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Woran denkt ihr beim Masturbieren?

Über Sex wird viel geredet, über Masturbation nie. In der neuen NEON brechen fünf junge Menschen ein Tabu.

Die Recherche zu meiner Geschichte »Ich stelle mir vor, wie ich an einer griechischen Orgie teilnehme« ging mit der einfachen Feststellung los: Über Sex wird viel geredet, über Masturbation eigentlich nie. Wer sagt schon so etwas wie: „Leute, ich hab mir gestern daheim nach der Party noch einen runtergeholt, es war so geil.« Eben. Niemand.

Masturbation haftet immer noch ein Loser-Sex-Image an: Wer es sich selbst macht, hat offenbar niemanden abbekommen.

Autor Benedikt Sarreiter hat sich zusätzlich in einem Essay (Seite 68 in dieser Ausgabe) mit dem aktuellen Forschungsstand beschäftigt und stellt fest, dass Selbstbefriedigung keine Ersatzhandlung für echten Sex ist, sondern eine eigene unabhängige Sexform. Eigentlich sollte das Loser-Sex-Image also langsam mal überwunden sein.

Es müsste nur mal jemand den Anfang machen und darüber sprechen.

Deshalb habe ich zusammen mit der Fotografin Katharina Poblotzki fünf junge Menschen besucht, die bereit waren, ein Tabu zu brechen. Sie ließen sich beim Masturbieren fotografieren und erzählten, wie sie es sich machen, wie oft und an was sie dabei denken.

Gerade weil Masturbation so etwas Intimes ist, fühlte es sich natürlich sehr merkwürdig an, fremde Menschen zu fragen, welche Fantasien sie zum Orgasmus bringen. Ich war erstaunt, wie offen meine Interviewpartner waren.

Die 27-jährige Maya zum Beispiel erzählte mir, dass sie sehr selten masturbiert. Sie könne an einer Hand abzählen, wie oft sie es sich im Jahr mache. Sie sagt: »Ich sehe das aber nicht als Problem in meinem Leben an. Ich glaube sogar, dass es vielen Frauen so geht wie mir. Deshalb wollte ich hier auch mitmachen. Die anderen Frauen sollen sehen, dass sie damit nicht alleine sind.«

Die Gespräche kamen mir nie ordinär vor, obwohl die geschilderten Masturbationsfantasien wirklich sehr konkret sind (Uri, 23: »Meistens denke ich an Dinge, die ich irgendwann wirklich erlebt habe. Zum Beispiel, als mir eine Exfreundin im Kino zum Film Juno einen geblasen hat.«).

Die Interviewpartner haben freiwillig mitgemacht, wurden nicht bezahlt. Sie alle hatten einen Grund, bei dieser Geschichte mitzumachen: Sie halten die Tabuisierung der Masturbation für sinnlos und antiquiert.

Jetzt habt ihr die Möglichkeit, mitzumachen – anonym. Die Frage: Woran denkt ihr beim Masturbieren?

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