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Seine Anhänger nenen ihn "Seine Heiligkeit", er selbst hat sich Maharishi Mahesh Yogi genannt: der Erfinder der Ayurveda-Methode.
Mich macht langsam, langsam der Hype um Second Life verrückt. Klar, es ist einzig, klar, es ist erfolgreich. Aber ist es wirklich nötig, dass alle Welt jetzt da drin Läden aufmacht, Zeitungen verlegt, wie Schweden ein Konsulat eröffnet? Argh. Und was hat es für einen Sinn, Amazon-Zeuchs da zu kaufen, anstatt auf der regulären Website (siehe Bild)? Übrigens irritierend, dass ein so offenkundig profitträchtiges, zukunftsweisendes und imageförderndes Feld einer Mini-Firma wie Linden Labs überlassen wird. Wenn ich, sagen wir, der Coca-Cola-Konzern wäre, dann würde ich ein Zehntel, ach ein Zwanzigstel, meiner Marketinggelder nehmen und Cokespace tm bauen, ein intelligent designtes, modulares und -- im Gegensatz zu Second Life -- vielleicht sogar easy bedienbares Metaversum. Selbstverständlich wäre es kostenlos für jedermann, ich würde sogar Land verschenken. Das Ziel wäre, die Schnittstelle für alles zu werden, der Mega-Hub, an den alles angedockt wird, was interaktiv sein will: »Hey, Sie wollen Call of Duty 5 spielen? Gehen Sie mit Ihrem Cokespace tm -Avatar auf Ebene 5, Flur 3, War City -- dort ist der Eingang in die Call of Duty-Welt. Vergessen Sie nicht, Ihrem Avatar in der Schleuse eine der dort bereit liegenden Uniformen anzuziehen. Und sich eine Waffe auszusuchen. Der Eintritt kostet 1 CokeDollar tm pro Stunde, die ersten zwanzig Minuten sind frei.« So ungefähr. Hat mal jemand 50 Millionen Euro für mich? P.S. Okay, war das jetzt zu insiderig? Hat jemand hier drauf geklickt, in der Hoffnung, ein paar Infos zu dem Medien-Phänomen Second Life selber zu erfahren? Im Schnelldurchgang: Second Life ist eine Weltsimulation, ein Online-Rollenspiel in 3D. Ein bisschen wie das bekannte Spiel World of WarCraft, aber nicht kompetetiv, ohne Monster und ohne Highscores. Sinn und Zweck ist es nicht (wie so oft in Spielen), Kriege zu gewinnen oder die Welt zu retten, hier geht es ums Erschaffen und mittelfristig Geld verdienen. Man kann Häuser bauen, Gegenstände herstellen, Konferenzen abhalten, reden, Sex haben (naja), Fliegen, Fahren, Rumschauen. Das Spiel an sich ist kostenlos, aber Extras in der Welt können mit so genannten Linden-Dollars erworben werden, für die wiederum echte harte US-Dollars gezahlt werden müssen. Da man aber nicht nur kaufen, sondern auch verkaufen kann, sollen schon Leute mit ihrer Arbeit in Second Life reich geworden sein. Eine Bekannte von mir, Architektin mit Faible fürs Virtuelle, baut hauptberuflich in der 3D-Welt stylishe 3D-Dependencen für Markenartikler mit brennendem Wunsch, auch mal Avantgarde zu sein. Die Bedienung gestaltet übrigens mühsam und ausgesprochen unintuitiv, das Ding ist an sich unübersichtlich, die Grafik graust. Wer mal reinschnuppern will, braucht Geduld und Spaß am Rumprobieren. Links zum Weiterlesen: Second Life: Homepage (deutsch) Artikel: Echtes Geld aus Virtuellen Welten Was die Wikipedia sagt First Life: eine Parodie Ein Stern.de-Bericht mit vielen Bildern
