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News am 29.05.2012
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stern Fotografie

Heft 46/2006
Andreas Feininger
Liebe Leser,
Nomen est omen, Andreas Feininger, der im Dezember vor 100 Jahren geboren wurde, war ein feinsinniger Mann und ein Meister der feinen Fotografie, das Grobe war ihm immer fremd. Er suchte stets das Schöne und wollte mit der Kamera das festhalten, was er liebte. Es gab zwei Motivwelten, in denen er sich zu Hause fühlte, das urbane Leben des 20. Jahrhunderts, aber nicht in seinen Konflikten, sondern in der Magie des Augenblicks; und die Natur, deren Geometrie und Sinnhaftigkeit ihn zeitlebens faszinierte. Er war ein Wanderer zwischen den Welten, seine Großeltern waren Deutsche, die nach Amerika ausgewandert waren, sein Vater, der berühmte Maler Lyonel Feininger, verließ die Geburtsstadt New York, um in Europa zunächst Musik zu studieren. Andreas wurde 1906 in Paris geboren, 1908 zog die Familie nach Berlin. In Weimar legte er die Gesellenprüfung im Möbelbau ab und wurde Architekt. 1931 verließ er, der als Jude und „Amerikaner“ im nationalistischen Deutschland als „Ausländer“ galt und kaum noch Arbeit fand, das Land seiner Vorfahren, ging nach Paris und landete bald darauf in Stockholm, wo er einer der gefragtesten Architekturfotografen Schwedens wurde. 1939 zog er nach New York – und fand dort seine Heimat, in der er 1999 starb.

Tom Jacobi, Art Director

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