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NEON #03/2016

Liebe Leserinnen und Leser,

»These are crazy times, crazy times«, rief der Philosoph Slavoj Žižek immer wieder während des Gesprächs mit NEON-Autor Lars Weisbrod über die ersten Tage des Jahres 2016, die Neujahrsnacht von Köln, Pegida-Großdemos und Terrorangriffe. In dem Interview erklärt der Popstar der Philosophie, wie man in chaotischen Zeiten den Durchblick behält. Wichtigster Ratschlag: Nicht auf die Verrückten und Demagogen ­hören, »die von verwirrenden Zeiten immer profitieren«. Was außerdem hilft: Fragen stellen, sich nicht mit der ersten Antwort ­zufriedengeben und ab und zu eine Geschichte schreiben oder lesen, die Hoffnung macht.


Fukushima leuchtet grün!

Fünf Jahre sind vergangen, seit das japanische Kernkraftwerk Fukushima Daiichi von Erdbeben und Tsunami zerstört wurde. NEON-Reporter Marco Maurer wollte herausfinden, welche Langzeitfolgen der Super-GAU für die Menschen in der Region hat. Mulmig war ihm schon, als er sich der AKW-­Ruine bis auf einen Kilometer näherte: Der Geigerzähler tickte. Die Strahlenbelastung stieg. Sein Fahrer fragte: »Marco, willst du später Kinder haben?« Maurer stieg trotzdem aus dem Auto aus – und traf die alteingesessene Bauernfamilie Okawara. Deren Glück im Unglück war der Berg vor ihrem Haus. Er hielt die atomare Wolke ab, die das Umland verseuchte. Als Dank fotografiert Okawara seinen Berg täglich.


»Wenn wir zusammen Bier ­trinken und man meine ­Tätowie­rungen sehen kann, ist es okay, mich beim Vornamen anzusprechen«

Es gibt wenige Spitzenpolitiker, die so menschlich und lässig sind wie Kanadas neuer Premierminister Justin Trudeau – und die richtige Politik macht er auch! Reporter Guy Lawson porträtierte den 44-Jährigen für uns. Lawsons tolles Buch »Arms and the Dudes« über drei Kiffer, die zufällig zu internationalen Waffenschmugglern wurden, wird übrigens gerade verfilmt.


»Ich verwende auf Instagram nie den Hashtag #glücklich: Habe ich ein Problem?«

In der Kolumne »Instagram-Leaks« ­analysiert Autor Tin Fischer für NEON jeden Monat das ­soziale Netzwerk. Weil ihm auffiel, wie häufig Instagram-Nutzer ihre alltäglichen Schnappschüsse mit dem Hashtag #glücklich markieren, wollte er wissen: Handelt es sich dabei um Selbstinszenierung oder um echtes Gefühl? Bei der Recherche fand Fischer dann auch den #glücklichsten Menschen Deutschlands.

Mach dich abhängig: Kann man Liebe lernen? Ein Essay

»Alle Menschen, mit denen ich gesprochen habe, waren sich sicher, dass es einen Weg gibt, mit der Liebe ins Reine zu kommen«

In den vergangenen Monaten musste sich NEON-Autorin Lena Steeg von liebeskranken Freunden oft anhören, unsere Generation sei »beziehungsunfähig«. Steeg wollte das nicht glauben und fragt sich in der Titelgeschichte: »Kann man Liebe lernen?« Sie recherchierte den Forschungsstand, sprach mit Therapeuten und sogar einer Pastorin. Steegs Fazit: »Es gibt eine Lösung. Populär ist sie nicht«. Die Bilder zum Text lieferten Nuria Val (links) und Coke Bartrina, die sich seit dem Beginn ihrer Liebe gegenseitig fotografieren.


Die Frauen und der Frost

NEON-Autorin Michèle Roten hatte keine Lust mehr, ein Klischee zu sein, als »blasse, traurige Frau, die immer über zu kalte Hände klagt«. Im nordschwedischen Kiruna unterzog sie sich einer Schockfrosttherapie, schlief in einem Eiswohnwürfel und ging nackt im Schnee spazieren. Die Einwohner der Bergbaustadt, erzählt Roten, haben sich an die Kälte angepasst: »Selbst wenn Frauen im dicken Astronautenanzug herumlaufen, schauen die Männer ihnen hinterher.«


»Es ist Zeit, unser wahres ­Gesicht nicht zu zeigen!«

Beim Arbeiten wollen wir vor allem eins: echt sein. Die ­Authentizitätssucht, schreibt NEON-Autor Lars Weisbrod, führe jedoch im Gegenteil dazu, dass wir nie wir selbst seien. Weisbrod plädiert dafür, die Kunst der Verstellung im Büro wieder zu pflegen. Beim Schreiben hatte er Jens ­Friebe im Ohr: »Kannst du mir versprechen / Dass du dich verstellst / Sei einfach nicht du selbst.«

Rocken mit Mama

Nach dem Interview und dem fünf­ten Bier kam die Band Isolation Berlin ins Plaudern. NEON-Autor Linus Volkmann erfuhr, dass die Mutter von Schlag­zeuger Simeon Cöster einmal die Konzertbühne betrat, um ihren Buben zu herzen. Aber wenn die Jungs so weitermachen, spielen sie bald auf sehr großen, muttersicheren Bühnen.

»Du bist die Liebe meines Lebens. Bisher«

Der Valentinstag ist kein Tag der Liebenden, sondern ein zynisches Marketinginstrument der Floristikindustrie. Schon klar. Trotzdem, findet unsere Moderedaktion, gibt es keine schönere Art, seine Gefühle auszudrücken, als mit Blumen um sich zu werfen. Damit die Strecke »Mit Rosen posen« nicht zu kitschig wurde, sammelten die Kolleginnen in der Redaktion und der NEON.de-Community die »schlechtesten Liebeserklärungen«. Das Gelächter und Staunen war groß. Bevor sich jemand derart in der Sprache vergreift, bitte doch mit Rosen posen!

Fotos: Enno Kapitza, Mark Peckmezian, Ina Niehoff, Coke Bartrina, Nuria Val, Silvia Conde, Noel Richter, Stephanie Pfaender


Die neue Ausgabe von NEON gibt es ab jetzt überall am Kiosk und auch digital für das Tablet auf iOS und Android. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

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