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5. März 2006, 09:00 Uhr

Elf Models sollt ihr sein

Kleiderwechsel in der Nationalmannschaft: Die deutschen Kicker tragen neuerdings Strenesse. Gerd Strehle erklärt, wie es dazu kam.

Das passt: die Fußballspieler Thomas Hitzlsberger, Christoph Metzelder, Arne Friedrich, Gerald Asamoah und Michael Ballack (v. l.) in neuem Outfit© Jesse Frohman

Herr Strehle, Sie sind vor kurzem 65 Jahre alt geworden. Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, befänden Sie sich jetzt im Ruhestand.

Deswegen habe ich vor fünf Jahren angefangen, einen Nachfolger aufzubauen. Leider bin ich in die falsche Richtung gelaufen.

Am 17. November 2005 entließ der Aufsichtsrat den frisch ernannten Vorstandschef Peter Kappler. Was war passiert?

Als ich im Juli 2005 an Kappler übergab, sah zunächst alles nach dem von mir vorbereiteten Wechsel aus. Doch die Marke Strenesse ist sehr stark an Personen gebunden, und diese Personen sind Gabriele und ich. Es ist undenkbar, dass Strenesse von einem Tag auf den anderen ohne uns existieren könnte. Als man feststellte, dass die Marke verändert werden sollte, und zwar auf eine ganz radikale Weise, sahen wir das Unternehmen in Gefahr.

Wie radikal ging Kappler vor?

Er nahm die Firma nicht wahr als das, was wir sind, sondern als das, was er gern hätte - und zwar ohne die Markenträger.

Auch ohne die Chefdesignerin?

Am Ende auch ohne Gabriele Strehle, ja.

Einfädler aus Nördlingen: Gerd Strehle ist der Vorstandsvorsitzende der Strenesse AG© Bert Heinzelmeier

Stimmt es, dass Ihr ehemaliger Modemanager Peter Kappler für Strenesse das Geschäft abschloss, das heute als Sensation gehandelt wird? Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trägt ab sofort Kleidung aus Nördlingen.

Wenn der Eindruck so ist, dann muss ich es ganz klar sagen: Die gesamte Verbindung habe ich zustande gebracht, auch das Einfädeln. Kappler hatte erst in zweiter Linie mit dem Deal zu tun. Wir haben dann gemeinsam verhandelt.

Wie haben Sie sich denn eingefädelt beim Deutschen Fußball-Bund?

Unter Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff entstand der Wunsch, sich neu darzustellen, eine neue Mannschaft aufzubauen und ihr wohl auch eine neue Umgebung zu schaffen. Mit der Konsequenz, alle Verbindungen zur Vergangenheit zu überprüfen. Bei einem privaten Treffen bin ich mit Bierhoff ins Gespräch gekommen. Da merkte ich: Wir können bieten, was der DFB sucht. Wir mussten dann vor dem DFB-Präsidium unser Konzept vorstellen.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 10/2006

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