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"Ich fühlte mich taub mit den anderen Männern"

Nadine, 27, genoss ihre offene Beziehung. Bis sie entdeckte, was sie wirklich braucht.

Das hat mein Sexleben gerettet

„Es war wieder eine dieser Nächte, in denen ich alleine zu Hause lag und mein Freund bei einer anderen Frau schlief. Alles wie abgesprochen, alles wie immer, doch in dieser Nacht hielt ich es nicht aus auch wenn das allem widersprach, was ich von mir selbst erwartete: dem, wie cool und frei ich war und wie wenig es mir ausmachte, dass mein Freund die Nacht bei einer anderen Frau verbringt. Weil ich daran glaubte, dass man einen Menschen, den man liebt, freilässt und nicht einsperrt.

Am Anfang hatte ich diesen Rausch geliebt, wenn einer von uns mit jemand anderem schlief. Ein Gefühl wie am Abgrund, großartig schwindelig. Jedes Mal, wenn wir bei jemand anderem gewesen waren, fielen wir danach übereinander her. Aber je länger wir zusammen waren, desto schlechter ging es mir damit.

Ich wollte einfach nicht mehr neben irgendwelchen Typen aufwachen und mit einem scheißleeren Gefühl nach Hause gehen. Und ich wollte nie mehr wissen müssen, dass mein Freund mit einer anderen Frau schlief. Ich fühlte mich taub mit den anderen Männern, meinen eigenen Freund wollte ich inzwischen kaum noch. Wenn er mich anfasste, dachte ich sofort daran, dass es ihm nicht um mich ging, dass er in diesem Moment auch die Brüste jeder anderen Frau anfassen könnte. Vielleicht dachte er sogar an sie.

Die Freiheit hatte meine Liebe zerstört, und auch meine Lust.

Als ich an jenem Morgen um zehn Uhr morgens immer noch nichts von ihm gehört hatte, rief ich ihn an. ,Und?‘ , fragte ich sofort. ,Wie war’s?‘ ,Gut‘ , antwortete er. Dann schwiegen wir. Unsere Abmachung war, nicht über Details zu reden. Ich hätte schreien können. Stattdessen legte ich auf und heulte.

Wenige Wochen später trennte ich mich von ihm. Meine Rettung. Denn ich hatte entdeckt, dass ich Sex und Liebe nicht so einfach voneinander trennen konnte, wie ich es mir vormachte. Danach hatte ich fast ein Jahr lang gar keinen Sex. Das nächste Mal schlief ich mit einem Typen, in den ich sehr verliebt war. Nach dem ersten Mal Küssen dauerte es einen Monat bis zum ersten Sex. Das fand ich super.

Roland war heißblütig und besitzergreifend. Er zündete Kerzen an, wenn wir miteinander ins Bett gingen. Genau die Sorte Mann, über die ich mich vorher immer lustig gemacht hatte. Er wollte immer wissen, wo ich abends war, und wurde eifersüchtig, wenn ich mich einen Tag lang nicht meldete. Das totale Gegenteil meines Ex-Freunds. Ich habe es wahnsinnig genossen, nicht mehr vielen zu gehören, sondern nur noch einem. Mit Roland zu schlafen war für mich wie ein Gegengift zu vorher.“

Theresa Bäuerlein fragt jeden Monat Menschen, was ihr Liebesleben verbessert hat.

Erzählt uns eure Geschichte. Schreibt an: sexrettung@neon.de


Dieser Text ist in der Ausgabe 12/2016 von NEON erschienen. Hier können Einzelhefte nachbestellt werden. NEON gibt es auch als eMagazine für iOS & Android. Auf Blendle könnt ihr die Artikel außerdem einzeln kaufen.

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