When we lose twenty pounds... we may be losing the twenty best pounds we have! We may be losing the pounds that contain our genius, our humanity, our love and honesty Woody Allen Meine Güte, was für ein Wochenende. Freitag gleich nach Feierabend gen Heimat geeilt um die pelzigen Untertanen (man lasse mir meine Illusionen ;-) zu füttern, dann zu einer Freundin. Wir hatten uns seit Monaten nicht mehr gesehen und dementsprechend groß war das Mitteilungsbedürfnis. Es reichte bis knapp 3 Uhr, dann kam ihr Mann nach Hause. Samstag dann eine Geburtstagsfeier wie ich sie liebe: Kino und danach gemütlich plauschen im Diner. Wir diskutieren über alte Fernsehserien. Ich glaube, ich habe heute noch Bauchmuskelkater vom Lachen. Wunderbar. Sonntag noch Familienfeier und jetzt versuche ich grade, dieser §$%*-Zeitumstellung Herr zu werden. Aber darum geht es ja gar nicht. Sondern um die Tatsache, dass ich am Freitag nicht zum historisch-traditionellen Wiegetagsposten gekommen bin. Skandalös, aber aufgrund von Echtem Leben(tm) leider nicht zu vermeiden. Dafür wird das Gewicht dank der neuen Waage umwerfend graphisch dargestellt. Die sendet, wie schon erwähnt, die ganzen Daten gleich vom Bad ins Internet (Webcam hat sie keine eingebaut ... hoffe ich. *mißtrauischer Blick*) und dort kann man sie dann abrufen, sieht Skalen sich drehen und bekommt, je nach Veränderung, ein rotes oder ein grünes Pfeilchen. Mir als zertifiziertem Spielkind gefällt das erst mal ganz gut, mal gucken, wie sich das Ding in Zukunft so macht. 124,0 | -1,5 | -31,0 Hat mich etwas überrascht, dass es so viel war; ich vermute fast schon einen momentanen Ausreißer nach unten. Wir werden nächsten Freitag ja sehen, wie sich das verhält. :-)
Meine befinden sich wohl langsam auf dem Rückzug, na halleluja! Diese Woche war ich wieder arbeiten, aber meine Güte, was war und bin ich jeden Abend fertig! Schnell noch das Abendessen zusammengerührt und dann falle ich auch schon, bereits halbschlafend, ins Bette. Der Vorteil davon ist, dass ich mein Essverhalten momentan recht gut im Griff habe. Kein Wunder, wer schläft sündigt isst nicht. :-D In den letzten Tagen habe ich übrigens den ersten Nachteil meiner Abnehmerei entdeckt (nein, nicht die Haut, die hält sich erstaunlich gut): meine Ringe werden mir zu weit. Ich trage seit Jahr und Tag drei Silberringe an den Mittelfingern beider Hände (was jetzt kein wie auch immer geartetes sozialkritisches Statement darstellt), und mittlerweile muss ich aufpassen, dass ich die nicht verliere. Oder dass ich zu energisch gestikuliere und einer der Ringe sich dann einfach auf der verlängerten Flugbahn meiner Hand weiterbewegt und jemandem an den Kopf fliegt. Boing. Na und, mag man sagen, dann macht man sie eben enger. Jaha, wenn das so einfach wäre. Bei einem Ring ist es völlig unmöglich (Ehering meines Vaters, der wird nicht verändert!), beim zweiten fast unmöglich (innen und außen beschriftet) und beim dritten wäre es wohl wegen des Musters zu aufwändig. Mist! Zumindest Den Einen Ring(tm) kann ich nochmal in kleiner nachkaufen, aber die beiden anderen ... hmmnein. Schon komisch, das ist so ein kleiner, unbedeutender Pimperleskrams, und eigentlich sollte ich mich freuen und losziehen und neue Ringe kaufen, neues Leben, neue Ringe, aber es bedrückt mich trotzdem. Vielleicht ist es nur die Angst vor Veränderung. Klar, die Veränderung ist absolut positiv, bringt eigentlich nur Gutes und ist damit uneingeschränkt erstrebenswert. Und doch bedeutet sie, dass sich vieles verändern wird. Die meisten Menschen haben erst einmal Angst vor Veränderung, selbst wenn der Ist-Zustand als nahezu unerträglich empfunden wird. Ich frage mich ja nun auch schon des Öfteren, wie ich sein werde, wenn