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Die sieben größten Fehler beim Zusammenziehen

Die erste gemeinsame Wohnung ist eines der größten Abenteuer, das ein Paar erleben kann. Vorausgesetzt, man vermeidet diese Kardinalfehler – damit es schließlich heißt: willkommen zu Hause! Und nicht in der gemeinsamen Wohnhölle.

Die zehn größten Fehler beim Zusammenziehen

Die erste gemeinsame Wohnung - ein Abenteuer mit vielen Fallstricken

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1. Wer verliebt ist, sollte nicht gleich die Kartons packen

Bevor das Zusammenziehen überhaupt zur Debatte gestellt wird, sollte eine elementare Frage geklärt werden: Halten wir es miteinander aus? Jeder Bundesbürger zieht, statistisch gesehen, sechs- bis siebenmal in seinem Leben um – dabei wechseln viele nicht nur gelegentlich die Wohnung, sondern auch den Partner.

Denn das Zusammenziehen ist zuallererst eine Umbruchsituation in der Beziehung. In den gemeinsamen vier Wänden lernt man den Partner noch einmal deutlich anders kennen, samt Marotten und Macken. Wer damit vorher schon nicht klargekommen ist, sollte das Zusammenziehen noch einmal überdenken – oder es gleich bleibenlassen.

Als Paar sollte man daher vorher ausprobieren, wie sich das Zusammenleben anfühlt. Etwa, indem man sich eine Woche oder länger eine gemeinsame Wohnung teilt. Und wenn es nicht klappt, keine Sorge: Für jedes sechste Paar funktioniert das getrennte Wohnen sogar besser.  

2. Keinen Plan vom Plan haben

Umzüge sind scheiße. Das muss man in aller Deutlichkeit sagen und das sollte auch jedem bewusst sein: Transporter müssen gemietet, Helfer mobilisiert, Sperrmüll organisiert, Nachsendeantrag beantragt und um- oder abgemeldet werden. Und das ist nur eine kleine Auswahl an Unannehmlichkeiten.

Das Schlimmste: Wer zusammenzieht, muss vieles in doppelter Ausführung organisieren. Deswegen ist es elementar, den Umzug (oder die Umzüge) rechtzeitig und auch gewissenhaft zu planen. Vorteil: Am entscheidenden Tag läuft alles wie von selbst und der obligatorische Stresspegel wird nicht noch zusätzlich durch schlechte Organisation befeuert.       

3. Für den einen ums Eck, für den anderen weit weg

Okay, die "Können wir miteinander?"-Frage ist geklärt, die Pläne für den Umzug sind geschmiedet, ihr wollt zusammenziehen. Aber wohin?

Der eine möchte in der Stadt wohnen, der andere weiter raus aufs Land – das kann durchaus zu einem Problem werden. Auch oder vor allem, wenn der Weg ins Büro für den einen direkt ums Eck ist, für den anderen aber weit weg. Die Entfernung zum Arbeitsplatz sollte daher etwa gleich weit sein, sonst fühlt sich ein Partner vermutlich benachteiligt. Und der wird mit der gemeinsamen Wohnung auf Dauer nicht zufrieden sein.

4. Zu mir oder zu dir? 

Der Partner hat ohnehin eine große Wohnung, die auch noch zentral liegt, gut angebunden ist und Platz für zwei ist auch? Egal. Es empfiehlt sich immer, in eine neue gemeinsame Wohnung zu ziehen. So vermeiden Paare typische Machtfragen wie: Wer hat hier das Sagen? Wer wirklich gute Argumente für seine alte Wohnung als gemeinsames Nest anführen kann, sollte einen neuen Anstrich in Betracht ziehen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Neu streichen, gemeinsam einrichten, damit die vier Wände auch zur gemeinsamen Bude und alte Erinnerungen (etwa an Ex-Partner, die dort gewohnt haben) abgeschüttelt werden.

5. Ungeniert möbliert

Ein weiterer Knackpunkt: die . Wer zusammenzieht und vorher in getrennten Wohnungen gelebt hat, wird vieles doppelt haben – vom Kleiderschrank über das Bett bis hin zu Tellern und Töpfen. Die Frage ist: Wer bringt was mit? 

Bevor aussortiert wird, sollte man sich eines vergegenwärtigen: Möbel sagen viel über unsere Psyche aus, dementsprechend auch über unser Wohlempfinden. Paare sollten vor dem Umzug daher darüber sprechen, was mit soll, kann oder muss. Der Umzug in eine neue Wohnung ist andererseits die perfekte Gelegenheit, einmal ordentlich auszumisten und sich gemeinsam neue Möbel anzuschaffen.

Dabei darf man allerdings nicht aus den Augen verlieren, dass beide Partner mit der Möbelauswahl zufrieden sein sollten. Im Zweifel hilft ein Kompromiss: Kann der Partner mit dem besonders hippen Esstisch aus Beton nicht leben, muss er ebenfalls auf ein Möbelstück verzichten. Oder umgekehrt: Wird der Betontisch aufgestellt, muss auch der Uralt-Sekretär mit. 

6. Uns gibt es nur im Doppelpack

Man ist verliebt, hockt gern aufeinander, kreuzt überall im Doppelpack auf – ein Rückzugsort in der Wohnung sollte sich da ja erübrigen, oder? Klare Antwort: Vergesst es. Streitigkeiten, die beim Zusammenleben obligatorisch sind, werden noch eine Spur explosiver, wenn der Partner das Gefühl hat, keinen Rückzugsort zu haben. Wer also clever ist, plant schon bei der Wohnungssuche ein Zimmer für diesen Zweck ein. Oder richtet sich wenigstens eine kuschelige Ecke ein, in der man ungestört sein kann. Auch ohne Zoff empfehlen Psychologen, dass Paare "örtlich und zeitlich ihre Territorien" haben. Klingt kompliziert, ist es auch, aber definitiv sinnvoll.

7. Das Geld spielt keine Rolle

Es ist der vermutlich unromantischste Teil am Zusammenziehen, aber definitiv einer der wichtigsten: Wer zahlt was und wie viel? Ideal und am fairsten ist natürlich eine 50/50-Aufteilung, sofern beide annähernd gleich viel verdienen. Hier bietet sich, als wohl einfachste Lösung, ein Gemeinschaftskonto an. Die monatlich anfallenden Kosten werden kurz ausgerechnet, durch zwei geteilt und die jeweilige Summe schließlich auf das Konto überwiesen. 

Egal, für welches Modell man sich entscheidet – die Kosten werden gleichmäßig aufgeteilt oder der Eine zahlt das und der Andere das – darüber sollte mit dem Partner gesprochen werden. Das beugt Streitigkeiten vor. 

fs
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