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Wie ein Paar in einem halben Jahr 11.000 Euro angespart hat

Geld und Liebe vertragen sich auf den ersten Blick eher schlecht. bei einem Drittel der Paare in Deutschland für das Thema zu Stress. Im zweiten Teil unserer NEON-Serie "Geld und Liebe" erzählen Anna und Lior, wie sie es in Sachen Finanzen halten.

Von Charlotte Friederich, Felix Lill und Jurek Skrobala

Anna vertraut Lior in Sachen Geld: Er ist der Finanzminister ihrer Beziehung

Anna vertraut Lior in Sachen Geld: Er ist der Finanzminister ihrer Beziehung

Anna, 23, und Lior, 30, aus sind seit dreieinhalb Jahren ein Paar, bald heiraten sie. Die Österreicherin fängt demnächst bei einer Digitalberatung an, der Israeli arbeitet als Sicherheitsexperte. Anna verdient monatlich 800 Euro netto, Lior etwa 2900. Anna hat 1467,30 Euro auf ihrem Girokonto (das musste sie nachgucken), Lior auf seinem österreichischen 13.000 (das weiß er auswendig). Seine letzte große Investition: der Verlobungsring für Anna.

NEON: Wie löst ihr das mit dem Geld?

Lior: Ich bin der Finanzminister. Ich investiere in unsere gemeinsame Zukunft. Anna ist das Thema nicht so wichtig.

Anna: Ja, ich lebe nun mal den Moment! Wenn ich was sehe, das ich mag, dann kaufe ich es. Ich denke dann nicht: "Ah, vielleicht sollte ich das jetzt doch lieber zurücklegen?" Nein, ich gebe es aus. Und wenn es nicht reicht, bitte ich Lior um das Geld.

Habt ihr ein gemeinsames Konto?
Anna: Nein, wir haben einzelne.

Lior: Seit fast einem halben Jahr haben wir ein Sparkonto, ich habe das angeregt. Wir wohnen in einer Wohnung, die Annas Eltern gehört, also meinte ich zu ihr: "Wollen wir nicht das Geld, das wir an Miete sparen, auf die Seite legen?" Jeder von uns hat Zugang und zahlt monatlich das ein, was er gerade so geben kann. Mittlerweile haben wir 11.000 Euro angespart.

"Wir wollen eine Haushaltskasse anlegen, schaffen es aber nicht"

Nach welchem Modell zahlt ihr eure Haushaltsausgaben?

Anna: Jeden Monat wollen wir eine Haushaltskasse anlegen, schaffen es aber nicht. Ich gehe normalerweise einkaufen, komme zurück und zeige Lior dann den Beleg.

Lior: Wenn ich sehe, dass es bei Anna, die ja sieben Jahre jünger ist als ich, etwas knapp wird, dann zahle ich. Ich habe eh dieses Bedürfnis, schließlich lebe ich in einer Wohnung, die ihren Eltern gehört.

Anna: Ach.

Lior: Doch, doch, das ist mein Gefühl: dass ich das ein wenig ausgleichen muss. Deshalb zahle ich nicht nur gern die Einkäufe, sondern auch die Restaurantbesuche.


Kann einer von euch besser mit Geld umgehen?

Anna: Eindeutig Lior.

Lior: Wenn Anna sich um unsere kümmern würde, säßen wir jetzt wahrscheinlich auf der Straße und würden Gitarre spielen, damit die Leute uns Geld in den Hut werfen. Spaß beiseite: Ich denke, das liegt zum einen am Alter. Ich bin ja schon 30, denke also mehr über die Zukunft nach. Und vielleicht liegt es auch an unseren verschiedenen Mentalitäten: In Tel Aviv kostet ein Bier neun Euro und eine Wohnung viermal so viel wie in Wien. Jeder junge Mensch dort spart, weil er nicht irgendwann auf der Straße landen will. Ich kenne das schlicht nicht anders.

Im ersten Teil unserer Serie "Geld und Liebe" gibt Paarberater Michael Mary Tipps zum Thema:

Dieser Text ist in der Ausgabe 09/17 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android erschienen. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.


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