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Slow Sex: Wie langsamer Sex glücklich macht

Miriam (30) war enttäuscht vom Sex, bis sie eine neue Technik ausprobierte: Slow Sex - daliegen und nichts machen.

„Spürst du was?“ , fragte ich. Alex starrte an die Decke. „Es funktioniert nicht“ , stellte er fest. Meine Beine schliefen ein. Wir hatten unsere Becken fest ineinander verkeilt, um zu verhindern, dass Alex’ Penis aus meiner Vagina glitt. Wir warteten darauf, erregt zu werden. Aber es passierte erst einmal nichts.

Let's Talk About Sex

Alex und ich hatten uns bei einem Coaching-Seminar kennengelernt und uns angefreundet. Wir stellten fest, dass wir gut miteinander über Sex reden konnten und dass wir beide sexuell unzufrieden waren. Ich hatte immer wieder mit verschiedenen Partnern geschlafen. Aber inzwischen war ich enttäuscht, weil es mich nie so anmachte, wie ich mir das wünschte. Alex wiederum wollte nicht mehr den Leistungsdruck, immer nur ficken zu sollen.

Ich las ihm aus einem Buch vor, das schon lange in meinem Regal stand. Die Autorin Diana Richardson beschreibt darin diese abgefahrene Sex-Technik: Slow , also Sex ohne Bewegung, man braucht nicht einmal eine Erektion. Man legt die Genitalien ineinander und entspannt sich. Auf diese Weise solle man intensive orgasmische Zustände erleben können. Das klang fast zu gut, um wahr zu sein. Wir wurden neugierig und beschlossen, es zusammen auszuprobieren.

Sexueller Höhepunkt

Die ersten drei, vier Male waren mühsam: Ohne Erektion muss man schon etwas herumfrickeln, bis der Penis drin ist. Und einfach nur herumzuliegen, drei Stunden am Stück, machte uns nervös. Alex war es peinlich, dass er keine Erektion hatte. Auch ich spürte nichts. Außer meinen Rücken, der irgendwann anfing zu ziehen. Am dritten Tage packte ich Alex am Arm. Er war eingeschlafen, während er in mir war, und schreckte hoch. „Spürst du das?“ , rief ich. Wir kniffen unsere Augen zusammen und rissen sie gleichzeitig wieder auf. Eine schüchterne Anwandlung von Lust breitete sich in uns aus. „Es funktioniert!“ Wir schrien vor Begeisterung. Ich bekam einen Lachanfall, und Alex bekam vor lauter Aufregung eine Erektion. Es gab noch viele befriedigende Momente, auch für Alex.

Er fand es toll, jeden Tag mehrere Stunden Sex zu haben, ohne zu ejakulieren, ohne müde zu werden. Mich machte diese Art Sex viel mehr an, als jeden zweiten Tag einen anderen Typen am Start zu haben. Nach ein paar Wochen bekam ich mit Alex meinen ersten vaginalen Orgasmus einfach so, ohne darauf hinzuarbeiten. Es war Wahnsinn! Diese sexuelle Erfahrung mit Alex hat meinen Sex komplett verändert. Ich lernte, dass es nicht darum geht, sein Ego und seinen Marktwert zu bestätigen. Jeder Körper ist für sexuelle Entspannung und Lust geeignet. Man muss ihn nur lassen.

Theresa Bäuerlein fragt jeden Monat Menschen, was ihr Liebesleben verbessert hat. Erzählt uns eure Geschichte. Schreibt an: sexrettung@neon.de



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