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Wenn das Privatflugzeug billiger als die Zugfahrt wird

Tom Church macht es vor: Weil die Zugfahrt nach New Castle zu teuer war, buchte er ein Privatflugzeug - und zahlte weniger als die Hälfte. 

Wingly.io verbindet Passagiere mit Privatpiloten

Tom Church entdeckte eine günstige Variante zum Reisen: ein Privatflugzeug.

Tom wollte von London nach Newcastle reisen, um Freunde zu besuchen. Doch der Bus brauchte zu lange und die Zugfahrten waren inzwischen viel zu teuer, um mal eben einen kurzen Ausflug in den Norden des Landes zu machen. 

Deshalb dachte sich Tom Church, Mitgründer der Plattform LatestDeals, warum nicht fliegen?! So wandte sich der 26-Jährige an die Website "Wingly", die ausgebildete Piloten mit möglichen Passagieren verbindet. Mit einem Eintrag wendete er sich an die dort registrierten Piloten mit der Frage, ob man ihn Anfang April von London mit nach Newcastle nehmen könne - und erhielt auch gleich mehrere Zusagen.

Die Sonne strahlt, das Flugzeug ist startklar

Schließlich trat er in Kontakt mit einem Pilot namens Andrew, der ihm vor der Reise sogar noch eine Bestätigungsnachricht sendete, mit den schönen Worten "das Flugzeug ist getankt, der Flugplan ausgefeilt und die sogar noch besseren News sind, dass es aussieht, als würden es die Wettergötter gut mit uns meinen." Ist das nicht nett?

Aber die noch viel netteren Vorteile sind neben des Preises auch der unkomplizierte Transport: "Da gibt es keinen Check-in, keine Gepäck-Anfertigung, keine lästigen Sicherungsvorkehrungen", erzählt Church. "Es sind nur du und der Pilot. Andrew erklärte mir, wie alles funktioniert." Genug Vertrauen muss man eben haben. 

Nicht mehr nur was für die Reichen

Der sichtlich begeisterte Passagier hatte vorab Zugverbindungen gecheckt, aber mit einem Preis von knapp 150 Pfund pro Strecke war er nicht zufrieden. "Der Eindruck, dass Fliegen ein Hobby für reiche Leute sei, ist vorbei", meint der Sparfuchs. Während die Passagiere durch "Wingly" einen preiswerten Privatflug erhalten, ist die Plattform für die Piloten eine Gelegenheit, die Freude am Fliegen zu verbreiten. 

Aber es ist vor allem auch eins: "Das ist ein Weckruf an den Transport Minister Chris Grayling. Wenn es günstiger wird, zwischen GB-Städten zu fliegen, als den Zug zu nehmen, weißt du, dass etwas falsch läuft", meint Church. Und das gilt längst nicht nur für Großbritannien. Auch hier in Deutschland, wo "Wingly" ebenfalls verfügbar ist, sind die Preise für Zugfahrten teilweise unglaublich hoch. Kein Wunder, dass die ein oder andere Person dann lieber von Berlin nach München fliegt.

Fliegen verpestet die Umwelt

Aber das bringt wiederum ein anderes Problem auf den Schirm: Zwar ist so ein sicher cool, aber je mehr Leute sich in die Lüfte begeben, desto mehr passiert da auch mit unserem Klima. Klimaschädliche Abgase von Flugzeugen bleiben bis zu 100 Jahre in der Atmosphäre und vergrößern den Treibhauseffekt. Wenn es ums Geld geht, präferieren viele aber leider die günstigere, als die umweltschonendere Variante. 

Wingly.io verbindet Passagiere mit Privatpiloten

Mit Wingly.io kannst du mit einem Privatflieger durch's Land fliegen.


Vielleicht bringen Plattformen wie "Wingly" aber ja wirklich etwas mehr Aufmerksamkeit auf das Reisedilemma. Tom Church ist jedenfalls begeistert von seiner neuen Entdeckung. "Ich werde das auf jeden Fall wieder tun!", sagt er. Und auch sein Pilot Andrew hält das Projekt für eine gute Idee: "Ich wäre eh von nach Newcastle geflogen, also macht es doch wirklich Sinn, jemanden mitzunehmen." 


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Von:

Leonie Ruhland