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»Wir waren bettelarm!«

Am Sonntag gewann Jared Leto für die Rolle als transsexueller AIDS-Aktivist Rayon im Film »Dallas Buyers Club« einen Golden Globe. Zu recht, wie wir finden, oder erkennt ihr den Star aus »Fight Club« und »Requiem for a Dream« etwa auf diesem Foto? Jared Leto, der auch in der Rockband »30 Seconds to Mars« spielt, ist eben ein Form-Wandler. Das liegt daran, dass er nie bequem wird und nie den Weg des geringsten Widerstandes wählt. In der NEON-Rubrik »Mein Leben in …« erzählte er uns kürzlich, wo und warum er in seinen 41 Jahren schon Unterschlupf gefunden hat. Von Haiti über New York bis zum Tourbus ist alles dabei – denn nur ein Mensch, der ein aufregendes Leben hat, kann auch lebendige Rollen spielen.

1. Haus auf Haiti: »Schon als Kind bin ich so oft umgezogen, dass ich mich manchmal gar nicht daran erinnern kann, wo ich wann gelebt habe. Als ich noch recht klein war, lebte ich mit meinem älteren Bruder Shannon und meinen Eltern eine Zeit lang auf Haiti – weil sie dort für eine NGO Freiwilligendienst leisteten. Wir waren bettelarm und wohnten in einem einfachen Haus aus Schlackenbeton. Später waren wir in einem Krankenhaus in einem schlichten Zimmer untergebracht. Die Zeit auf Haiti war wunderschön.«

2. Apartment in New York: »Als ich mein Schauspielstudium an der School of Visual Arts begann, war ich achtzehn. Meine erste eigene Wohnung teilte ich mit zwei Mitbewohnern, die ebenfalls Studenten waren. Wir wohnten zu dritt in einem Zimmer auf 45 Quadratmetern und schliefen auf Matratzen auf dem Boden.«

3. Strand in Kalifornien: »Mit Anfang zwanzig bin ich nach Los Angeles gegangen, um Schauspieler zu werden. Ich kam als Backpacker und schlief am Strand. Manchmal übernachtete ich ein paar Nächte in Jugendhotels oder billigen Motels, zusammen mit Cracksüchtigen und Prostituierten. Kurz darauf bekam ich meine ersten Fernsehrollen.«

4. Kreativhaus in L.A.: »Ich bin überhaupt kein häuslicher Typ, ich habe bis heute keine richtig eingerichtete Wohnung. Seit ein paar Jahren habe ich allerdings ein Haus in Los Angeles, das eher wie eine ›Factory‹ funktioniert: Dort arbeiten 23 Menschen an Projekten wie Dokumentarfilmen oder Musikvideos, Büchern oder Klamotten. Es ist immer viel los. Und auch meine Kunstsammlung befindet sich hier, zum Beispiel meine Lieblingsarbeiten von Banksy oder Damien Hirst.«

5. Tourbus: »Ich bin permanent unterwegs. Ich liebe das und kann überall schlafen, im Zug genauso wie im Nightlinerbus. Wenn wir in Deutschland touren, schlagen wir unser Basislager allerdings in Berlin auf.«

Dieser Text ist in der NEON-Ausgabe vom Oktober 2013 erschienen. Hier können Einzelhefte des NEON-Magazins nachbestellt werden. Seit September 2013 gibt es alle Ausgaben auch digital in der NEON-App.

»Dallas Buyers Club« von Jean-Marc Vallée, in dem neben Jared Leto auch Jennifer Garner und Matthew McConaughey
 spielen, startet am 6. Februar in Deutschland. Hier die NEON-Filmkritik aus der Februar-Ausgabe:

Worum geht’s? Der texanische Cowboy Ron (Matthew McConaughey) liebt Rodeos, Drogen und Sex. Er hasst Schwule. Dann erfährt Ron, dass er Aids hat und nur noch dreißig Tage zu leben. Er entwickelt eine Geschäftsidee, wie er HIV-Positive mit Medikamenten versorgen kann.

Worum geht’s wirklich? Das gute Leben. Wir müssen das Beste aus der Zeit machen, die uns bleibt. Mehr gibt es nicht zu sagen. Außer: Vorurteile und Hass halten bei diesem Vorhaben eher auf.

Beste Szene: Rons schwuler Geschäftspartner Rayon löst seine Lebensversicherung für den ­Medikamentenclub auf. Ron umarmt ihn. Klingt simpel, ist für einen Texaner in den Achtzigerjahren aber ein großer Schritt.

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