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Studenten schaffen es mit Sauf-Song auf Platz 1 der Charts

Kein Sommer ohne Sommerhit. Dieses Jahr scheinen ein paar Mainzer Medizin-Studenten den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Ihr Party-Track setzte sich bei Spotify direkt an die Spitze, zu ihrer eigenen Überraschung.

Es gibt virale Hits, die sind von vorne bis hinten durchgeplant. Manchmal gehen die Pläne auf, oft fallen sie auch ins Wasser. Viel spannender sind jedoch die Internetphänomene, bei denen der Erfolg sich völlig plötzlich und überraschend einstellt. So passiert bei ein paar Mainzer Medizin-Studenten, die mit ihrem Musik-Beitrag für die Medimeisterschaften - eine Art Festival für Nachwuchsärzte - jetzt sogar Platz 1 der -Charts erobert haben.

Der Song heißt eigentlich "Medicopter Mainz17" und handelt grob von den Einsätzen der Mediziner. Es fängt ganz romantisch an. Mit Gitarre in der Hand besingt der blonde Jüngling Jakob seine Heldentaten als Mediziner, die Angebetete lauscht verzückt. Doch dann der abrupte Taktwechsel - "Wir sind doch keine Streber!" - quietscht "ihre" Stimme dazwischen. Ab hier ist Party angesagt, die Gitarre kann erstmal weg. Im Technobeat reißt der Refrain den Hörer mit: "Mach den Hub-Hub-Hub, mach den Schrauber-Schrauber-Schrauber, mach den Medikopter eins sieeeeben!".


Nicht nur der eingängige Refrain schraubt sich direkt ins Ohr, auch die Choreographie dazu ist simpel genug, dass sie sich selbst mit starker Schieflage auf dem Ballermann noch mittanzen lässt. Genau dort wurde der Track quasi über Nacht zum Hit, aber auch aus bekommt Ali Abriani - einer der studierenden Produzenten - Zuschriften und Videos aus Clubs, wie die Leute den "Hub-Hub" tanzen.

Tanzen bis der Arzt kommt

Auf den Medimeisterschaften, wofür der Song eigentlich gedacht war, "lief der Song ungefähr alle fünf Minuten". Ali Abriani erinnert sich noch genau an das "krasse Gefühl, als 12.000 Leute zu unserem Song getanzt haben". Wie genau die Mainzer Herren nun auf den Medimeisterschaften abgeschnitten haben - denn eigentlich handelt es sich in der Hauptsache um ein Fußballturnier - lassen wir an dieser Stelle mal unerwähnt. Zumindest haben es die "Meenzer Uschis" - die Damenmannschaft - sogar bis ins Finale geschafft. Die Herren lieferten dafür die passende Feiermukke, und auf den Medimeisterschaften wurde so oder so sichtlich gefeiert.


Mainz bleibt Mainz

Bei einem Hit, der so plötzlich steil geht, könnte man nun annehmen, dass der ein oder andere selbst ein wenig abheben möchte und über eine Karriere als Musiker nachdenkt. Aber die Jungs sind bodenständig und augenscheinlich glücklich mit ihrer Berufswahl. "Wir sind alle zufrieden in unserem Studium - ich selbst studiere Zahnmedizin - und dabei werden wir auch bleiben", davon ist Ali überzeugt. In Mainz haben es die Darsteller im Video auf jeden Fall schon zu lokaler Berühmtheit gebracht. "Alle die im Video mit drin waren, werden ab und an schon auf der Straße erkannt" -  Ali muss kurz lachen, als er das verinnerlicht.

Ihr Video wurde mittlerweile 200.000 mal auf Youtube geklickt, auf Spotify schoss der Track auf Platz 1 der Viral Charts. Doch was mit den Einnahmen passiert, oder ob es überhaupt Einnahmen gibt? "Da steigen wir alle noch nicht so durch" sagt Ali am Telefon. "Wer hätte gedacht, dass das so viral geht?!"

Es macht den Erfolg der Mainzer Studenten noch ein klein wenig sympathischer: Finanzieller Erfolg war nie Teil des Plans für den "Medicopter Mainz17". Ein bisschen was für die Urlaubskasse sollte am Ende sicher übrig bleiben. Man würde es ihnen gönnen.

Von Mainz nach Lloret

Bis dahin arbeitet Ali aber in seinen Ferien weiterhin als Animateur für Abifahrten. Dieses Jahr geht es nach Lloret de Mar. Es ist schwer vorstellbar, dass er nicht auch dort erkannt wird. Ob er den Track für seine Fans dort auch mal live performen wird, wollten wir von ihm wissen - doch er wiegelt gleich ab: "Die Choreographie werde ich den Kids definitiv vortanzen, aber das Singen - das überlasse ich doch lieber Jakob!".

Egal was aus der ganzen Nummer noch wird, die Jungs werden sich jedenfalls noch sehr lange an diesen einen verrückten Sommer erinnern, als alle zu ihrem Ohrwurm getanzt haben, bis der Arzt kommt. Und wer weiß, vielleicht klappt’s ja dann im nächsten Jahr mit den Medimeisterschaften.



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