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Das steht in unserer November-Ausgabe

Wer nimmt einen beim Trampen nach Auschwitz mit? | Bin ich schon bereit für ein Kind? | Wie sagt man dem Anderen am besten, dass man im Bett was nicht mag? | Was ist bei mangelndem Talent zu tun, Joko? u.v.m.

Die Themen der November-Ausgabe von NEON

Die Themen der November-Ausgabe von NEON

EDITORIAL

Entspannen, wie ging das noch gleich? Um es zu lernen, flog ich nach . Zu einem Wettkampf im Nichtstun

Wer sich schneller entspannt, ist besser als jemand, der sich nicht so schnell entspannt“, sang PeterLicht mal. Das passt so gut in die Zeit, weil es das Paradoxe normal klingen lässt: den Stress, runterzukommen. Man denke an Achtsamkeitstutorials auf , die man sich zwischen Meeting und Kantine noch fix reinzieht, an Kurztrips ins Schweigekloster, vom Chef gesponsert, da effizienzsteigernd, sprich gewinnmaximierend, an den überschäumenden Terminkalender, von dem man sich auch mal wünscht, er wäre so leer wie der innere Akku.

Unser Drang nach Abschalten wächst, scheint es. Das zeigt die große NEON-Umfrage, die wir kürzlich durchgeführt haben (Ausgabe 7/2017). Demnach besteht für die Hälfte der perfekte Samstagabend aus Zu-Hause-Abhängen, allein oder zu zweit. 2015 interessierten sich bei einem Cover-Test 84 Prozent der Befragten fürs Runterkommen, es landete unter den möglichen Titelthemen auf Platz drei. Ende 2016 war es mit mehr als 90 Prozent Topthema.

Ich bin, was Stress betrifft, nicht so der Schnellmerker. Dass mich mein Alltag überfordert, merke ich meist erst zu spät; wenn ich schon krank im Bett liege. Und das ist in letzter Zeit häufiger passiert. Ein Spätzünder im Nichtstun bin ich auch. Viele Leute in meinem Umfeld haben den Yogakurs im Morgengrauen oder die halbe Stunde „Me-Time“ nach der Arbeit längst in ihren Alltag eingebaut, während ich weiter von Ast zu Ast schwinge und dabei vergesse, was ich zwischen all den Bäumen zu suchen habe.

Vielleicht haben sie recht? Um nachzuziehen, habe ich mich fürs Extrem entschieden. Für etwas, das im ersten Moment so schön widersinnig klingt wie die Zeile von PeterLicht: einen Wettkampf im Nichtstun (S. 70). Dafür ging ich einen Monat lang bei einem Stressforscher, einer Apnoe-Taucherin und einem Mönch in die Lehre, flog 8000 Kilometer weit, von Hamburg nach Seoul, um mich dort auf einen deutschen Anglerstuhl zu setzen – und, hoppla, in der südkoreanischen Tagesschau zu landen.

Die neue NEON ist ab dem 2. Oktober im Handel.

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