ich irgendwann das Normalgewicht am Horizont sehen kann. Dicke sind oft sehr flauschig, lieb und duldsam, weil sie denken, wären sie es nicht, keiner hätte sie lieb. Vertrackte Sache, die ich auch sehr gut kenne. Man schluckt vieles runter, einfach, weil man denkt, man hätte sonst nichts zu bieten. Nun bin ich aber, so ganz grundsätzlich, ein bisschen zickig und spitzzüngig und kompliziert veranlagt. Als Dicke konnte ich mir das nur in homöopathischen Dosen leisten, aber was wird, wenn ich nicht mehr so richtig dick bin? Wie werde ich sein? Wer werde ich sein? Was werde ich sein? Denn dass man sich verändert, wenn man dermaßen viel abnimmt, das ist eine Tatsache. Und eigentlich könnte es ganz spannend sein, wenn ich nun nicht grade jemand wäre, der Beständigkeit und Routine als äußere Stützen sehr gut brauchen kann. Andere macht es verrückt, jeden Tag zur Arbeit, arbeiten, nach Hause, Katzen füttern, Abendessen, lesen/Internet/DVD, Bett. Mich beruhigt es, und deswegen werfen mich Unterbrechungen in der Routine, wie die Schulung, so leicht aus der Bahn. Übernächste Woche ist es wieder soweit, dann geht es die nächsten 8 Wochen in die große Stadt am breiten Fluss. Ich glaube, ich sollte mir jetzt schon mal ein paar Strategien überlegen, wie ich das dieses Mal besser über die Bühne bringen kann. *kopfkratz* Ja, das mache ich mal und erzähle es euch dann. Vielleicht schaffen wir es ja mit einem gemeinsamen Brainstorming, mich da durchzumanövrieren. ;-)
Ich habe mich gestern aufgeregt. Was habe ich mich gestern aufgeregt! Also nee! Sowas von aufgeregt! Im Allgemeinen bin ich eher gelassen, freundlich, entspannt, positiv und katzenaffin. Doch, tatsächlich. Hört auf zu lachen. Aber gestern, nee, was habe ich mich aufgeregt! Und das nicht mal über die schicke „Dass Size-0-Models vom Laufsteg verschwinden sollen ist doch die Idee dicker Muttis, die mit der Chipstüte vor dem Fernseher sitzen.“-Bemerkung von Karl „Ich war auch mal eine dicke Mutti“ Lagerfeld. Der ist in der Modebranche tätig, der muss so sein. ;-) Nein, was mich wirklich, wirklich aufregte, war eine Diskussion über Dicksein, Dünnsein, und wer mit was doch von Den Anderen(tm) am Schlimmsten beleidigt wird. Die Diskussion wandte sich dann recht bald der Thematik „Dicke essen ja auch immer so viel, erst neulich stand ich an der Kinokasse/Supermarktkasse/McDonalds-Kasse hinter einem/r Dicken und was der/die alles bestellt/gekauft hat!“ Ja, gibt es. Zweifelsohne. Dicke, die sich einfach vollfuttern, weil es ihnen egal ist. Genauso könnte ich ganz bestimmt problemlos Anschauungssubjekte für die Thesen "BWL-Studentinnen sind hauptberuflich 'Papis Liebling' und studieren nur zur Zeitüberbrückung BWL, bis sie einen Mann finden, Jurastudentinnen sind geltungssüchtige Egomaninnen, die sich gerne einbilden, alles zu wissen und Soziologiestudentinnen sind schafswollpullovertragende, frischkornbreikauende Ökobiotrullas mit wirrem Haar" finden. Das Problem: es gibt diese Leute, sie werden aufgrund ihrer schillernden Erscheinung auch gerne als typisch deklariert, stellen aber im Endeffekt nur einen kleinen Prozentsatz der Menschen dar, die man unter der jeweiligen Oberbezeichnung subsummieren kann. Aber gut, die Eigendynamik solcher Diskussionen kennt man irgendwann einfach zur Genüge. Es dauerte auch gar nicht lange, bis meine Lieblingsdiskutanden auftauchten. Leute, die noch nie in ihrem Leben Probleme mit ihrem Gewicht hatten, aber genau wissen, woran es bei allen Dicken hapert: an der Diszipliiiiiiin! Natürlich an der Disziplin, die sie selbst haben, denn sie selbst haben ja keine Probleme mit dem Gewicht, ne? Ach? Ach ja? ACH JA?? So gesehen habe ich eine Menge Disziplin! Einen ganzen Arsch voll Disziplin! Und wer meinen Arsch kennt, der weiß, das ist eine MENGE! Nehmen wir das Rauchen. Da bin ich das strahlende Beispiel schlechthin! Ich kann, mittels meiner stählernen Diszplin, einfach mal so tage-, wochen-, monate,- jahre-, ach was, jahrzehntelang nicht rauchen! Einfach so! Zack! Oder Alkohol. Meine Güte, was bin ich diesbezüglich diszipliniert! Vor 26 Jahren beschlossen, nie welchen zu trinken, und was soll ich sagen, dank diamantener, unglaublicher Disziplin halte ich das bis jetzt durch! Das ist Disziplin, was? Kaffee? Ha, ein Kinderspiel! Trinke ich einfach nicht. Dieses ganze an der Tasse hängende Bürogemüse, das ohne Kaffee morgens nicht in die Puschen kommt, dem täte ein wenig Disziplin gut! Tabletten? Drogen? Pfht, da bin ich viel zu diszipliniert für! Schande über alle Schwachen da draußen, die nicht meine einzigartig-wunderbare Disziplin haben. ... bitte? Weil ich mit all diesen Sachen glücklicherweise ohnehin nie Probleme hatte, hat mein grandios vernümpftiger(sic) Umgang damit rein gar nichts mit Disziplin zu tun und ich solle besser nicht so überheblich von Dingen reden, die ich deswegen nicht verstehe? Ach was. Da guck. Nee, was hat mich das aufgeregt! Aber jetzt geht's mir besser. *schnauf* ;-) P.S. & Edit: Damit meine ich niemanden hier. Von offensichtlichen Trollen mal abgesehen waren die Tipps hier in den Kommentaren und per E-Mail für mich immer sehr hilfreich und haben mir schon über so manche kleinere Durststrecke geholfen. Ich finde es schön, dass Anteil gehommen wird und nach dem (nicht bierernst gemeinten, ne, ihr kennt mich doch mittlerweile) Dampfablassen da oben möchte ich die Gelegenheit ergreifen und mich hier auch dafür bedanken. Danke. :-D
Ich bin wieder daheim, es war gar wunderbar und ein Bericht über Alles(tm) folgt auch noch. Zuerst möchte ich mich aber dem in den Kommentaren angesprochenen Phänomen des "Klicks im Kopf" annehmen, ohne den ja schon mal gar nichts geht. Es stimmt schon, ohne den Klick geht nichts. Rauchstopp, Abnehmen, Deutschlands Superstar werden - es braucht, besonders am Anfang, einfach die innere Determination, ein gesetztes Ziel zu erreichen. Die Motivation muss von innen kommen. Wer für den Freund, den Mann, die Clique abnimmt, der hat in 99,5% aller Fälle schon verloren, bevor er oder sie sich auch nur das erste Mal der gewohnten Schokolade verweigert. Nun denke ich aber, dass der Klick alleine nur sehr selten ausreichen wird. Kommt natürlich darauf an, was man erreichen möchte und wie hoch die Schwelle ist, die man dafür überwinden muss. Klar. In meinem Fall war es aber so, dass ich erst in jahrelanger, man könnte schon sagen jahrzehntelanger, mühsamer Kleinarbeit die ganzen Hinkelsteine vom Weg räumen musste, der vor mir lag. Ich saß also nicht herum und habe passiv darauf gewartet, dass mein Klick in glänzender Rüstung auf seinem weißen Wallach vorbeikommt, sich einen heldenhaften Kampf mit dem mich gefangen haltenden inneren Schweinehund* liefert und mich dann auf seinen Armen in eine schlanke Zukunft trägt. Das war eine lange, scheißschwere** Arbeit, eine Umgebung zu schaffen, in der der Klick auch Fuß fassen konnte. Das dauerte einfach. In meinem Fall ist damit die Frage, warum ich nicht schon früher angefangen habe, recht unsinnig. Bei wirklich schweren Fällen*** beginnen die eigentlich Arbeiten am Problem schon lange, bevor die Umgebung überhaupt etwas bemerkt. Dann muss ich, solange der Anfangsenthusiasmus noch anhält dafür sorgen, dass ich alles, was zum Erreichen dieses Zieles notwendig ist, möglichst schnell und gründlich in den Alltag einbaue. Sonst wird dat alles nüscht. Ich (und ich denke, das wird vielen Menschen auch so gehen) kann mich nur eine gewisse Zeitlang außerhalb des bis dato normalen Verhaltens bewegen. Erst zwingt man sich noch eine Weile weiter und dann fällt man wieder in die alten Gewohnheiten zurück. Im Moment bin ich dabei, Bewegung als etwas Positives umzudeuten. Die abendlichen Läufe (ich jogge wegen meines noch verbleibenden Gewichts und meines rechten Knies nicht, laufe aber mit einer Geschwindigkeit, die sich immer kurz vor dem Antraben bewegt. Ich tölte quasi.) beispielsweise. Die deklariere ich innerlich einfach als "meine Zeit", zu der ich rauskomme, mal meine Gedanken schweifen lassen kann. Qualitätszeit zur Entspannung. Innerlich abschalten. Katzen treffen. Bis jetzt funktioniert es. Ich hüte mich auch davor, diese Läufe als Strafe einzusetzen, sollte ich mal über die Stränge schlagen. "Jetzt muss ich aber extralang laufen, um das wieder gutzumachen" ist der sicherste Weg, mir das Laufen gründlich zu verleiden. Was ich nicht will. Also baue ich es weiterhin über den Qualitätszeit-für-mich-alleine-Bitches-Umweg in meinen Alltag ein. Ein Schritt nach dem anderen. Sobald ich anfange, das Laufen zu vermissen, sollte ich mal ein paar Tage lang nicht dazu kommen, werde ich erwägen, es als Erfolg zu verbuchen. ;-) Bis dahin bleibe ich einfach dran. _ _ _ _ _ * Sollte ich den jemals "Schweini" nennen, erschießt mich bitte. ** Profanität ist manchmal einfach kraftvoller als eine gewählte Ausdrucksweise. Verzeihung. *** Ahahahahaha! Wortwitz! :-p
Ich habe eine Theorie, die es erleichtern sollte, die richtige Diät zu finden. Oder zumindest die Diäten, in denen sich die persönlich richtige Diät versteckt, schon mal vorzufiltern. Zugegeben, es ist keine übermäßig nette Theorie, aber von der Behauptung, dass Dicke immer schön brav, nett und schafig sein müssen, damit man sie mag, habe ich noch nie viel gehalten. Nehmen wir einmal an, Frau Lotte Prisemut stellt beim Vorbeischreiten am Bonitta-Schaufenster fest, dass ihr Bauch in der Seitenansicht die früher so hervorragend hervorragenden Chichis mittlerweile überragt und beschließt, dass da was getan werden muss. Als technikaffiner Mensch des 21ten Jahrhunderts geht sie ins Internet, wirft Google an - und hat erst mal das Problem mit der Qual der Wahl. Welche der zigtausend Lifestyleernährungsumstellungswellnessdiäten soll sie denn nun ausprobieren? Jede falsche Diät ist schließlich wertvolle, vergeudete Lebenszeit, die man mit dem neuen Kollegen aus der Buchhaltung viel schöner in einem Biergarten verbringen könnte, wenn der nicht immer so irritiert auf den Lotte'schen Bauch starren müsste. Frau Prisemut kann geholfen werden. Sie muss sich nur ein Abnehmforum suchen, und zwar gerne ein richtig großes. Optimalerweise gibt es da für jede einigermaßen bekannte Diät ein Unterforum oder zumindest einen eigenen Thread. Diäten lassen sich nun mal nicht mischen. South Beach beisst sich mit SiS, Low Carb verträgt sich nicht mit der Brotdiät und Atkins, der Pitbull der Abnehmszene, kommt schon mal mit gar keinem anderen aus. Nun kopiert unsere Lotte ein paar Seiten aus allen Threads, bis sie so schätzungsweise 500 Wörter für jede Diät zusammen hat, natürlich gibt es ein eigenes Dokument für jeden Diätthread, wir wollen ja nicht durcheinander kommen. Aus diesen Diätthread-Wortsammlungen streicht sie dann alles raus, was orthographisch und/oder grammatikalisch bedenklich ist. Wörter mit mehr als zwei Silben, die richtig geschrieben sind, zählen doppelt. Je höher die Zahl am Ende ist, desto höher ist auch die Chance, dass es sich bei der besprochenen Diät um Was Vernünftiges(tm) handelt. :-p Ich kenne tatsächlich jemanden, der an Legasthenie leidet. Der ist einer der nettesten Menschen der Welt und ich habe deswegen auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich über schlampige Rechtschreibung aufrege. Darüber hinaus bin ich, wie der Anglophile sagen würde, selbst far from perfect, neige zu spontanen Satzzeichen, exzessiven Wortwiederholungen und Neologismen. Aber manche Dinge, also manche Dinge ... müssen doch dann wirklich nicht sein. Da kann man sich bei den meisten nicht mal mehr einreden, dass es einfache Vertipper sind. :-( Von dem Drang vieler PCOSlerinnen, alles und jeden zu verniedlichen und die Schwangerschaft mit "SS" abzukürzen reden wir mal lieber erst gar nicht. Da wäre ich in fünf Stunden noch nicht fertig und müsste mir außerdem anhören, dass ich Herrn Sick imitieren würde. Von daher: probiert es aus und beweist mir, dass ich falsch liege. :-)
... sind SirPommeroy gewidmet. :-D Ich entschuldige mein Schweigen, geplant war es nicht, es hat sich so ergeben. Wir haben viele Dinge getan und fielen des Abends hundemüde in die Betten. Was noch geschah: Die Zottersche Schokoladenfabrik wurde besichtigt, ein Rittermahl gab es, wir wanderten 2 Stunden durch eine Höhle und den neuen Star Trek-Film haben wir dann auch noch ganz gesehen. Natürlich im Original. Auf Berge mit Burgen drauf sind wir übrigens auch gekrabbelt und zu meinem Erstaunen machte es Spaß. Gut, wir sind nicht im Stechschritt nach oben gerannt, aber die innige Feindschaft, die mich und Erhebungen in der Landschaft bislang miteinander verband, scheint ein wenig aufgeweicht. Davon abgesehen hielt ich mich, dank Riekes und Klaus' uneingeschränkter Unterstützung, so gut wie möglich an den Plan und wenn ich mir meine Hosen so ansehe, dann habe ich zumindest im Urlaub nicht zugenommen. Toitoitoi, am Freitag werden wir ja sehen. Die neuen Shirts von UP und die neue Hose von H&M passen jedenfalls gar wunderbar und das in Größen, die ich das letzte Mal trug, als David Hasselhoff noch cool war. Von der 8-Stunden-Zugfahrt zurück nach Meefrange bleibt dann nur noch zu sagen: ich fürchte keine Ungeheuer, keine Hölle mehr; denn ich habe die Toiletten der Deutschen Bahn gesehen und überlebt. Pfuigitt. In solchen Momenten bin ich heilfroh über meinen ausgeprägten Hang zur Hygiene, der mich ständig Sagrotantücher, Papiertoilettenbrillenabdeckungen und ähnliches Gezeugs mitschleppen lässt. Zusammengefasst kann ich festhalten, dass sowohl FC als auch Urlaub ganz wunderbar waren. Allgemein und auch in Hinsicht auf DEN PLAN(tm)*. Ich bin selbst positiv überrascht und werde es unter "Na siehste! Geht doch!" in meinem internen Erfolgserlebnissearchiv ablegen. Ha! :-D _ _ _ _ _ * Hier bitte Engels-Chöre vorstellen. Danke.
Ich fasse die letzten 3 Tage einfach zusammen, weil sie erstens nicht so unterschiedlich abliefen und ich zweitens einfach bis jetzt keine Zeit hatte, darüber zu schreiben. Schließlich war ich damit beschäftigt, Colin F. anzuquietschen, Nichelle N. zu bewundern und überhaupt die ganze BG-Crew. Wundervolle Tage, wundervolle Tage. *pures entzücken* Aber gut, gehen wir gleich in medias res. 100%ig konnte ich mich natürlich nicht an die Vorgaben* halten, weil das einfach erfordert, dass ich eine Kochgelegenheit oder zumindest eine grundlegende Küchenausstattung habe. Das war mir für 4 bis 5 Tage zu umständlich, also gab es kein normales sondern Knäckebrot, Dosengemüse und -fisch und nachdem ich Samstags kurz einkaufen konnte auch Sojamilch, Eier und Käse. Das war vermutlich okay so, denn es hätte immerhin viel schlimmer kommen können.** Gestern ging es dann auf die lange Reise nach Ö. Grenznah wäre ja zu einfach, aber nach 30 Tunneln waren wir dann gegen 22:20 am Ziel unserer Träume Reise angekommen. Auf der Reise selbst war es mir primär wichtig, meine Gastgeber, nennen wir sie ... Rieke und Klaus, nicht zu nerven. Nicht allzu sehr zumindest. *räusper* ;-D Darüber hinaus steht bei sowas einfach über allem, dass das Diätprogramm sozial kompatibel sein muss. Würde ich mit meiner Esserei Aufmerksamkeit ergeiern wollen, ich würde Vegetarier. Oder Veganer. :-p Heute vormittag haben Rieke und ich dann eingekauft. Zu meinem Entzücken hatte der erste Bäcker ein richtig MB-taugliches Brot im Angebot und auch der Supermarkt machte seinem Namen alle Ehre. Ich plöngte um die Obst/Gemüse/Dinge-Theken wie ein Flipperball und war entzückt. Sieht soweit also ganz gut aus. Hin und wieder gibt es (aber nur, wie erlaubt, im Anschluss an die Mahlzeiten) kontrolliert ein wenig Süßkrams, immerhin bin ich im Urlaub, ansonsten halte ich mich an den Plan(tm) und bin soweit ganz zuversichtlich, dass mir das meistens auch gelingen wird. Natürlich nur, weil Rieke und Klaus ganz phantastische Gastgeber sind, die meinen ganzen Diäää... Ernährungsumstellungskrams ohne Murren und Knurren mitmachen. Hach. :-) Kleines organisatorisches P.S.: Um Fragen, die in den Kommentaren auftauchen, werde ich mich wohl erst nach dem Urlaub kümmern. Ich bitte deswegen um etwas Geduld, ich lese sie, nur die Beantwortung verschiebe ich auf Dienstag nächster Woche. :-) _ _ _ _ _ * Naturbelassene Lebensmittel ohne Zusatzstoffe ** Gut, nach der Logik hätte ich auch Sahnetorte und Schweinebraten futtern können, denn immerhin hätte auch ein Meteor auf der Erde einschlagen können und dann wäre das deutlich schlimmer gewesen als Sahnetorte und Schweinebraten. Aber ...!
