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Allein, allein: Wie die Nutzung sozialer Medien uns einsam macht

Wir sammeln Freunde bei Facebook und Herzchen bei Instagram. Warum wir uns danach trotzdem allein fühlen, erklärt jetzt eine neue Studie.

Einsamkeit durch Likes? Eine amerikanische Studie hat das erforscht.

Einsamkeit durch Likes? Eine amerikanische Studie hat das erforscht.

Thomas badet auf an einem fernen Sandstrand, Luise verkündet bei Facebook glücklich ihre Verlobung und Marie zeigt bei YouTube, wie ein typischer Tag in ihrem immer aufregenden Leben aussieht. Ich selbst sitze in der U-Bahn, starre auf mein Handy und sehe ihnen von hier dabei zu. Komisches Gefühl.

Einsamkeit trotz unbegrenzter Kontaktmöglichkeiten

Eine neue Studie der University of Pittsburgh will herausgefunden haben, dass dieses Gefühl Einsamkeit ist. Ihre These: Wer mehr Zeit mit sozialen Medien verbringt, fühlt sich einsamer .

Zur Motivation hinter der Studie sagt Hauptautor und Leiter des Pitt's Center for Research on Media, Technology and Health, Brian A. Primack:

Es ist ein wichtiges Problem, das wir hier erforschen, denn psychische Probleme und soziale Isolation verbreiten sich wie eine Epidemie unter jungen Erwachsenen.

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Henne und Ei der Einsamkeit

Dabei stehen die Forscher jedoch vor einer Art Henne-Ei-Problem: Was war zuerst da? Soziale Isolation und Einsamkeit oder die vermehrte Nutzung sozialer Medien? Lösen soziale Medien das Problem aus oder verstärken sie es nur? Forscherin Elizabeth Miller räumt ein:

Es ist möglich, dass junge Erwachsene, die sich bereits sozial isoliert fühlten, als Ausweg vermehrt soziale Medien nutzten und ihre Gefühle so verstärkten.

Nichtsdestotrotz: Ein Ergebnis der Studie ist, dass Teilnehmer, die am Tag mehr als zwei Stunden mit sozialen Medien verbrachten, eine doppelt so hohe Anfälligkeit für Gefühle sozialer Isolation hatten wie solche, die weniger als 30 Minuten pro Tag mit Facebook und Co. verbrachten. 

Eine Infografik fasst zentrale Ergebnisse der Studie zusammen.

Eine Infografik fasst zentrale Ergebnisse der Studie zusammen.

Warum empfinden wir so?

Für die Herkunft dieser Ergebnisse haben die Forscher drei hypothetische Hauperklärungen:

  1. Wer mehr Zeit mit sozialen Medien verbringt, hat weniger Zeit für tatsächliche Face-to-Face-Kommunikation. Obwohl man also vielleicht Kontakt zu weit entfernten Freunden hat, bleiben die Real Life-Kontakte auf der Strecke - man fühlt sich einsam.
  2. Manche Inhalte können in uns als Social Media-Konsumenten ein Gefühl des Ausgeschlossen-Seins hervorrufen: Die Bilder von Unternehmungen, von denen uns gemeinsame Freunde persönlich nichts erzählen oder von Partys, zu denen wir nie eingeladen wurde... Die Liste ist endlos.
  3. Die kuratierten, ausschließlich schönen Feeds der Online-Welt lassen oft die stressigen, weniger fotogenen Teile des Alltags aus. Wenige teilen online den Streit mit ihrem Partner oder ihre Kündigung - mit solchen negativen Ereignissen fühlt man sich zwischen Strand- und Verlobungsfotos eher allein.

Nie mehr gemeinsam einsam

Wie können wir aus Medien, die uns einsam machen, also wieder wirklich soziale Netzwerke machen? Vielleicht fangen wir damit an, das wieder öfter wegzulegen oder in die Tasche statt auf den Tisch zu packen, wenn wir uns im echten Leben gegenübersitzen? Vielleicht fangen wir an, auf Instagram ehrlicher zu sein und über harte Themen zu sprechen:

Lately there are a lot of people who come here and tell me that I'm doing it wrong. That there's nothing bad about dieting or wanting to lose weight. That I shouldn't be celebrating the body types I do. That I've gone 'too far' or that I'm promoting the wrong things. But here's the reality: there are so many spaces you can go to and be congratulated on weight loss. There are millions of diet plans, endless articles on getting the 'perfect' body, and countless images of the body type our culture teaches us we should all strive for. Those are the spaces I grew up around, and boy did I learn the lesson well. I learned how to lose weight, I learned how to hate my body, I learned that chasing thinness was the only way to be beautiful, and the only way to be happy. It's taken me a LONG time to unlearn those lessons. And I plan on showing as many people as I can that they can unlearn them too. Because honestly? We all deserve so much better than how we've been taught to see ourselves. The body positive community is our safe space. It's the one corner of the internet you can go to where no matter how you look, you're good enough. It won't pressure you into believing that you can only be happy once you're smaller. It won't shame you for how many calories you eat or how many miles you can run. It won't tell you that your value lies in whatever number comes up on the scale. It's the space that I needed so badly all those years ago. So you can think that I'm doing this wrong all you like, I'll keep going. I'll keep creating a safe space where that girl on the left can't be hurt anymore. And for all of you out there who've never been told before that you're good enough already. You will ALWAYS be good enough here. 💜💙💚🌈 ✨P.S. YOU DO NOT HAVE TO LOOK LIKE THE PICTURE ON THE LEFT FOR YOUR STRUGGLES TO BE VALID! EATING DISORDERS COME IN ALL SHAPES AND SIZES, THIS IS ONLY ONE REPRESENTATION. EDs ARE MENTAL ILLNESSES, NOT WEIGHTS. WHATEVER SIZE, YOU ARE WORTHY OF RECOGNITION AND SUPPORT. SENDING SO MUCH LOVE TO ALL MY ED WARRIORS ✨

Ein Beitrag geteilt von Megan Jayne Crabbe 🐼 (@bodyposipanda) am


Es gibt sie nämlich, die positiven Beispiele, die soziale Medien nutzen, um für andere da zu sein. Von ihnen können wir uns vielleicht alle eine Scheibe abschneiden.



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