5. April 2012, 08:10 Uhr

Whitney Houston lag mit dem Gesicht nach unten im Wasser

In Los Angeles ist der detaillierte Obduktionsbericht von Whitney Houston veröffentlicht worden. Er enthüllt, wie die Sängerin in ihrem Hotelzimmer aufgefunden wurde und was die Polizei dort noch alles entdeckte. Von Frank Siering, Los Angeles

Am Ende war es dann doch viel schlimmer als zunächst angenommen. Whitney Houstons Hotelzimmer glich einer Apotheke und einer Drogenhöhle, als die Polizei am 11. Februar mit einer Spezialeinheit im Beverly Hilton Hotel auftauchte.

Zwölf Pillendosen (von fünf verschiedenen Ärzten verschrieben), lose Tabletten auf dem Nachttisch, überall verschreibungspflichtige Medikamente, Hustensaft, ein Tablett mit unzähligen Zigarettenstummeln im Bad, ein Löffel mit Rückständen einer weißen Substanz und ein zusammengerolltes weißes Stück Papier mit ebenfalls einer weißen Substanz. All das fand die Polizei im Zimmer von Houston.

Die Details waren dem am Mittwoch in Los Angeles veröffentlichten Obduktionsbericht zu entnehmen. In dem 42 Seiten starken Dokument wird auch beschrieben, dass sich Houston an ihrem Todestag über einen kratzenden Hals beschwert und deshalb ihren Assistenten losgeschickt hatte, um ein Mittel gegen die Halsschmerzen zu holen.

Weiße Substanz möglicherweise Kokain

Das muss sich demnach zwischen 14.45 Uhr und 15 Uhr abgespielt haben. Der Assistent riet Houston ein Bad zu nehmen, um die schleichende Erkältung auf diese Art und Weise zu bekämpfen.

Gegen 15.35 Uhr kehrte Houstons Angestellter ins Hotelzimmer zurück und fand die Sängerin mit dem Gesicht nach unten in der mit Wasser gefüllten Wanne. Die Temperatur des Badewassers war nach dem Obduktionsbericht "sehr heiß". Zusammen mit ihrem Bodyguard zog der Assistent Houston aus dem Wasser.

Die forensische Einheit der Polizei von Beverly Hills fand nicht nur einen Löffel mit einer Substanz, die der Beschreibung nach Kokain gewesen sein könnte (auch im Blut von Houston wurden Rückstände von Kokain gefunden), auch das zusammengerollte Stück Papier scheint von Houston als Schnupfröhrchen für Kokain benutzt worden zu sein.

Drogen und Medikamente in Whitneys Blut

Exakt heißt es im Bericht: "Auf dem Nachttisch wurde ebenfalls weißes Puder gefunden. Und ein Handspiegel." ­ Die Sängerin sei demnach tatsächlich an "einer Mischung aus Drogen, verschreibungspflichtigen Medikamenten und Alkohol gestorben".

In dem Bericht heißt es auch, dass "Blut aus der Nase" der Sängerin lief. "Foul Play", also eine mögliche Involvierung Dritter, schließt der Obduktionsbericht aus.

Offiziell wurde als Todesursache "accidental drowning", also Ertrinken durch Unfall angegeben. Aber der Obduktionsbericht bestätigte jetzt auch, dass "ein Problem mit dem Herzen und chronischer Kokain-Gebrauch als beeinflussende Faktoren eine Rolle gespielt haben müssen".

Whitney Houston trug außerdem, so steht es in dem Bericht, eine braune Perücke, als die Polizei sie leblos auffand. Und sie hatte Spuren von Marihuana, Flexeril (ein Mittel, das die Muskeln entspannt), Xanax (ein Anti-Depressiva) und Benadryl (ein Anti-Allergikum) im Blut.

Whitney Houston wurde am 19. Februar in New Jersey beerdigt.

Von Frank Siering, Los Angeles
 
 
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