Er mag etwa zwölf sein und ist fremd hier. Ein kleiner blonder Junge mit harmlos-offenem Gesicht, vielleicht vom Land, vielleicht von weiter her. Er steht ein paar Schritte entfernt am Bahnsteig... ...hält eine Karte von München, mit U-Bahn-Plan, in beiden Händen und spricht fortwährend vor sich hin: U6… also Endstation... Aussteigen in Fahrtrichtung rechts…erste Station nach Marienplatz…U6… Richtung Großhadern…die U6 kommt…gleich…einsteigen… Und so weiter. Er murmelt nicht, sondern formuliert klar und deutlich, wie mit einem imaginären Gesprächspartner. Ich bin so irritiert, dass ich drei Mal auf sein Ohr starre. Sein Ohr? Nun, das ist der alte Flugreisenden-Reflex – auf Flughäfen rennen ständig Geschäftsleute umher, die konzentriert und mit ernsthaftem Gesicht Selbstgespräche führen. Ein Blick aufs Ohr enthüllt dann das Bluetooth-Headset, offenbar telefoniert der Typ also und hat möglicherweise doch keine schizo-affektive Störung. Falls das Headset in Betrieb und nicht nur ein Fake ist. Es ist sicher in Vergessenheit geraten, aber: Früher gab es mal regulär in großen Supermärkten Autotelefon-Attrappen zu kaufen, damit man an der Ampel auf CEO machen konnte, obwohl man nur Hilfsbräteranwärter bei McD ist. Wurde dann von der Handy-Welle überholt, das Produkt. Aber ich schweife ab. Der blonde Junge hatte kein Headset, obwohl mich das bei der Handy-Hörigkeit der heutigen Jugend nicht einmal sehr gewundert hätte. Er sprach einfach mit sich selber, dem Stadtplan und/oder seinem unsichtbaren Kumpel. Vielleicht ist er auch nur der Vorbote eines neuen Trends: Vielleicht empfinden wir in Zukunft, umgepolt durch den ständigen Medienkonsum, unsere kleinen Leben wie Folgen von TV-Shows und sprechen unwillkürlich den Off-Kommentar dazu. Vielleicht ist die Ödnis und Sinnferne des Modernen Lebens tm überhaupt besser zu ertragen, wenn man sich als Darsteller in einer Doku-Soap begreift, anstatt sich als Herr seines Schicksals zu sehen, in eigener Verantwortung und mit allem, was dazu gehört. Der Junge steigt dann mit mir in die U6, immer noch redend. Ich bin so fasziniert, dass ich mich absichtlich in seine Nähe stelle, um ihm zuzuhören. Beim Sendlinger Tor macht er Anstalten auszusteigen, guckt angestrengt durch die Fenster und ruft dann, in Richtung Wagenboden, in nochmals gesteigerter Lautstärke und in genervt-beleidigtem Ton: NA KLASSE. UND WO FÄHRT JETZT DIE U2 AB? Eine dicke Dame, die auf 30 Meter Entfernung nach Lehrerin aussieht, lächelt mild und sagt, beiläufig, in keine bestimmte Richtung: Geradeaus, auf die andere Seite, dann links und runter. . Der Junge gibt nicht zu erkennen, dass er das gehört hat, folgt aber dem Ratschlag und verschwindet in Richtung U2. Erstaunlich. Offenbar hat es doch seinen Nutzen, wenn man vor sich hin brabbelt. Das ist vermutlich wie beim Open Source-Phänomen – wenn sozusagen der Gedankenfluss-Quellcode offenliegt, weil man einfach alles ausspricht, was einem durch den Kopf geht, dann haben andere Leute einen Einhak-Punkt und können etwas aus dem eigenen Erfahrungs- oder Wissenschatz beitragen. Und das ist ja wohl ein menschliches Grundbedürfnis. Sonst gäb's auch keine Blogger, nehme ich an.
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