Nein. Aber in einer Zeit, wo politisches Einerlei herrscht, goutiert der Wähler jeden Versuch, hervorzustechen - und sei es optisch.

Seite 1: Raus aus den Tarnanzügen, Ladys!
Seite 2: Dresscodes in der Politik
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
botoxia (27.09.2009, 12:50 Uhr)
Bitte nicht
Wenn sich Politikerinnen anfangen in "weiblicher" Kleidung zu zeigen, dann tritt in den Medien leider der Effekt ein, dass ausschließlich über das Erscheinungsbild besagter Politikerin debattiert wird, und nicht mehr im geringsten über ihre Arbeit. Man erinnere sich an Merkels Haarschnitt und die unendlichen Kommentare darüber, als sie Kanzlerin wurde. Tenor war immer, mit so einem Haarschnitt kann man keine gute Politik machen. Oder an ihr Dekoltee letztens, da hieß es dann, ob sie es überhaupt "dürfe", so tief Einblick zu geben. Auch die Diskussion während des Wahlkampfes jetzt, hatten doch mehrere Politikerinnen Dekoltee auf ihren Wahlplakaten gezeigt, zeigt, dass Frauen dann, ziehen sie wirklich "weibliche" Kleidung an, sich fragen lassen müssen, ob sie mit Sex auf Stimmenfang gehen wollen...

Also, bleibt bei euren grauen Hosenanzügen mit eventuell buntem Top.
Joe67 (25.09.2009, 18:12 Uhr)
Ist am Sonntag Misswahl?
Ein inhaltsleerer Wahlkampf. Der Bundestag erlässt im Rekordumfang neue Gesetze über die nicht diskutiert wird. Stattdessen gibt es allenfalls eine Diskussion um gestohlene Dienstwägen und Geburtstagsfeiern bei der Kanzlerin. Und die Steigerung des Ganzen: Wir sollten Herrn v. Gutenberg wählen, weil er sich die Haare gelt. Und Frau von der Leyen sieht so schön jugendlich aus - da können wir ihr für das bisschen Internetzensur und Volksverdummung doch nicht böse sein.
MEHR ZUM ARTIKEL
Michelle Obama Yes, we can be chic

Mit einem einfachen zitronengelben Kleid entzückt Michelle Obama die ganze Modewelt. Vielleicht ja auch deshalb, weil wir aus dem Weißen Haus anderes gewöhnt waren. mehr...

Spitzenpolitiker im Kulturcheck (3) Karl-Theodor, der Bildungsvielfraß

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein wahrer Kulturnimmersatt: Sein Spektrum reicht von AC/DC bis Wagner. Und seine Frau hat er auf der Love Parade kennengelernt. Der dritte Teil der Reihe "Spitzenpolitiker im Kulturcheck". mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft